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Frauen-WM: Vor der Heim-EM muss etwas gehen bei der Schweizer Nati

Switzerland's Ramona Bachmann, 2nd left, goalkeeper Gaelle Thalmann, 3rd left, and midfielder Sandrine Mauron, right, are consoled by head coach Inka Grings, left, after the team's 1-5 defea ...
Trainerin Grings, Bachmann und Goalie Thalmann nach dem 1:5 gegen Spanien.Bild: keystone

Vor der Heim-EM muss etwas gehen bei der Schweizer Frauen-Nati

Für die Schweizerinnen geht die Fussball-WM ähnlich zu Ende wie jene ihrer männlichen Kollegen einige Monate zuvor in Katar: Mit einer brutalen Niederlage, die es auch zu relativieren gilt.
05.08.2023, 11:2705.08.2023, 14:50
Julien Oberholzer / Keystone-SDA

Inka Grings nahm sich nach dem 1:5 gegen Spanien noch auf dem Spielfeld viel Zeit, um zu den Spielerinnen zu sprechen. In erster Linie ging es der Trainerin darum einzuordnen. Festzuhalten gegen wen man die Niederlage kassiert hat, und daran zu erinnern, welchen Weg die Schweiz bis dahin gegangen war.

«Wir können stolz sein, wie wir uns präsentiert haben, vor allem in der Vorrunde», hielt Grings vor versammelter Gruppe fest. Die Schweizerinnen haben Begeisterung geweckt. Sie lockten im letzten Gruppenspiel teilweise fast eine halbe Million Deutschschweizer vor den Bildschirm, und sie traten am Samstag im vollen Stadion in Auckland zu einem WM-Achtelfinal an, dem erst zweiten in der Geschichte der SFV-Auswahl.

Switzerland's head coach Inka Grings gestures during the Women's World Cup second round soccer match between Switzerland and Spain at Eden Park in Auckland, New Zealand, Saturday, Aug. 5, 20 ...
Grings' Team war im Achtelfinal chancenlos.Bild: keystone

Es wurde einiges erreicht in diesen Tagen in Neuseeland aus Schweizer Sicht, aber es ist halt auch erst der Anfang. Ziemlich gut wurde bei der erst zweiten WM-Teilnahme der Schweizerinnen aufgezeigt, woran gearbeitet werden muss.

Baustelle Offensive

Gegen Spanien stimmte so einiges nicht, was die Spielerinnen schon unmittelbar nach dem Match ansprachen. Man sei zu passiv gewesen, habe zu wenig in die Zweikämpfe gefunden und auch offensiv nicht gut gespielt. Noelle Maritz nannte die Leistung ungenügend: «Vier Gegentore in einer Halbzeit darf nicht passieren.»

«Die Spanierinnen hatten heute einen extrem guten Tag und uns die Grenzen aufgezeigt», analysierte Grings gegenüber SRF und fügte an: «Das ist auch okay.»

Es gelte, den Blick nach vorne zu richten. Zu erkennen, was gut lief und was verbessert werden muss. «Defensiv haben wir vieles richtig gemacht. Wir können in verschiedenen Systemen gut verteidigen», hielt Lia Wälti fest. In der Offensive gelte es, das eine oder andere zu verbessern.

Drei Treffer in vier Spielen, darunter ein nicht provoziertes Eigentor, sind zu wenig. Hier gilt es im Hinblick auf die in zwei Jahren stattfindende Heim-EM Lösungen zu finden – taktische und personelle. Ein Profil wie die junge, schnelle und trickreiche Iman Beney, die kurzfristig mit einem Kreuzbandriss für die WM ausfiel, hätte der Schweiz in Neuseeland gut getan. Gegen Spanien war Ramona Bachmann die Einzige, die teilweise Aussergewöhnliches und Überraschendes produzierte.

Switzerland's forward Ramona Bachmann, right, fights for the ball with Spain's midfielder Teresa Abelleira during the FIFA Women's World Cup 2023 round of 16 soccer match between Switze ...
Bachmann im Zweikampf mit Abelleira.Bild: keystone

Das Gerüst für die Heim-EM steht

In zwei Jahren, wenn der dritte Fussball-Grossanlass nach der Männer-WM 1954 und der Männer-EM 2008 in der Schweiz stattfindet, dürfte die SFV-Auswahl bis auf die zurückgetretene Gaëlle Thalmann auf ein ähnliches Gerüst zählen können wie nun in Neuseeland. Zur Erfahrung und Klasse von Wälti, Bachmann oder Ana Maria Crnogorcevic sollte dann noch etwas jugendliche Unbekümmertheit kommen, die die Spanier etwa mit der 19-jährigen Salma Paralluelo im Achtelfinal hatten.

Die lange Testphase auf die Europameisterschaft beginnt Ende September mit der neu auch bei den Frauen eingeführten Nations League. Dort misst sich die Schweiz mit den hochkarätigen Gegnern Italien, Schweden – und erneut mit Spanien. Beste Gelegenheiten um weitere Schritte nach vorne zu machen. (ram/sda)

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