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Jordan Hendersons Wechsel nach Saudi-Arabien wird scharf kritisiert

Liverpool v Wolverhampton Wanderers - Premier League - Anfield Liverpool s Jordan Henderson wears a rainbow coloured captain s armband in support of the Rainbow Laces campaign during the Premier Leagu ...
Jordan Henderson galt lange als Unterstützer der LGBTQIA+-Community.Bild: www.imago-images.de

Henderson in der Saudi-Kritik: «Ich dachte, seine Unterstützung wäre echt. Ich Idiot»

Der Exodus der Fussballer nach Saudi-Arabien geht weiter. Mit der Verpflichtung von Jordan Henderson ist dem saudischen Team Al-Ettifaq erneut ein Transfercoup gelungen. Queere Fanclubs und der ehemalige Fussballer Thomas Hitzlsperger werfen dem Engländer nun vor, seine eigenen Ideale zu verraten.
28.07.2023, 10:3528.07.2023, 12:50
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Dass Spieler kritisiert werden, die in die saudische Wüste wechseln, ist nicht neu. Bei Henderson fällt die Kritik aber umso heftiger aus, da sich der Engländer in der Vergangenheit öffentlich für die Rechte der LGBTQIA+-Gemeinschaft eingesetzt hat. Mit den sogenannten «Rainbow Laces», also farbigen Schnürsenkeln, zeigte er seine Unterstützung auch auf dem Fussballfeld.

In Saudi-Arabien ist es um die Rechte Homosexueller jedoch denkbar schlecht bestellt. Homosexuelle Handlungen sind strafbar und werden im schlimmsten Fall gar mit dem Tod bestraft. Dass Henderson nun ausgerechnet nach Saudi-Arabien wechselt, wird von «Lion Pride» – ein queerer Fanclub der englischen Nationalmannschaft – scharf kritisiert. Henderson wird vorgeworfen, dass er seine Verbundenheit zur queeren Community für einen hohen Gehaltscheck über Bord werfen würde.

Auch Thomas Hitzlsperger, einer der ersten Profifussballer, der seine Homosexualität öffentlich machte, zeigt sich enttäuscht von Hendersons Entscheid. Auf Twitter schreibt der ehemalige Spieler des Liverpooler Stadtrivalen Everton: «Eine Zeit lang habe ich geglaubt, dass seine Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft echt sein würde. Ich Idiot.»

Am 27. Juli bestätigte Al-Ettifaq die Verpflichtung des 33-jährigen Mittelfeldspielers. Der Engländer wird in Saudi-Arabien unter Steven Gerrard spielen, dessen Captainbinde er bei Liverpool einst übernommen hatte. Mit Moussa Dembélé konnte Al-Ettifaq diese Woche noch einen weiteren Topspieler aus einer europäischen Liga verpflichten.

Henderson hat sich zur Kritik bisher noch nicht geäussert. (kat)

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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code-e
28.07.2023 12:04registriert November 2018
Das ist ungefähr das gleiche wie wenn Homosexuelle nach Dubai oder Ägypten in die Ferien fliegen. Als Tourist passiert dir wohl nicht viel im Gegensatz zu den Einheimischen. Aber solange man selbst nicht betroffen ist, macht es ja nichts, wenn Einheimische verhaftet, gefoltert und sogar getötet werden nur weil homosexuell sind. Geld kennt eben keine Moral
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Anded
28.07.2023 11:26registriert Oktober 2014
Nach der Argumentation gibt es auch in Europa keine LGBTQIA+ Unterstützer im Profifussball. Wer hier als Profi spielt, tut das für eine überdurchschnittlich homophobe Fankurve.
Und genau aus diesem Grund war Hitzslperger auch NICHT einer der ersten Profifussballer mit Outing. Sondern ein Ex-Profi mit Outing nach Rücktritt.

Klar, wer in Saudi spielt macht das fürs Geld und unterstützt indirekt die Besitzer und deren Haltung. Aber hey, das ist bei einem Grossteil der Champions League Clubs auch schon so. Willkommen im Profifussball. Die Saudi-offensive ändert eigentlich nix am Status quo.
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Hunnam
28.07.2023 11:13registriert Januar 2016
Ich kann die Kritik an ihm absolut verstehen und finde es auch schade, dass er geht. Aber trotzdem muss sich jeder, der ihn kritisiert, fairerweise vor Augen führen, wie man reagieren würde, wenn plötzlich ein Jobangebot mit dreifachem Lohn zu weniger Arbeitsaufwand reinflattern würde. Ich muss ehrlich zugeben, da käme ich auch ins Grübeln…
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