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Benficas fieser Trick mit der neuen Abstossregel – dabei hat diese doch so viel Potenzial



Erinnerst du dich an die Einführung der Rückpassregel? Nicht?! Also: 1992 wurde von der FIFA festgelegt, dass ein Torhüter einen Rückpass eines Mitspielers nicht mehr mit den Händen aufnehmen durfte. Weil das neue Regelwerk zunächst ungenau formuliert war, umgingen findige Spieler die Regel, indem sie den Ball ihrem Torhüter aus dem Lauf per Knie zurückspielten. Schliesslich mussten die Regeln entsprechend angepasst werden.

Ähnliches geschieht nun auch bei der neuen Abstossregel, die seit dieser Saison gilt. Der Torhüter muss den Ball nicht mehr aus dem Strafraum spielen und die eigenen Verteidiger dürfen im Gegensatz zu den gegnerischen Stürmern im Stafraum stehen. Benfica nutzte die neue Regel beim 1:0-Sieg gegen die AC Milan für einen cleveren, aber gleichzeitig ziemlich fiesen Trick.

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Der Abstosstrick von Benfica gegen Milan. Video: streamable

Torhüter Odisseas Vlachodimos chipt den Ball bei einem Abstoss in der 30. Minute einem Verteidiger zu, der nur wenige Meter entfernt steht. Während die Milan-Spieler zum Pressing ansetzen, köpft dieser den Ball sofort zu Vlachodimos zurück, der wiederum mit einem langen Abwurf den überraschenden Angriff einleitet.

Gemäss FIFA-Regeln wäre der Trick wohl illegal, denn in Regel zwölf heisst es, dass ...

«... ein Spieler wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen ist, wenn er absichtlich einen Trick nutzt (auch bei einem Freistoss), um den Ball mit dem Kopf, der Brust, dem Knie etc. zum Torhüter zu spielen und so die Zuspielbestimmung zu umgehen, egal ob der Torhüter den Ball mit den Händen berührt oder nicht.»

Der Schiedsrichter liess hier aber Gnade vor Recht walten und könnte hinterher auch auf eine unklare Formulierung der Regel bestehen. Denn welchen Spieler sollte der Unparteiische verwarnen? Ist der Chip von Vlachodimos bereits unsportlich, erst der Kopfball des Benfica-Verteidigers oder gar nur die gesamte Aktion und beide müssten Gelb sehen? Klar ist, dass die FIFA und das regelbestimmende IFAB die neue Abtossregel definitiv genauer formulieren sollten.

Das sagen die Experten:

Inter macht es vor

Dass die neue Abstossregel auch positiv im Sinne der Erfinder interpretiert werden kann, bewies zuletzt Inter Mailand. Im International Champions Cup gegen Juventus Turin (1:1, 3:4 nach Penaltys) zeigten die «Nerazzurri» bei einem Spielzug eindrücklich das Potenzial der neuen Regel.

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Inters Interpretation der neuen Abstossregel. Video: streamable

Vor einem Abstoss presste Juventus extrem hoch, die Inter-Verteidiger spielten sich im Strafraum den Ball zunächst gemächlich zu, bis sie nach aussen passten und der Ball in vier extrem schnellen Direktpässen zu einem aussichtsreichen Gegenstoss führte.

Besonders spielstarke Teams dürften also von der neuen Abstossregel profitieren, indem sie die verteidigende Mannschaft vermehrt ins Pressing locken können, um sie dann blitzschnell auszuhebeln. (pre)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leu84 29.07.2019 22:51
    Highlight Highlight Bis irgendwann der Kopfball misslingt ;)
  • Hosenabe 29.07.2019 22:40
    Highlight Highlight boah voll fies ey...!
    bin gespannt wie sich die neue Regel im den kommenden Matches bemerkbar macht.
  • Biotop 29.07.2019 19:13
    Highlight Highlight Aber klar doch, Zuschauer strömen in die Stadien nur um zu sehen wie clever die Spieler die Regeln umsetzen.
  • teXI 29.07.2019 17:21
    Highlight Highlight Hahaha Benfica ist fies... aber Maradona wurde ein Held xD
  • SD1980 29.07.2019 16:29
    Highlight Highlight Viel gebracht hat es ja nicht, Ball gleich wieder verloren.
  • Anded 29.07.2019 15:25
    Highlight Highlight Ganz klar gelb für den Rückpasser. Die Regel welche Rückpass-Tricks verbietet gibt es schon lange. Sie müsste immer dann zur Anwendung kommen, wenn der Ball extra auf den Kopf gespielt wird für den anschliessenden Rückpass zum Goalie (und es sonst keinen Sinn machen würde auf den Kopf dieses Spielers zu spielen). Also sich selber oder einem nahen Mitspieler den Ball chippen. Oder ein Einwurf auf den Kopf. Auch unnatürliche Kopfspiele wie ein Kopfball während der Ball am Boden liegt müssten davon betroffen sein.
    • Scaros_2 29.07.2019 16:36
      Highlight Highlight Schön hast du die Meinung:

      Ein UEFA-Mitgliedsverband hat nach unseren Informationen beim IFAB nachgefragt, ob diese Spielweise erlaubt ist. Antwort: ja. (af)

      Was du denkst ist derzeit egal da es gemäss IFAB erlaubt ist.
    • MRJ 29.07.2019 16:53
      Highlight Highlight Wenn du einem Mitspieler den Ball so zuspielst, dass dieser den Ball mit dem Kopf dem Torwart spielen kann, stellt das regeltechnisch überhaupt kein Vergehen dar. Ein Vergehen wäre aber, wenn du den Ball selber jonglierst und ihn dann aus dem Jonglieren heraus dem Torwart zuköpfst. Das Regelbuch vom IFAB gibt es jetzt sonst auch als App!
    • Anded 29.07.2019 20:01
      Highlight Highlight Ihr habt recht, ich korrigiere: "Gemäss FIFA Reglement definitiv gelb für den Rückpasser. Ist aber nicht relevant weil IFAB die Rückpassregel anders interpretiert."

      Die Beispiele die ich erwähnt habe sind unbestritten gezielte Umgehungen der Rückpassregel (es gäbe keinen Grund so zu spielen, wenn der Goalie einen Fusspass direkt aufnehmen dürfte). Gemäss FIFA generell unsportlich, gemäss IFAB offenbar erlaubt sofern 2 Spieler dran beteiligt sind...?

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