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Romelu Lukaku war unter Thomas Tuchel zuletzt nicht mehr die erste Wahl.
Romelu Lukaku war unter Thomas Tuchel zuletzt nicht mehr die erste Wahl. Bild: keystone

«Lächerlich und schädlich» – die 6 wichtigsten Punkte zum Fall Lukaku bei Chelsea

03.01.2022, 12:2304.01.2022, 05:40
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Dario Bulleri
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Am Sonntag trennten sich der FC Chelsea und der FC Liverpool im grossen Kracher der Premier-League-Runde ohne Sieger. Die attraktive Partie endete 2:2 – doch ein grosser Teil der Berichterstattung drehte sich um einen Spieler, der gar nicht auf dem Rasen stand.

So wurde vor allem in England und Italien zuletzt rege über die Personalie Romelu Lukaku diskutiert. Der 115-Millionen-Transfer des vergangenen Sommers hatte sich im Vorfeld über seine schwierige Situation bei den «Blues» beklagt und war deshalb von Trainer Thomas Tuchel aus dem Kader gestrichen worden. Doch was genau steckt dahinter? Wir liefern eine Übersicht.

Lukaku zeigt seinen Frust

Ursprung der ganzen Diskussion ist ein Interview, welches der Belgier am 30. Dezember gegenüber dem italienischen Journalisten Matteo Barzaghi auf «Sky Sport» gegeben hat. Dabei liess Lukaku seinem Frust darüber, dass er zuletzt in der Sturmspitze nur noch zweite Wahl war, freien Lauf.

«Körperlich geht es mir gut. Aber ich bin nicht zufrieden mit meiner Situation, das ist normal. Der Trainer hat entschieden, in einem anderen Modus spielen zu lassen. Ich darf jetzt nicht aufgeben, ich muss weiterarbeiten und ein Profi sein.»

Gleichzeitig sprach Lukaku auch über Inter Mailand, wo er einst Publikumsliebling war und den Meistertitel holte, ehe er nach seinem Abgang im Sommer bei den Fans viel Ansehen verlor. Der Belgier entschuldigte sich für sein Verhalten und sagte offen, dass er irgendwann wieder zurückkehren will.

«Ich will mich bei den Fans entschuldigen, ich denke, dass die Art meines Abgangs anders hätte sein sollen. Ich hätte zuerst mit ihnen sprechen müssen, denn die Dinge, die sie für mich und meine Familie gemacht haben, die bleiben. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass ich zu Inter zurückkehren werde. Nicht gegen Ende meiner Karriere, sondern dann, wenn ich noch auf dem Level bin, um mehr zu gewinnen.»
Die wichtigsten Aussagen des Interviews auf Italienisch im Video.Video: YouTube/Mapi Channel

Tuchels Reaktion

Als kurz nach der Veröffentlichung des Interviews die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Liverpool stattfand, wurde Chelsea-Trainer Thomas Tuchel wenig überraschend sofort auf die Thematik angesprochen. Der Deutsche nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund und machte deutlich, was er von den Äusserungen des Belgiers hält.

«Wir mögen das natürlich nicht. Es bringt Unruhe, die wir nicht brauchen und die nicht hilft. (...) Ich hatte nicht das Gefühl, dass er unglücklich ist, im Gegenteil. Es ist eine Überraschung.»

So kündigte Tuchel an, er werde mit Lukaku das Gespräch suchen. Und obwohl er schon vor dem Top-Spiel zweimal mit dem Belgier gesprochen hatte, entschied der Coach, seinen Stürmer nicht aufzubieten. «Im Moment ist es ohne ihn einfacher, die Konzentration auf dem Maximum zu halten», erklärte der Deutsche, «es war eine schwierige Entscheidung, aber für mich die richtige.»

Thomas Tuchel erklärt, warum er Romelu Lukaku nicht aufgeboten hat,Video: YouTube/Sky Sports Football

Die Reaktionen der Fans

Der Grossteil der Anhänger von Chelsea stellte sich hinter den Verein und begrüsste den Entscheid von Tuchel, Lukaku aus dem Kader zu streichen. Viele stellten sich in den sozialen Medien hinter den Trainer, zeitweise kursierte die Forderung «Lukaku Out».

Doch nicht nur in London sorgte das Interview des Belgiers für Aufruhr. Auch die Inter-Fans zeigten sich nach den Aussagen Lukakus nicht versöhnlich gestimmt. So stellte die Curva Nord am Wochenende vor dem Stadion in Mailand ein Transparent auf mit den Worten: «Es zählt nicht, wer bei Regen flieht. Es zählt, wer im Gewitter bleibt. Ciao Romelu.»

Kritik an Lukaku

Wie die Fans hatten auch viele Experten kein Verständnis für Lukakus Äusserungen. Ex-Liverpool-Ikone Graeme Souness bezeichnete das Interview als «lächerlich und schädlich» und stärkte Tuchel für dessen Entscheid, den Stürmer aus dem Kader zu streichen.

«Er hat diesen Unsinn von sich gegeben. Das ist absolut respektlos. Es schadet Chelsea und dem Trainer. (...) Er ist 29 Jahre alt, nicht 19. Er hätte wissen müssen, dass solche Aussagen dem Verein grossen Schaden zufügen. Ich würde sagen: ‹Wenn es dir hier nicht gefällt, da ist die Tür.›»

Einer ähnlichen Meinung ist auch der ehemalige Topstürmer Michael Owen. Der Engländer äusserte sich auf Twitter zur Thematik und schrieb ebenfalls, der Verein müsse immer wichtiger sein als jeder Spieler.

Unterstützung für Lukaku

Dennoch gab es auch Experten, die den Belgier für seine Äusserungen in Schutz nahmen – etwa voran Gary Neville. Der langjährige Nationalspieler verteidigte die Entscheidung Lukakus, seine Meinung offen zu sagen.

«Ich habe Fussballer dafür kritisiert, bei Interviews nicht sich selbst zu sein und PR-Antworten zu geben. Wenn ein Spieler nun die Wahrheit sagt, kann ich nicht sagen, dass ich das nicht hören will. (...) Ich erwarte von Lukaku keine Entschuldigung. Jetzt muss er hinter dem stehen, was er gesagt hat, aber den Fans garantieren, dass er alles für Chelsea geben wird. Eine Liebesgeschichte wird es nicht mehr, aber es kann funktionieren.»

Abgang oder Verbleib?

Mit diesen Aussagen gleich zu Beginn des Transferfensters überrascht es wenig, dass sofort über einen möglichen Abgang des Starstürmers spekuliert wird – etwa über eine Rückkehr zu Inter oder einen Wechsel zu Tottenham, wo er Harry Kane beerben könnte und wieder auf Antonio Conte treffen würde.

Antonio Conte und Romelu Lukaku wird ein hervorragendes Verhältnis nachgesagt.
Antonio Conte und Romelu Lukaku wird ein hervorragendes Verhältnis nachgesagt. Bild: keystone

Realistischerweise ist es aber so gut wie ausgeschlossen, dass der Belgier noch in diesem Winter wechseln wird. Am Montag steht ein Gespräch mit Thomas Tuchel an, auch sein Berater wird vor Ort sein. Dabei wird es darum gehen, die Wogen zu glätten, zumal Chelsea alles daran tun wird, den 115-Millionen-Mann im Team zu halten. Auch Transfer-Experte Fabrizio Romano schreibt, es sei nicht geplant, Lukaku im Januar zu verkaufen.

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