Sport
Fussball

Primin Schwegler wird Sportchef – sein Aufstieg begann bei Bayern

09.08.2025, Fussball Testspiel, FC Fulham - Eintracht Frankfurt, emonline, emspor, v.l., Leiter Profifu
Geht den nächsten Karriereschritt: Pirmin Schwegler ist Wolfsburgs neuer Sportchef.Bild: www.imago-images.de

Sein rasanter Aufstieg begann bei Bayern – Pirmin Schwegler wird Sportchef in Wolfsburg

Mit gerade einmal 38 Jahren wird Pirmin Schwegler Sportchef in der Bundesliga. Der frühere Nati-Spieler wechselt von Frankfurt nach Wolfsburg – was seinem Ex-Klub auf lange Sicht nicht gefallen dürfte.
10.12.2025, 18:5610.12.2025, 18:59

Als Spieler kennt Pirmin Schwegler die Bundesliga hervorragend. 13 Jahre lang spielte er für Leverkusen, Frankfurt, Hoffenheim und Hannover in Deutschland. Wenige Monate nach seinem Karriereende im Jahr 2020, das er in Australien erlebte, zog es den 14-fachen Schweizer Nationalspieler wieder ins deutsche Oberhaus. Dort arbeitete er sich hoch, vom Scout bis zum Sportdirektor. In dieser Funktion übernimmt der 38-Jährige nun beim VfL Wolfsburg.

Nach weniger als einem Jahr als Leiter Profifussball bei Eintracht Frankfurt, wo er einst fünf Saisons unter Vertrag stand und Captain war, verlässt er den Posten also schon wieder. Der Vertrag beim VW-Klub sei sehr lukrativ, heisst es, doch soll dies für Schwegler keine entscheidende Rolle gespielt haben. Vielmehr sei der Posten in Frankfurt «zu klein für seine Ambitionen» gewesen, schreibt der «Kicker».

Die Meinungen über den Wechsel Schweglers von Frankfurt nach Wolfsburg sind klar: Für die Eintracht ist es ein Verlust, den Wölfen könne man hingegen gratulieren – wenn die Verpflichtung auch eine Überraschung war und Schwegler nach Hoffenheims Andreas Schicker sowie Hannovers Marcurs Mann höchstens die dritte Wahl gewesen sei.

Schwegler gilt als kluger Fachmann, der in Frankfurt einen guten Draht zu den Spielern pflegte und als Bindeglied zwischen Mannschaft und sportlicher Leitung fungierte. Er agierte mehrheitlich im Hintergrund, stand im Schatten vom viel gepriesenen Sportvorstand Markus Krösche, dem schon einige Transfercoups gelungen sind (u. a. Randal Kolo Muani, Hugo Ekitiké und Omar Marmoush), und Timmo Hardung, der im Sommer 2023 zum Sportdirektor befördert wurde.

Pirmin SCHWEGLER (F) mit Maske Fussball 1. Bundesliga, 25. Spieltag, Eintracht Frankfurt (F) - SC Freiburg (FR) 1:4, am 16.03.2014 in Frankfurt/Deutschland.

Pirmin Schwegler F with Mask Football 1  ...
Als Spieler trug Pirmin Schwegler in Frankfurt zeitweise nicht nur eine Maske, sondern auch die Kapitänsbinde.Bild: imago sportfotodienst

So fehlte Schwegler in Frankfurt die unmittelbare Aufstiegsperspektive, obwohl zum Beispiel die «Frankfurter Rundschau» in ihm einen potenziellen Nachfolger für Krösche, falls dieser dereinst doch dem Lockruf eines grösseren Klubs folgt, gesehen hätte. Das Blatt attestiert Schwegler einen Mangel an Geduld. Der «Kicker» sieht im Schweizer hingegen schon jetzt einen geeigneteren Kandidaten für den Sportdirektorposten als Hardung, der diesen innehat, und hält es nicht für unwahrscheinlich, dass die Eintracht Schwegler «doch noch ein paar Tränen nachweint».

Wolfsburg sei ein echter Coup gelungen, findet auch Michael Reschke, der frühere Manager von u. a. Bayern München und Leverkusen. Reschke hatte Schwegler einst als 15-Jährigen entdeckt und nach Leverkusen geholt, die Pläne Wolfsburgs, seinen einstigen Schützling zu holen, kannte er bereits und hielt sie «von Beginn an für ganz hervorragend», wie er dem «Kicker» sagt. Schwegler sei schon als Spieler eine Führungsfigur gewesen. «Pirmin will selber gestalten und verantworten», so Reschke, «ich bin mir sicher, dass er auch in dieser Position seinen Weg gehen wird.»

Bisher konnte sich Schwegler überall behaupten. Im November 2020 begann er als Scout bei Bayern München, nach acht Monaten wurde er bereits zum Chefscout befördert. Anderthalb Jahre übte er diese Funktion aus, bevor er den nächsten Schritt ging: In Hoffenheim wurde er erst Leiter Lizenzfussball und dann Leiter Profifussball. Im September 2024 verliess er seinen Ex-Klub aber aus freien Stücken, bevor er einige Monate später dann in Frankfurt anheuerte.

Nun ist er erstmals in vorderster Reihe engagiert. Wolfsburg befindet sich mitten im Abstiegskampf und damit weit hinter den eigentlichen Möglichkeiten. Schwegler muss das dank des Hauptsponsors reichlich vorhandene Geld deutlich besser nutzen, als Vorgänger Sebastian Schindzielorz, will er in der Autostadt eine langfristige Zukunft haben.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Bayern und? Diese Klubs wurden schon deutscher Meister
1 / 14
Bayern und? Diese Klubs wurden schon deutscher Meister

Bayern München ist deutscher Rekordmeister: 2025 ging die Meisterschale bereits zum 34. Mal an den Liga-Krösus.

quelle: keystone / anna szilagyi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier freut sich Schawinski über den UKW-Entscheid
Video: ch media
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Bert Stein
10.12.2025 19:29registriert November 2020
Super Sache für Schwegler.

Und bei R(asen)B(all) Leipzig übernimmt Tatjana Hänni als CEO. Sie wird damit als Schweizerin erste Frau in dieser Position in der Bundesliga. Auch wenn der Club ja nicht gerade Sympathieträger ist, wäre das auch noch eine Meldung wert.
285
Melden
Zum Kommentar
9
FCB-Trainer Lichtsteiner bei Vorstellung: «Dann werden wir dominieren»
Der FC Basel gab am Montag die Trennung von Trainer Ludovic Magnin bekannt. Am Abend verkündete der Meister und Cupsieger dann die Verpflichtung von Trainer Stephan Lichtsteiner. Am heutigen Dienstag sprach der 42-Jährige nun erstmals als FCB-Trainer zu den Medien und auch Sportdirektor Daniel Stucki äusserte sich zu seinem Entscheid. Das waren die wichtigsten Aussagen:
Zur Story