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Sieg für die Grossklubs – EU-Gericht entscheidet gegen UEFA und FIFA

epa05038943 Real Madrid president Florentino Perez speaks during a press conference at Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 23 November 2015. Real Madrid's head coach Rafa Benitez was given a vote  ...
Treibende Kraft hinter der Super League: Real Madrids Präsident Florentino Perez.Bild: EPA/EFE

Urteil erschüttert Fussball-Welt: Die besten Klubs dürfen eine eigene Liga gründen

Der Europäische Gerichtshof hat am Donnerstagmorgen ein mit Spannung erwartetes Urteil verkündet. Es könnte den Weg zu einer europäischen Super League im Fussball ebnen.
21.12.2023, 10:0321.12.2023, 14:52

Der Weltfussballverband FIFA und der europäische Fussballverband UEFA haben gegen das Wettbewerbsrecht verstossen, als sie 2021 die Gründung einer europäischen Super League blockiert haben. «FIFA und UEFA missbrauchen eine marktbeherrschende Stellung», hält der Europäische Gerichtshof (EuGH) fest.

«Es gibt keinen Rahmen für die FIFA- und UEFA-Regeln, der sicherstellt, dass sie transparent, objektiv, nicht diskriminierend und verhältnismässig sind», hält das Gericht fest. «Auch die Regelungen, die der FIFA und der UEFA die ausschliessliche Kontrolle über die kommerzielle Verwertung der Rechte an diesen Wettbewerben übertragen, sind angesichts ihrer Bedeutung für die Medien, die Verbraucher und die Fernsehzuschauer in der Europäischen Union geeignet, den Wettbewerb zu beschränken.» Der europäische und der Weltverband dürften Vereinen und Spielern nicht verbieten, an Wettbewerben anderer teilzunehmen.

Alle Spiele im Free-TV?

«Wir haben das Recht auf Wettbewerb gewonnen. Das UEFA-Monopol ist beendet», kommentierte Bernd Reichart das Urteil. Reichart ist Geschäftsführer der Firma A22 Sports, die hinter den Plänen einer neuen Liga steht. «Der Fussball ist FREI», jubelte er und fügte an: «Die Vereine müssen keine Sanktionen mehr fürchten UND können ihre Zukunft nun selbst bestimmen.»

Für Fans, die einer europäischen Super League kritisch gegenüberstehen, hat Reichart ein Zückerchen. «Unser Vorschlag sieht vor, dass alle Spiele kostenlos gezeigt werden.»

A22 Sports arbeitet im Auftrag von Real Madrid und dem FC Barcelona. Die beiden spanischen Vereine sind die letzten Vertreter von zwölf Grossklubs, die im April 2021 mit ihren Plänen zur Gründung einer Super League die Fans in Rage brachten.

Chelsea fans protest against Chelsea's decision to be included amongst the clubs attempting to form a new European Super League before the English Premier League soccer match between Chelsea and  ...
In England waren die Fan-Proteste besonders laut.Bild: keystone

Nach Proteststürmen zogen sich die meisten Klubs damals zurück. Doch die Idee einer eigenen Liga in Konkurrenz zur Champions League des europäischen Fussballverbands UEFA existiert weiter. Klares Ziel der Topklubs: Noch mehr Geld zu verdienen.

Neue Liga mit 60 bis 80 Teams

Durch ist die neue Liga mit dem Urteil noch nicht. Das EuGH hielt fest, dass es sich nicht explizit zu einer Super League geäussert habe, sondern allgemein über die FIFA- und UEFA-Regeln gesprochen habe.

Die UEFA hat «das Urteil zur Kenntnis genommen». Sie verweist in einem Communiqué darauf, dass der richterliche Beschluss «keine Billigung oder Bestätigung der sogenannten Super League» bedeutet. Beim Kontinentalverband sind sie von der Richtigkeit ihrer Regeln überzeugt – insbesondere davon, dass sie mit allen relevanten europäischen Gesetzen und Vorschriften übereinstimmen.

Im Raum steht gemäss den Initianten eine Super League mit 60 bis 80 Teilnehmern in drei Spielklassen. Dabei sind auch Auf- und Abstieg vorgesehen. Kurz zusammengefasst sieht der Plan vor, dass die Klubs ihre Liga selber organisieren ohne einen etablierten Dachverband. Ob diese Klubs dann auch weiterhin an nationalen Ligen teilnehmen, ist unklar. (ram)

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