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Hässig nach dem FCB-Aus im Meisterrennen: Granit Xhaka.
Hässig nach dem FCB-Aus im Meisterrennen: Granit Xhaka.Bild: IMAGO / Sportimage

Granit Xhaka gibt FCB-Boss Degen aufs Dach – «Mit dieser Politik? Niemals!»

Michael Lang und Heinz Lindner lassen nach der 2:4-Niederlage in Zürich kein gutes Haar an ihrem Team. Die Fundamentalkritik kommt jedoch aus London, wo Granit Xhaka die Personalpolitik von FCB-Klubchef David Degen ins Visier nimmt.
28.02.2022, 06:49
Christoph Kieslich / CH Media

Heinz Lindner und Michael Lang, zwei der erfahrenen Spieler des FC Basel, die viele Siege und auch Niederlagen miterlebt haben im rotblauen Trikot, standen nach dem demoralisierenden Nachmittag im Letzigrund hin und sparten nicht mit Kritik am Auftritt ihrer Mannschaft. Sie mussten mit anhören, wie im Hintergrund die Südkurve die Sieger hochleben liess, und an zwei Erkenntnissen lässt sich nicht rütteln: Der FCB hat mit dieser Meisterschaft nichts mehr zu tun.

Und auch wenn man beim FCZ immer noch tunlichst das «M-Wort» umschifft – sie feiern schon mal meisterlich.

Lindner, der mit drei famosen Paraden noch Schlimmeres verhindert hatte, war schwer ernüchtert und begann sein Statement so, als ob er sich – wie gewohnt – ein paar Gedanken gemacht hatte zum gerade Erlebten: «Zusammengefasst», hob er an, «wenn man so auftritt und so viele Fehler macht wie in der ersten Halbzeit, wenn man sich die Tore selbst schiesst und dann auch noch Pech bei ein paar Entscheidungen dazukommt, dann kann man in Zürich nicht gewinnen.»

Lindner kassiert ein weiteres Tor: Wilfried Gnonto dreht nach dem 3:1 für den FCZ zum Jubel ab.
Lindner kassiert ein weiteres Tor: Wilfried Gnonto dreht nach dem 3:1 für den FCZ zum Jubel ab.Bild: keystone

Aus dem Österreicher sprach die riesige Enttäuschung, die in gehöriger Diskrepanz stand zu den Erwartungen, die sich zumindest bei einem Teil der FCB-Gemeinde mit dem unerwarteten Trainerwechsel vergangenen Montag verbunden hatten.

Wie dieser FC Basel dann in der ersten halben Stunde nicht gefasst schien auf das, was ihm im Letzigrund entgegen schwappte, das gibt auch Lindner Rätsel auf: «Wenn man überrascht ist, dass der FCZ aggressiv auftritt, dann hat man noch nie Super League gespielt. Wir hätten anders auftreten und anders dagegenhalten müssen. Wir haben teilweise zu naiv gespielt, haben uns die Tore selber gemacht.»

Michael Lang: «Wir sind überfahren worden»

Michael Lang, der mit seinem Anschlusstor kurz vor Ende wenigstens den Funken Hoffnung aufrechterhalten hatte für einen Lucky Punch, war genauso desillusioniert: «Wir sind am Anfang überfahren worden, leider.»

Verteidiger Lang gibt dem FCB noch einmal Hoffnung durch seinen Treffer zum 2:3.
Verteidiger Lang gibt dem FCB noch einmal Hoffnung durch seinen Treffer zum 2:3.Bild: keystone

Der Aussenverteidiger ging ebenso hart mit seiner Mannschaft ins Gericht: «Es lag nicht daran, dass der FCZ so brutal stark war, sondern weil wir uns dumm angestellt haben. Wir haben den Ball zu wenig gehalten, wir hatten zu wenig Lösungen mit dem Ball, wir sind zu wenig mutig gewesen und haben in Umschaltmomenten zu naiv verteidigt.» Auf die strittigen Szenen wie zu früh gestartete Spieler beim Penalty oder ein Fuss im Abseits beim zweiten Zürcher Tor, wollte Lang nicht gross einsteigen: «Ich suche keine Ausreden.»

