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FIFA Klub-WM: Real Madrids Carlo Ancelotti erteilt Infantino eine Absage

epa11384943 Real Madrid head coach Carlo Ancelotti waits for the start of the trophy ceremony after picking up his winner's medal following the UEFA Champions League final match of Borussia Dortm ...
Die Reaktion von Carlo Ancelotti, als er erfuhr, dass Real Madrid an der Klub-WM teilnehmen darf.Bild: keystone

Ancelotti erteilt FIFA klare Absage: «Real Madrid wird nicht an Klub-WM teilnehmen»

10.06.2024, 16:3110.06.2024, 16:59
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Es ist das neuste Projekt von FIFA-Präsident Gianni Infantino: die Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Teams aus aller Welt, welche ab 2025 im Vierjahresrhythmus stattfinden soll. Als erster Gastgeber soll im nächsten Sommer während vier Wochen die USA dienen, die ein Jahr später gemeinsam mit Mexiko und Kanada auch die Weltmeisterschaft austrägt.

Mit den Einnahmen aus dem neuen Wettbewerb will Infantino den Fussball in der ganzen Welt unterstützen. Was er nicht gesagt, aber ziemlich sicher gedacht hat: Durch eine solche Klub-WM könnte der Schweizer auch noch mehr Geld in die Taschen des Weltverbands sowie seiner Unterstützer scheffeln.

La FIFA de Gianni Infantino estime qu'elle n'a pas "impos�" le calendrier de la nouvelle Coupe du monde des clubs.
Ob noch jemand so viel Freude an der Klub-WM-Trophäe hätte wie Gianni Infantino?Bild: fxp-fr-sda-rtp

Dieses Vorhaben könnte jedoch scheitern. Denn weder Spieler noch die nationalen Ligen und ihre Klubs sind von dieser Idee besonders begeistert. Die Spielerorganisation FIFPRO forderte die FIFA auf, den Wettbewerb wieder aus dem Kalender zu nehmen. Die Profis hätten schon genügend Spiele zu absolvieren und einen solchen Wettbewerb durchzuführen, würde zu einer noch höheren Verletzungsgefahr führen. Für die besten Spieler gäbe es dann kaum noch einen freien Sommer, da nur noch alle vier Jahre kein grosses Turnier in der Saisonpause stattfinden würde. Die Spielerorganisation drohte gar an, rechtlich gegen die Klub-WM vorzugehen.

Nun sprach sich Carlo Ancelotti deutlich gegen Infantinos Herzensprojekt aus. In einem Interview mit «Il Giornale» erklärte der Trainer von Real Madrid, dass die Königlichen nicht an der Klub-WM teilnehmen werden. «Die FIFA vergisst, dass die Spieler und Klubs da nicht teilnehmen werden», so Ancelotti, der klarstellte: «Wir werden die Einladung ablehnen, auch andere Vereine werden das tun.»

Update: Real Madrid widerspricht Ancelotti
Der spanische Meister und Champions-League-Sieger hat sich infolge des Interviews von Carlo Ancelotti zur Klub-WM geäussert. Real Madrid teilte mit, dass der Klub «die Teilnahme an dem FIFA-Wettbewerb zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt hat». Der Verein werde wie geplant teilnehmen und dem Turnier «mit Stolz und grösster Begeisterung entgegensehen».

Als Champions-League-Sieger wären die Spanier für das Turnier gesetzt – auch Chelsea und Manchester City sind aufgrund ihrer Titel in der Königsklasse in einem der vier vorangegangenen Jahre qualifiziert. Den Teilnehmern würden je rund 20 Millionen Euro angeboten, wie Ancelotti sagt. Ihn überzeugt das aber nicht: «Ein einziges Spiel von Real Madrid ist 20 Millionen wert, und die FIFA will uns diesen Betrag für das gesamte Turnier geben. Negativ.» (nih)

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quelle: keystone / tolga bozoglu
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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Score
10.06.2024 13:28registriert Mai 2017
Auf gut Deutsch, für mehr Geld wären wir dabei und die Gesundheit der Spieler ist dann auch plötzlich nicht mehr ganz so wichtig... Money rules the World...
11112
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Triple A
10.06.2024 13:39registriert November 2018
Was heisst Ancelottis Kommentar konkret? - Eigentlich nur, dass die Startgage von 20 Mio. zu tief ist.
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Landjäger Bitterli
10.06.2024 12:51registriert April 2024
Der letzte Satz spricht Bände: Die Gross"klubs" können den Rachen nicht voll genug kriegen. Es geht letztlich nur ums Geld und momentan fühlen sie sich ungerecht behandelt, da es "nur" 20 Mio. € Startgeld gibt.
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    Nächster Patzer: Der umstrittene Weltmeister ist für den FCZ ein immer grösseres Problem
    Nach der Verpflichtung von Benjamin Mendy, dem mehrere Frauen Vergewaltigung vorgeworfen hatten, hagelte es Kritik am FC Zürich. Auf dem Platz ist der Weltmeister von 2018 bisher ebenfalls keine Hilfe.

    Es läuft erst die fünfte Spielminute, als Benjamin Mendy ein vermeintlich leicht zu kontrollierendes Zuspiel bekommt. Doch der FCZ-Verteidiger verpatzt die Annahme und schiesst beim Klärungsversuch Lausannes Jamie Roche genau an den Fuss, von wo der Ball etwas unglücklich für die Zürcher ins Tor springt. Schon kurz zuvor hatte Mendy dem Gegner beinahe ein Tor geschenkt, Alban Ajdini nutzte die grosse Chance jedoch nicht.

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