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Paralympics: Kleine Ohrringe mit klarer Botschaft sorgen für Wirbel

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Oleksandra Kononowa freut sich über Gold im Sprint.Bild: imago-images.de

Kleine Ohrringe mit grosser Botschaft sorgen für Wirbel an den Paralympics

Biathletin Oleksandra Kononowa erhielt an den Paralympics einen Rüffel – wegen ihrer Ohrringe. Mit diesen forderte sie ein Ende des Kriegs in ihrer Heimat Ukraine.
11.03.2026, 11:1711.03.2026, 11:17

Mit Gold im Sprint und Bronze im Einzel sind die Paralympics für Oleksandra Kononowa schon jetzt ein Erfolg. Zudem darf sie am Freitag in der Verfolgung als Sprint-Olympiasiegerin als Erste ins Rennen gehen – der 35-Jährigen winkt dort eine weitere Medaille.

Doch Kononowa sorgte in Tesero, dem Austragungsort der paralympischen Biathlon-Rennen, nicht nur aus sportlicher Sicht für Aufsehen. In die Schlagzeilen brachte sie ihr Schmuck. «Stop War» lautet die Botschaft, die in den ukrainischen Landesfarben Blau und Gelb auf ihrem Ohrring zu lesen ist.

«Nach dem Sprint wurde ich darauf hingewiesen, dass diese Aufschrift auf den den Ohrringen nicht erlaubt ist», sagte Kononowa dem Portal «Suspilne Sport». Das kümmere sie aber nicht gross. «Ich war darauf vorbereitet, dass man mich darauf hinweisen würde. Es ist mein inneres Gefühl, wenn ich patriotische Ohrringe, Kleidung, Uniform und Flagge trage.»

Für sie würden diese Symbole sehr viel bedeuten, führte die Athletin weiter aus. «Das ist es, was mich im Sport inspiriert: mein Land, meine Hymne, meine Flagge. Alles, was damit zu tun hat, ist ein Teil von mir.»

Um auf Nummer sicher zu gehen, trug Kononowa nach ihrem Erfolg im Sprint im folgenden Rennen andere Ohrringe. Andernfalls wäre es ihr womöglich so ergangen wie dem Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewitsch. Ihr Landsmann war an den Olympischen Spielen 2026 vom Wettkampf ausgeschlossen worden, weil er mit einem Helm antreten wollte, auf dem Opfer des Ukraine-Kriegs zu sehen waren. Für das IOC hatte er damit die Neutralitäts-Regeln verletzt.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist ein Thema, das die Paralympics überschattet. Russische Athleten sind unter russischer Flagge und mit russischer Hymne zugelassen, was für viel Kritik und einen teilweisen Boykott der Eröffnungsfeier gesorgt hatte. (ram)

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mondblüemli
11.03.2026 12:03registriert Oktober 2021
Russlandhymne spielen: unpolitisch
Kriegsende fordern: politisch

Da weiss man, wo der Veranstalter steht…
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Hans Jürg
11.03.2026 11:44registriert Januar 2015
Aber die Russen dürfen unter ihrer Landesflagge antreten und wenn sie gewinnen, läuft die russische Hymne.

So lange ist es aber gar noch nicht her, dass 99,9 % der russischen Atlethen systematisch und vom Staat gefördert und gefordert, gedoppt waren. Das war der erste Grund, Russland zu sperren. Würde niemanden verwundern, wenn neue Doppingskandale auftauchen.
Und offenbar ist es den olympischen und paralympischen Funktionären auch egal, dass Russland einen brutalen Krieg führt und Genozid begeht. Hauotsache ist wohl für sie, dass der Rubel in Massen rollt.
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Pummelfee
11.03.2026 11:47registriert Mai 2020
Ach, jetzt empört man sich an Ohrschmuck! Dass bei den Paralympics die russische Fahne auftauchte, ist aber egal!
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