Es ist das neuste Projekt von FIFA-Präsident Gianni Infantino: die Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Teams aus aller Welt, welche ab 2025 im Vierjahresrhythmus stattfinden soll. Als erster Gastgeber soll im nächsten Sommer während vier Wochen die USA dienen, die ein Jahr später gemeinsam mit Mexiko und Kanada auch die Weltmeisterschaft austrägt.
Mit den Einnahmen aus dem neuen Wettbewerb will Infantino den Fussball in der ganzen Welt unterstützen. Was er nicht gesagt, aber ziemlich sicher gedacht hat: Durch eine solche Klub-WM könnte der Schweizer auch noch mehr Geld in die Taschen des Weltverbands sowie seiner Unterstützer scheffeln.
Dieses Vorhaben könnte jedoch scheitern. Denn weder Spieler noch die nationalen Ligen und ihre Klubs sind von dieser Idee besonders begeistert. Die Spielerorganisation FIFPRO forderte die FIFA auf, den Wettbewerb wieder aus dem Kalender zu nehmen. Die Profis hätten schon genügend Spiele zu absolvieren und einen solchen Wettbewerb durchzuführen, würde zu einer noch höheren Verletzungsgefahr führen. Für die besten Spieler gäbe es dann kaum noch einen freien Sommer, da nur noch alle vier Jahre kein grosses Turnier in der Saisonpause stattfinden würde. Die Spielerorganisation drohte gar an, rechtlich gegen die Klub-WM vorzugehen.
Nun sprach sich Carlo Ancelotti deutlich gegen Infantinos Herzensprojekt aus. In einem Interview mit «Il Giornale» erklärte der Trainer von Real Madrid, dass die Königlichen nicht an der Klub-WM teilnehmen werden. «Die FIFA vergisst, dass die Spieler und Klubs da nicht teilnehmen werden», so Ancelotti, der klarstellte: «Wir werden die Einladung ablehnen, auch andere Vereine werden das tun.»
Als Champions-League-Sieger wären die Spanier für das Turnier gesetzt – auch Chelsea und Manchester City sind aufgrund ihrer Titel in der Königsklasse in einem der vier vorangegangenen Jahre qualifiziert. Den Teilnehmern würden je rund 20 Millionen Euro angeboten, wie Ancelotti sagt. Ihn überzeugt das aber nicht: «Ein einziges Spiel von Real Madrid ist 20 Millionen wert, und die FIFA will uns diesen Betrag für das gesamte Turnier geben. Negativ.» (nih)