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CAPTION CORRECTION: VORNAME PETER ZAHNER --- ZSC Lions CEO Peter Zahner, rechts, strahlt mit dem Zuercher Stadtrat Daniel Leupi, links,  nach dem Ja des Stimmbuergers der Stadt Zuerich fuer ein neues Eishockeystadion der ZSC Lions im Zuercher Stadthaus am Sonntag, 25. September 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Peter Zahner, der CEO der ZSC Lions. Bild: KEYSTONE

Interview

ZSC-Manager Peter Zahner zur Polemik um das KHL-Gastspiel: «Eine bodenlose Frechheit»

ZSC-Manager Peter Zahner (58) über die Kritik, die ZSC Lions seien über das KHL-Gastspiel missmutig. Er spricht über die Schwierigkeiten, die KHL in der Schweiz zu platzieren, und sagt, wann er frühestens mit der KHL in der Champions Hockey League rechnet.



Peter Zahner, die KHL war in «Ihrer» Stadt, in «Ihrem» Stadion. Was ist nun die KHL für Sie: eine Bereicherung oder eine Bedrohung?
Peter Zahner:
Eine Bereicherung. Wir waren selber gespannt, wie die KHL in Zürich ankommt und haben diese Spiele mit grossem Interesse verfolgt.

Die russischen Gäste hatten ein wenig das Gefühl, nicht ganz so willkommen zu sein. Ist diese Wahrnehmung richtig? Oder eher ein Missverständnis?
Es ist weder das eine noch das andere. Ich empfinde es als bodenlose Frechheit, dass uns unterstellt wird, wir hätten die KHL nicht unterstützt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass uns da um billiger Polemik willen etwas unterstellt wird, und dafür sind Sie als Chronist verantwortlich.

Aber wie war es nun mit der Unterstützung des ganzen KHL-Gastspiels?
Von der KHL sind wir nicht direkt um Unterstützung angefragt worden und haben uns darüber eigentlich gewundert. Die Organisation lief direkt über das Hallenstadion. Aber dort, wo es Berührungspunkte in der Organisation im Hallenstadion gegeben hat, haben wir bei der Durchführung geholfen, wo und wie wir nur konnten.

Und wie war das nun tatsächlich mit den Werbemöglichkeiten?
Wir haben zum Beispiel während allen unseren Heimspielen fünf Mal pro Partie auf der Videowand und dem LED-Ring Werbung ermöglicht. Zudem haben viele unserer Funktionäre Aufgaben während der Spielorganisation übernommen.

Aber Ihre Junioren durften beim Einlaufen nicht dabei sein.
Es war ganz einfach aus terminlichen Gründen und speziell wegen der Kurzfristigkeit – die Anfrage kam 48 Stunden vorher – nicht möglich. Wir können nicht wegen eines Einlaufprozederes Junioren-Meisterschaftsspiele verschieben. Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel für unser Entgegenkommen. Wir haben am letzten Sonntag für die ganze KHL-Delegation Plätze für die Partie gegen Davos zur Verfügung gestellt, obwohl das Spiel ausverkauft war.

Aber Sie hätten sich ja aktiv am Ticketverkauf beteiligen können.
Der Erwerb von, sagen wir mal, 5000 Tickets pro Spiel für Werbegeschenke hätte uns für beide Spiele 500'000 Franken gekostet. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ein Eishockeyunternehmen für 500'000 Franken Weihnachtsgeschenke macht.

Was uns zur Frage bringt: Wie erklären Sie sich die doch recht enttäuschende Zuschauerzahl? Es kamen in beiden Partien bloss etwas mehr 4000 Fans.
Es ist in der Schweiz sehr schwierig, internationales Klubhockey zu verkaufen. Die Zugkraft der KHL ist nicht so gross wie beispielsweise jene der NHL. Es genügt nicht, einfach KHL-Spiele anzukündigen. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, in der Werbung weniger auf die KHL und mehr auf die Namen der Stars zu setzen. Es haben ja mehrere hochkarätige Stars und Olympiasieger gespielt.

Cheerleaders entertain during the KHL World Games 2018 between Dinamo Riga and SKA St. Petersburg at the Hallenstadion in Zurich, Switzerland, on Monday, November 26, 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Auf drei Zuschauer kam im Hallenstadion eine Cheerleaderin. Ungefähr. Bild: KEYSTONE

Sie sind auch Präsident der Champions Hockey League. Sehen Sie die «Westexpansion» der KHL als gefährliche Konkurrenz im Kampf um den beschränkten Hockeymarkt und die TV-Präsenz in Westeuropa?
Grundsätzlich sehe ich das nicht als gefährliche Konkurrenz. Jedes Land hat seine eigene Hockeykultur und eine Expansion in andere Hockey-Kulturen ist extrem schwierig. Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele. Lev Prag hat das Abenteuer KHL bereits wieder abgebrochen. Obwohl die Mannschaft den Playofffinal erreicht hatte. Jokerit Helsinki macht trotz guten Zuschauerzahlen jedes Jahr zehn Millionen Euro Betriebsverlust. Zagreb hat sich schon wieder aus der KHL verabschiedet. Jeder europäische Klub wird sich aufgrund dieser Beispiele eine KHL-Teilnahme zehnmal überlegen.

Nach wie vor beteiligt sich die KHL nicht an der Champions League – wird sich das ändern?
Wir hatten auch diese und letzte Woche gute Gespräche mit der KHL-Spitze und prüfen zukünftige Möglichkeiten.

Rechnen Sie also mit einer baldigen Teilnahme?
Es wäre zu hoffen. Es wäre ein Mehrwert für die KHL und für uns, wenn wir gemeinsam den Superchampion krönen könnten.

Sie sind ausgewichen. Wann könnte eine KHL-Teilnahme möglich sein?
Frühestens ab der Saison 2020/21. Aber bis es soweit ist, braucht es noch einige Gespräche.

Was würde eine KHL-Präsenz im Hallenstadion für die ZSC Lions bedeuten?
Die bereits genannten Beispiele Helsinki, Prag und Zagreb zeigen, wie schwierig eine Umsetzung in Westeuropa wäre. Wir müssen uns also noch nicht ernsthaft mit einer dauerhaften KHL-Präsenz in Zürich oder in der Schweiz auseinandersetzen.

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