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Robert Lewandowski mit der «The Best»-Trophäe für den Weltfussballer 2020.
Robert Lewandowski mit der «The Best»-Trophäe für den Weltfussballer 2020.
Bild: imago-images.de

FIFA-Wahl: Dieser Blick von Ronaldo – und warum Klopp am Ende vor Flick lag

Robert Lewandowski ist gestern wie erwartet zum Weltfussballer 2020 gewählt worden. Daneben gab es bei der «The Best»-Gala der FIFA aber einige Überraschungen. Warum Hansi Flick beispielsweise nicht Welttrainer wurde, zeigt der Blick in die Wahl-Listen.
18.12.2020, 10:0018.12.2020, 12:38

Lewandowski am Ziel

Robert Lewandowski hat es geschafft: Der 32-jährige Pole ist der beste Fussballer des Planeten. Jahrelang stand der Bayern-Torjäger vom Dienst im Schatten von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, nun hat er die beiden Ausnahmeerscheinungen des Weltfussballs endlich überflügeln können.

Es gab dieses Mal auch keine Alternative als Weltfussballer: Lewandowski wurde sowohl in der Bundesliga (34 Treffer) und im DFB-Pokal (6) als auch in der Champions League (15) Torschützenkönig und führte die Bayern damit in allen drei Wettbewerben zum Titel.

FIFA-Präsident Gianni Infantino war extra nach München gereist und überreichte dem Stürmer die begehrte Trophäe. «Uff! Das ist ein unglaubliches Gefühl, ich bin sehr stolz und zufrieden», sagte der gerührte Bayern-Star: «Das ist ein grosser Tag für mich und meinen Verein, die Mitspieler. Ich muss mich bedanken. Dieser Preis gehört auch meinen Mitspielern, den Trainern und dem Staff.»

FIFA-Präsident Infantino überbringt die Trophäe höchstpersönlich.
Video: streamable

Auch Lewandowskis Ehefrau Anna freute sich riesig. Sie verfolgte die Wahl vor dem TV angespannt mit – als ihr Göttergatte als Sieger feststand, gab es schliesslich kein Halten mehr. Hoffentlich sind alle Gläser noch ganz ...

So freute sich Ehefrau Anna Lewandowska über die Auszeichnung für ihren Mann.
Video: streamable

So wurde abgestimmt

Wenige Stunden nach der Kür von Robert Lewandowski zum Weltfussballer 2020 hat die FIFA die Abstimmungslisten veröffentlicht. Und wie immer ist die Liste ziemlich interessant.

Zum Beispiel geht daraus hervor, dass Lewandowski in seiner Funktion als Captain der polnischen Nationalmannschaft für keinen seiner Final-Konkurrenten gestimmt hat. Stattdessen setzte er seinen Teamkollegen Thiago an Position 1, gefolgt von Neymar und Kevin De Bruyne. Argentinien-Captain Lionel Messi sah das PSG-Duo Neymar und Kylian Mbappé vor Lewandowski, Portugals Cristiano Ronaldo dagegen sah Lewandowski als Weltfussballer und Messi auf Position 2.

So wählten die drei Finalisten:

bild: twitter/br football

Am Ende holte sich Lewandowski den Sieg deutlich: 52 Punkte gab es maximal für einen Spieler zu holen, 52 Punkte standen beim polnischen Torjäger zu Buche. In einer bestimmten Jurygruppe (Fans, Medienvertreter, Nati-Captains, Nati-Trainer) gab es jeweils 13 Wertungspunkte zu holen. Der Spieler auf Rang 2 erhielt 11 Wertungspunkte, Rang 3 wurde mit 9 Punkten belohnt. Lewandowski gewann also in allen vier Jury-Gruppen und holte viermal 13 Punkte. Cristiano Ronaldo erhielt als Zweiter am Ende 38 Punkte, Lionel Messi bekam 35 Punkte.

Im Detail bekam Lewandowski in der Jury-Gruppe Nati-Trainer 554 Punkte (Ronaldo 186, Messi 196), bei den Captains 631 Punkte (Ronaldo 259, Messi 207), von den Journalisten 807 Punkte (Ronaldo 153, Messi 103) und von den Fans 679'997 Punkte (Ronaldo 457'905, Messi 356'950). Jeder Wahlberechtigte hatte dabei drei Stimmen. Für Platz 1 gab es fünf Punkte, für Platz 2 drei und der Dritte bekam noch einen Zähler.

» Hier sind alle Stimmen einsehbar!

So wählten die drei Schweizer Vertreter

Aus der Schweiz waren Granit Xhaka als Captain der Nationalmannschaft, Vladimir Petkovic als Nati-Trainer und SRF-Kommentator Dani Kern als Medienvertreter stimmberechtigt. Sie alle entschieden sich für Lewandowski als Weltfussballer.

