Hurra, das ganze Land ist da! Färöer-Fans begeistern gegen die Schweiz
Aus dem Fussball kennt man den Schlachtruf: «Hurra, das ganze Dorf ist da!» Er ist – je nachdem von wem er gesungen wird – selbstironisch oder spöttisch gemeint.
An der Handball-EM stellten Zuschauer am Freitagabend fest: «Hurra, das ganze Land ist da!» Nämlich die Färöer-Inseln.
Sagenhafte 6500 Anhängerinnen und Anhänger begleiteten das Team von den Schafsinseln. Das entspricht mehr als zehn Prozent der gesamten Einwohner des Landes. Unter anderem in 26 Charterflügen reisten Handballfans in die norwegische Hauptstadt Oslo, wo sie die Auftaktpartie gegen die Schweiz zu einem gefühlten Heimspiel machten.
Der Schweizer Nationaltrainer Andy Schmid sprach von einem «Stresstest für die ganze Mannschaft vor dieser Kulisse». Sein Team habe nach einem zwischenzeitlichen 13:19-Rückstand Comeback-Qualitäten an den Tag gelegt, «dafür habe ich grossen Respekt».
Am Ende trennten sich die Schweiz und die Färöer-Inseln 28:28, weil den Nordländern drei Sekunden vor der Schlusssirene am starken Goalie Nikola Portner vorbei der Ausgleich gelang. «Natürlich hätte ich lieber zwei Punkte, aber wir nehmen auch den einen», sagte Schmid im SRF-Interview.
Für die Schweiz geht die EM am Sonntag (20.30 Uhr) gegen Slowenien weiter. Dritter Vorrundengegner ist dann am Dienstag Montenegro.
