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WM-Qualifikation, 7. Runde

Gruppe B:

Schweiz – Andorra 3:0 (1:0)
Portugal – Färöer 5:1 (2:1)
Ungarn – Lettland 3:1 (2:1)

Die besten Bilder der Wasserschlacht der Nati gegen Andorra

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Die besten Bilder der Wasserschlacht der Nati gegen Andorra
quelle: keystone / walter bieri
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Lichtsteiner nach der Wasserschlacht: «Es sollte um Fussball gehen, nicht um Business»

Die Schweiz leistet sich in St.Gallen bei strömendem Regen und auf nahezu unbespielbarem Terrain keinen Ausrutscher. Gegen Andorra gewinnt sie auch das siebte Spiel der WM-Qualifikation. Beim 3:0 schiessen Haris Seferovic (2) und Stephan Lichtsteiner die Tore.



» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

Die Schweizer hatten mit einem abermals destruktiven Gegner gerechnet, der sich wie im unangenehmen Hinspiel (2:1) vorzugsweise in der eigenen Zone verschanzen würde. Nicht kalkuliert hatten die Gastgeber aber mutmasslich mit einem Spielverderber, der nicht zu kontrollieren war: Unaufhörlicher Regen flutete das Terrain.

Zu stoppen war die Nummer 1 der Gruppe B aber weder vom Ostschweizer Schlamm noch vom zwar hartnäckigen, aber weitgehend chancenlosen Widersacher aus den Pyrenäen. Einer behielt trotz allgemeinem «Dammbruch» den Überblick: Haris Seferovic, der Stürmer Benficas, der in Lissabon in diesem Sommer zu einer bestechenden Form gefunden hat. Der frühere U17-Weltmeister führte die SFV-Auswahl mit seiner Doublette (43./62.) auf den gewünschten Kurs.

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Das 1:0 von Seferovic. Video: streamable

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Das 2:0 von Seferovic. Video: streamable

«Es war ein schwieriges Spiel mit diesem Platz, dem Regen und diesem Gegner. Die Bälle blieben manchmal einfach stehen. Heute war ich effizient. Ich wusste immer, was ich kann. Das Selbstvertrauen ist da, ich mache derzeit aus wenigen Chancen viele Tore. Bei Benfica habe ich einen Lauf, ich kam mit breiter Brust hierher.»

Haris Seferovic

Der siebte Sieg in Folge in der WM-Kampagne war budgetiert, keine Frage, die Art und Weise hingegen hatte niemand vorhersehen können. Wie die Gruppe von Petkovic mit den naturbedingten Erschwernissen umging, verdient Respekt. Sie liess sich trotz mehrerer Platzreinigungen nicht aus dem Konzept bringen, obschon sie unverschuldet nie auf die gewohnten Passquoten kam und ihre deutliche Überlegenheit nicht dauerhaft ausspielen konnte.

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Das 3:0 von Lichtsteiner. Video: streamable

So unschön der Rahmen für die 13'600 Zuschauer im Stadion war, so willkürlich sich die Verhältnisse für die Beteiligten anfühlten, nach einem mehrstündigen Abend mit diversen Wasserstandsmeldungen stand der sportlich wichtigste Aspekt im Zentrum: Petkovics Ensemble bleibt auf direktem WM-Kurs und lieferte den Nachweis, derzeit jede Challenge zu bestehen.

«Der Entscheid zu spielen, war schwer nachvollziehbar. Man hat nach fünf Minuten gesehen, dass man keinen flachen Pass spielen kann. Wir haben uns der Situation aber schnell angepasst, noch mehr Geduld bewiesen. Das Spiel zu kommentieren, fällt mir schwer. Wir haben viele Chancen erspielt, es hat aber an Effizienz gefehlt.»

Vladimir Petkovic

Angesichts der fürchterlichen Witterung hat die erfahrene Mannschaft den maximalen Ertrag erreicht. Seit Mai 2016 ist sie ungeschlagen, gewinnen kann sie im Prinzip in jeder Besetzung. Nichts deutet derzeit auf einen Einbruch hin, leisten sich die wetterfesten Schweizer auch in Riga keine «unforced errors», genügen in der letzten Tranche gegen Ungarn und in Portugal sogar zwei Remis zum vierten WM-Vorstoss in Folge.