Granit Xhaka (Nati-Captain)

  1. Robert Lewandowski
  2. Cristiano Ronaldo
  3. Mohamed Salah
Bild: keystone

Vladimir Petkovic (Nati-Trainer)

  1. Robert Lewandowski
  2. Sergio Ramos
  3. Virgil van Dijk
Bild: keystone

Dani Kern (Journalist SRF)

  1. Robert Lewandowski
  2. Virgil van Dijk
  3. Kylian Mbappé

Was Ronaldo von der Wahl hielt

Wenn Cristiano Ronaldo in den letzten Jahren nicht zum Weltfussballer gewählt wurde, liess er die Wahl-Show gerne mal sausen: 2018 liess er sich der fünffache Sieger bei der Wahl von Luka Modric genauso entschuldigen wie ein Jahr später bei der Vergabe des «Ballon d'Or» an Lionel Messi.

In Corona-Zeiten ist es allerdings schwieriger geworden, die Vergabe-Events zu schwänzen. Schliesslich können die Nominierten von überall her per Video zugeschaltet werden und sonstige Anlässe sind ja derzeit ebenfalls rar gesäht. So machte CR7 böse Miene zum – aus seiner Sicht – bösen Spiel.

Ronaldo mit verschränkten Armen und gelangweiltem Blick.
Ronaldo mit verschränkten Armen und gelangweiltem Blick.
bild: screenshot fifatv

Nur zu gerne wäre er wohl mit Erzrivale Messi gleichgezogen und hätte seinen sechsten Weltfussballer-Titel abgeräumt. Damit muss der 35-jährige Portugiese nun mindestens bis zum nächsten Jahr warten. Ein Champions-League-Titel mit Juventus oder die Titelverteidigung mit Portugal an der EM im Sommer würden sicher helfen.

Darum ist Klopp Welttrainer und nicht Flick

Fast alle Fans und Experten hatten bei der Wahl zum Welttrainer des Jahres mit einem Sieg von Hansi Flick gerechnet. Schliesslich hatte der 55-jährige Deutsche mit seinem Klub das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League eingefahren.

Zum Welttrainer wurde dann aber Liverpool-Trainer Jürgen Klopp gewählt – auch zu seiner eigenen Überraschung. «Wow, ich bin schockiert! Ich bin nicht der Beste, aber ich habe den Preis gewonnen», erklärte Klopp im Siegerinterview etwas peinlich berührt. «Ich kann es kaum glauben, um ehrlich zu sein. Hansi hätte es verdient gehabt, deshalb war ich ja so überrascht.»

Jürgen Klopp im Siegerinterview.
Jürgen Klopp im Siegerinterview.
Bild: keystone

Der Blick in die Wahl-Listen der FIFA zeigt, wo die Entscheidung im Rennen zwischen Flick und Klopp fiel. Der Bayern-Trainer machte das Rennen bei den Fans (468:410 Punkte) und bei den Medienvertretern (781:578 Punkte), bei den Spielern (666:583 Punkte) und den Trainer-Kollegen (686:572 Punkte) lag Klopp vorne. Wie bei der Wahl zum Weltfussballer zählten jedoch die Stimmen der vier Jury-Gruppen und so hiess es am Ende 24:24.

Und in den Vergabe-Bestimmungen der FIFA heisst es in diesem Fall: «Bei Gleichstand geht die entsprechende Auszeichnung an den Spieler, Trainer oder Torhüter mit den meisten Fünf-Punkte-Wertungen von seiner eigenen Jurygruppe.» Und weil Klopp von seinen Kollegen besser eingeschätzt wurde als Flick, ist er nun Welttrainer.

Die drei Schweizer wählten folgendermassen: Granit Xhaka und Dani Kern sahen Flick als Welttrainer und Klopp auf Rang 2, Vladimir Petkovic dagegen setzte Klopp wie viele seiner Kollegen vor Flick.

Auffällig: Aus den grossen europäischen Fussball-Nationen stimmten ausser Spaniens Sergio Ramos fast alle Nati-Captains – Harry Kane, Giorgio Chiellini, Hugo Lloris und Manuel Neuer – für den Bayern-Trainer. Ähnlich sah es bei den Nati-Trainern aus: Gareth Southgate, Luis Enrique, Didier Deschamps und Jogi Löw sahen Flick als Welttrainer. Nur Italiens Nati-Trainer Roberto Mancini gab seine Stimme an Klopp.

Während der Bayern-Coach also viele Trainer-Stimmen aus Europa bekam, fand Klopp mehr Zuspruch bei den anderen FIFA-Mitgliedern rund um den Globus – beispielsweise aus dem Commonwealth. Durchaus möglich, dass Klopp von seiner weltweit grösseren Bekanntheit profitierte.

» Hier sind alle Stimmen einsehbar!

Warum Neuer in der Weltauswahl fehlt

Noch einmal staunten die Zuschauer bei der virtuell abgehaltenen Weltfussballer-Gala nicht schlecht – als die FIFA-Weltelf des Jahres bekannt gegeben wurde. Denn ins Starensemble wurde nicht Welttorhüter Manuel Neuer berufen, sondern Allison Becker vom FC Liverpool. Der Grund: Die Weltelf wird im Gegensatz zu den Einzel-Preisträgern von den Mitgliedern der Profivereinigung FIFPro gewählt, seit 2009 geschieht dies unter offiziellem FIFA-Siegel. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass «The Best» in der Weltelf fehlt.

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Alle FIFA-Weltfussballer seit 1991

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quelle: getty images europe / imago images
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