Seltsame Nähte an WM-Trikots beschäftigen Nike
Schweizer Fussballanhänger erinneren sich mit einer Mischung aus Schaudern und Schadenfreude an die EM 2016. Xherdan Shaqiri hatte die Lacher auf seiner Seite, als er in Richtung Ausrüster sagte: «Hoffentlich macht Puma keine Pariser.» Reihenweise waren damals in der Partie gegen Frankreich Trikots von Schweizer Spielern gerissen.
Solche gravierenden Auswirkungen hat das jüngste Trikotgate nicht. Vielmehr ist es erstaunlich, dass beim grössten Sportartikelhersteller der Welt überhaupt so ein Lapsus geschehen kann: Die Nike-Trikots mehrerer Nationen werfen seltsame Falten an den Schultern.
Zu sehen waren sie etwa beim Test-Länderspiel zwischen Frankreich und Brasilien, oder bei jenem zwischen Uruguay und England. Zwar sind Schulterpolster aus den 80er-Jahren aktuell wieder in Mode – aber eher nicht bei Fussballtrikots und in dieser Form.
Hersteller Nike hat das Problem erkannt. Gegenüber der englischen Zeitung «The Guardian» erklärte der Konzern, man prüfe intensiv, was gemacht werden könne. «Die Gesamtoptik entspricht nicht den Erwartungen», räumte ein Sprecher ein. «Wir messen uns und unsere Produkte stets an den höchsten Standards, und diese wurden hier nicht erfüllt.»
Gleichzeitig betonte der Sprecher, die Leistungsfähigkeit der Spieler werde durch die Falten nicht beeinträchtigt. Laut eigenen Angaben hat Nike für die Spiele, die im Sommer in Nordamerika unter grosser Hitze stattfinden könnten, die Trikots speziell dafür produziert. Ein spezielles Strickverfahren soll den Fussballern dabei helfen, kühl zu bleiben.
Im Statement gegenüber der Zeitung ist ausserdem die Rede von einem «globalen Team aus erstklassigen Designern, Kreativen und Visionären», die Nike tagtäglich voranbringen. Womöglich wäre es nicht das Verkehrteste, die Mannschaft um einen wertvollen Profi zu ergänzen: Um jemanden, der schön gestaltete Kleidungsstücke Probe trägt, bevor man sie im grossen Stil produziert.
Gelungener PR-Stunt
Auch WM-Co-Gastgeber Kanada wird von Nike ausgerüstet. Es stattete kürzlich italienische Fans mit kanadischen Trikots aus. Wer nach dem Scheitern Italiens in den WM-Playoffs ein Trikot der «Squadra Azzurra» mitbrachte, erhielt im Gegenzug eines der «Ahornblätter». Kanada wird der letzte Vorrundengegner der Schweiz sein.
Hundreds of people lined up for the Italy-for-Canada jersey swap at Cafe Diplomatico in Toronto!
— TSN (@TSN_Sports) April 4, 2026
Canada Soccer didn’t actually collect the jerseys, they just handed out their 2026 kits and posters to fans 🍁@CanadaSoccerEN | @CANMNT_Official pic.twitter.com/Yo6crN2WS9
