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Benficas fieser Trick mit der neuen Abstossregel beim Sieg gegen Milan

Benficas fieser Trick mit der neuen Abstossregel – dabei hat diese doch so viel Potenzial

29.07.2019, 15:2429.07.2019, 15:30

Erinnerst du dich an die Einführung der Rückpassregel? Nicht?! Also: 1992 wurde von der FIFA festgelegt, dass ein Torhüter einen Rückpass eines Mitspielers nicht mehr mit den Händen aufnehmen durfte. Weil das neue Regelwerk zunächst ungenau formuliert war, umgingen findige Spieler die Regel, indem sie den Ball ihrem Torhüter aus dem Lauf per Knie zurückspielten. Schliesslich mussten die Regeln entsprechend angepasst werden.

Ähnliches geschieht nun auch bei der neuen Abstossregel, die seit dieser Saison gilt. Der Torhüter muss den Ball nicht mehr aus dem Strafraum spielen und die eigenen Verteidiger dürfen im Gegensatz zu den gegnerischen Stürmern im Stafraum stehen. Benfica nutzte die neue Regel beim 1:0-Sieg gegen die AC Milan für einen cleveren, aber gleichzeitig ziemlich fiesen Trick.

Der Abstosstrick von Benfica gegen Milan.Video: streamable

Torhüter Odisseas Vlachodimos chipt den Ball bei einem Abstoss in der 30. Minute einem Verteidiger zu, der nur wenige Meter entfernt steht. Während die Milan-Spieler zum Pressing ansetzen, köpft dieser den Ball sofort zu Vlachodimos zurück, der wiederum mit einem langen Abwurf den überraschenden Angriff einleitet.

Gemäss FIFA-Regeln wäre der Trick wohl illegal, denn in Regel zwölf heisst es, dass ...

«... ein Spieler wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen ist, wenn er absichtlich einen Trick nutzt (auch bei einem Freistoss), um den Ball mit dem Kopf, der Brust, dem Knie etc. zum Torhüter zu spielen und so die Zuspielbestimmung zu umgehen, egal ob der Torhüter den Ball mit den Händen berührt oder nicht.»

Der Schiedsrichter liess hier aber Gnade vor Recht walten und könnte hinterher auch auf eine unklare Formulierung der Regel bestehen. Denn welchen Spieler sollte der Unparteiische verwarnen? Ist der Chip von Vlachodimos bereits unsportlich, erst der Kopfball des Benfica-Verteidigers oder gar nur die gesamte Aktion und beide müssten Gelb sehen? Klar ist, dass die FIFA und das regelbestimmende IFAB die neue Abtossregel definitiv genauer formulieren sollten.

Inter macht es vor

Dass die neue Abstossregel auch positiv im Sinne der Erfinder interpretiert werden kann, bewies zuletzt Inter Mailand. Im International Champions Cup gegen Juventus Turin (1:1, 3:4 nach Penaltys) zeigten die «Nerazzurri» bei einem Spielzug eindrücklich das Potenzial der neuen Regel.

Inters Interpretation der neuen Abstossregel.Video: streamable

Vor einem Abstoss presste Juventus extrem hoch, die Inter-Verteidiger spielten sich im Strafraum den Ball zunächst gemächlich zu, bis sie nach aussen passten und der Ball in vier extrem schnellen Direktpässen zu einem aussichtsreichen Gegenstoss führte.

Besonders spielstarke Teams dürften also von der neuen Abstossregel profitieren, indem sie die verteidigende Mannschaft vermehrt ins Pressing locken können, um sie dann blitzschnell auszuhebeln. (pre)

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