Granit Xhaka kritisiert Degens Personalpolitik

Diese Selbstkritik ist zwar aus Basler Perspektive wenig tröstlich, aber aufrecht. Die eigentliche Fundamentalkritik kam bald nach Abpfiff aus einer anderen Ecke. Genauer aus London. Granit Xhaka liess unter dem Instagram-Post des FCB zum Endresultat seinem Frust und seiner Enttäuschung freien Lauf. «So ist es liebe Fans», hiess es dort, «wenn man seine Spieler reintut und das Gefühl hat, man könnte so gewinnen.»

Das ist unzweifelhaft eine Kritik des Arsenal-Profis an David Degen und seiner Personalpolitik beim FCB. Und weiter: «Lass' Spieler spielen, die wissen, um was es geht.» Zum Beispiel seinen Bruder Taulant, der im Letzigrund wie ein anderer Routinier, Pajtim Kasami, erneut nur Ersatz war, und der nicht zum Einsatz kam. Wie schon in der Vorwoche.

screenshot: instagram

Granit Xhaka, der Nationalmannschaftscaptain, schickte noch eine zweite Instagram-Botschaft hinterher, die mindestens genauso geharnischt war: «Ihr wollt, dass wir Ex-Spieler zurückkommen? Mit dieser Politik. Niemals. Sicher nicht so.» Versehen war dieses Niemals mit vier Ausrufezeichen. Xhakas Schlusssatz: «Die einzigen, die mir leid tun, sind die Fans.»

Sechs Tage nach dem Trainerwechsel von Patrick Rahmen zu Guillermo Abascal hängt beim FCB der Haussegen schief. «Wir hatten gehofft, dass der Trainerwechsel etwas bewirkt», sagte Michael Lang noch. Diese Hoffnung hat sich gründlich zerschlagen.

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quelle: keystone / alexander hassenstein / pool
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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ueli_DeSchwert
28.02.2022 07:38registriert September 2018
Ich bin ja weiss Gott kein Fussball-Schauer.

Aber "Wir hatten gehofft, dass der Trainerwechsel etwas bewirkt"... Hä? Da spielen ja immer noch die gleichen. Oder macht der Trainer neuerdings die Tore? 😂
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Drvo
28.02.2022 08:32registriert Mai 2020
Inhaltlich mag Xhaka‘s Kritik stimmen, wie er sie äussert mit viel zu vielen Ausrufezeichen ist höchst unprofessionell. David Degen hingegen scheint noch keinen Plan gefunden zu haben, der aufgeht und macht fragwürdige Personalentscheide. Mir soll‘s recht sein. Hopp YB.
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Gulasch
28.02.2022 08:45registriert März 2014
Unter Degen wird das nie was !
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Punkteteilung im Derby: Fehler kostet Winterthur den ersten Sieg – FCZ bleibt Letzter
Der Befreiungsschlag des FC Zürich bleibt aus. Aber immerhin schafft er dank seines ersten Tors in der laufenden Saison noch das 1:1 beim Aufsteiger Winterthur.

Der Sieg wäre Pflicht gewesen. Doch die Niederlage war so nah, dass selbst dieser eine Punkt aus FCZ-Sicht willkommen ist. In der 73. Minute geriet der Meister beim Kantonsrivalen in Rückstand und benötigte eine knappe Viertelstunde später einen Winterthurer Abwehrfehler, um nach 445 Minuten in der laufenden Saison das erste Tor zu erzielen. Der eingewechselte Fabian Rohner verwertete die erste gute Chance des fast durchgehend enttäuschend aufgetretenen FC Zürich auf der Schützenwiese.

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