Irreguläre Bedingungen

Bereits Stunden vor dem Kick-off kursierten erste Gerüchte, wegen der schweren Niederschläge würde ernsthaft in Erwägung gezogen, die Partie um 15 Stunden zu verlegen. Der Schiedsrichter befand die Unterlage aber trotz grossflächiger Wasserlachen und trotz Befürchtungen der Protagonisten, wegen der Umstände in Schwierigkeiten zu geraten, als bespielbar.

Die erhebliche Beeinträchtigung des Rasens war primär ein Nachteil der spielerisch veranlagten Schweizer. Dem limitierten Herausforderer kam das miserable Wetter zupass, derweil die im Prinzip irregulären Bedingungen die Aufgabe des Gruppenleaders spürbar erschwerten.

Nach einer frühen Chance Shaqiris verlagerte sich das Geschehen auf tief getränkte Nebenschauplätze. Nach 24 Minuten ordnete der norwegische Schiedsrichter Tore Hansen einen vorzeitigen Unterbruch an. Rasenpfleger und Securitas-Angestellte versuchten, das Regenwasser vom Feld zu fegen. Teilweise kamen sogar Sauggeräte zum Einsatz.

Klartext von Hitz und Lichtsteiner

Kurzum: Die Szenerie passte nicht zu einem für den weiteren Verlauf der Schweizer WM-Kampagne kursweisenden Termin. Ersatzkeeper Marwin Hitz brachte im Pausen-Interview von «SRF» auf den Punkt, was eigentlich jeder sah: «Normalerweise wird das Spiel abgebrochen, wenn der Ball nicht mehr rollt. So kann man nicht mehr Fussball spielen.»

Dem Statement von Hitz hätte beim Stand von 0:0 wohl auch Stephan Lichtsteiner beigepflichtet. Der Captain der SFV-Auswahl forderte die Spielleiter relativ früh mit unmissverständlichen Gesten auf, den witterungsbedingten Zufällen ein Ende zu setzen und die Partie abzubrechen. Auch nach der Partie sagte er unmissverstänlich, was er von dem Spiel in St.Gallen hielt:

«Das Ziel wäre gewesen, etwas Druck zu machen. Aber das war auf diesem Platz unmöglich. Ich habe den Schiedsrichter das eine oder andere Mal danach gefragt, ob er das Spiel verschieben könne. Die Antwort war: 'Morgen regnet es auch'. Wenn man nur auf das Programm schaut, wird es schwer. Aber es sollte um den Fussball gehen, nicht ums Business. Heute wäre es extrem wichtig gewesen, das eine oder andere Tor mehr zu erzielen. Das Team hat den Kampf angenommen und ein gutes Spiel gezeigt.»

Stephan Lichsteiner

Bild

Stephan Lichtsteiner im SRF-Interview. bild: screenshot srf

Angesichts der straffen Reisepläne der involvierten Teams wäre eine Verlegung um einen Tag aber wohl nur im äussersten Notfall beschlossen worden. Die Schweizer heben schon am Tag nach dem ausserplanmässigen Wasserball-Rencontre zum Trip nach Lettland ab. Kurzfristige Umdisponierungen sind in der Regel mit unvorteilhaften Begleitumständen verbunden.

Das Telegramm:

Schweiz - Andorra 3:0 (1:0)
Kybunpark, St. Gallen. - 13'600 Zuschauer. - SR Hansen (NOR)
Tore: 43. Seferovic (Shaqiri) 1:0. 62. Seferovic 2:0. 67. Lichtsteiner (Freuler) 3:0.
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Freuler, Xhaka (65. Zakaria); Shaqiri, Mehmedi (74. Edimilson Fernandes), Zuber (46. Derdiyok); Seferovic.
Andorra: Gomes; Jordi Rubio, Rebés, Ildefons Lima, Llovera, Marc Garcia; Clemente (82. Emili Garcia), Vieira, Alex Martinez (76. Sanchez); Pujol (90. Sergi Moreno), Alaez.
Bemerkungen: Schweiz ohne Embolo (rekonvaleszent) und Drmic (verletzt), Andorra ohne Chus Rubio, Moisés San Nicolas und Vales (alle gesperrt). Verwarnungen: 41. Alaez (Reklamieren). 50. Clemente (Foul). 60. Gomes (Unsportlichkeit). (pre/sda)

Die Tabelle: 

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Blick ins Archiv: So sah der Schweizer Fussball früher aus

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