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Der Abend von Alvaro Morata: vom grossen Jubel zur grossen Enttäuschung.
Der Abend von Alvaro Morata: vom grossen Jubel zur grossen Enttäuschung.
Bild: imago images

Vom Buhmann zum Helden und wieder zurück – das Drama um Alvaro Morata

Spanien erlebt im EM-Halbfinal gegen Italien zuerst grosse Freude, dann grosse Ernüchterung. Mittendrin ein Stürmer, der schon das ganze Turnier kritisiert wurde.
07.07.2021, 09:0907.07.2021, 14:21

Schon vor dem Beginn der EM gab es Kritik an Alvaro Morata. In Spanien wurde gezweifelt, ob der Stürmer von Juventus Turin die Qualität hat, um die «Furia Roja» an dieser EM zum Erfolg zu führen.

«Sie wollten, dass meine Kinder sterben.»
Alvaro Morata

Die Kritik wurde nicht leiser, als Spanien mit einem 0:0 gegen Schweden ins Turnier startete und Morata dabei Chance um Chance vergab. Sein Tor beim 1:1 gegen Polen konnte die Gemüter nicht wirklich beruhigen, denn die Mannschaft war noch immer nicht auf Achtelfinal-Kurs. Die Kritik schlug über in Dinge, die im Fussball und auch sonst im Leben keinen Platz haben: Beleidigungen und Drohungen.

«Ich habe Drohungen erhalten, Beleidigungen gegen meine Familie. Sie wollten, dass meine Kinder sterben», sagte Morata nach dem Spiel gegen Polen. Memes und Witze würden ihn nicht stören, meint der Stürmer, aber bei Drohungen höre der Spass auf. Der Spanier suchte Hilfe beim Team-Psychologen und bei den Legenden Iker Casillas und Raúl: «Die zwei sagten mir, ich solle dem Thema keine Bedeutung schenken.»

Prompt schlug Morata zurück: Im Achtelfinal gegen Kroatien schoss er sein Land mit dem Treffer zum 4:3 in der Verlängerung zum Sieg. Dennoch verlor er nach dem Spiel gegen die Schweiz, wo er wieder ohne Torerfolg blieb, seinen Stammplatz, kam im Halbfinal gegen Italien von der Bank ... und traf.

Der 1:1-Ausgleich in der 80. Minute war sein drittes Tor an der EM. Als erster Spanier überhaupt gelang es ihm bei zwei Europameisterschaften hintereinander jeweils drei Tore zu schiessen. Dank des Treffers ist er neu auch Spaniens EM-Toptorschütze.

Vom Buhmann zum Helden also? Nein. Denn es kam zum verflixten Penaltyschiessen, wo Morata als vierter Schütze mit viel Druck antrat – und verschoss. Gleich danach beendete Italiens Jorginho den spanischen EM-Traum. Trainer Luis Enrique, der seinem Stürmer das ganze Turnier über den Rücken stärkte, tat dies auch nach dem verschossenen Elfmeter: «Morata hatte Adduktorenprobleme und wollte trotzdem schiessen. Das sagt viel über seinen Charakter aus. Er war gigantisch für uns an diesem Turnier.»

Morata selbst äusserte sich nach dem spanischen EM-Aus auf Instagram: «Diese Gruppe hat mehr, viel mehr verdient», schrieb er. «Wie von ganz Spanien war es auch mein Traum, unser Traum. Ich kann nur sagen, dass ich stolz bin, Teil dieses Teams zu sein. An diejenigen, die an uns geglaubt haben, DANKE. Fussball kann manchmal sehr hart sein. Es lebe Spanien!»

Des einen Leid, der anderen Freud: Das Internet konnte es natürlich nicht lassen, das Drama des spanischen Stürmers in Memes zusammenzufassen:

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