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epa04287782 Italian mountaineer Reinhold Messner during a press conference before the unveiling of the monument 'Crown of the Himalayas' in Wladyslawowo, Poland, 28 June 2014. Messner became the first person to climb all of the world's fourteen 'eight-thousanders' (peaks of over 8,000 meters above sea level).  EPA/ADAM WARZAWA POLAND OUT

Reinhold Messner (72) kannte Ueli Steck und bezeichnet ihn als einen der grössten Alpinisten. Bild: EPA/PAP

«Ich frage mich, ob er mehr vorhatte» – Reinhold Messner über den Tod von Ueli Steck

Abenteurer-Legende Reinhold Messner würdigt Ueli Steck und fragt sich, ob er eine andere Tour plante, als bisher bekannt war.

daniel weissenbrunner / Aargauer Zeitung



Herr Messner, was bedeutet der Tod von Ueli Steck für die Bergsteigerkreise?
Reinhold Messner: Das ist eine ganz tragische Geschichte, weil Ueli Steck in den letzten 15 Jahren einer der führenden Alpinisten weltweit war. Die Menge seiner Besteigungen in den Alpen und im Himalaya ist ohne Vergleich. Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass er jetzt noch verunglückt, weil er so erfahren war und genau wusste, was er tat.

Welchen Platz wird Ueli Steck in den Geschichtsbüchern des Alpinismus finden?
Er wird als der Bergsteiger in Erinnerung bleiben, der die Eigernordwand in unglaublich kurzer Zeit durchstiegen hat. Aber auch als ein kreativer und traditioneller Bergsteiger, der in die Zukunft klettern wollte. Was er jetzt am Everest plante ist – so meine Vermutung – nicht genau präsentiert worden. Ich bin im Zweifel und frage mich, ob er mehr vorhatte, als er bekannt gab.

Was meinen Sie damit?
Der Aufstieg auf den Nuptse am Sonntag zeigt, dass er ein grosses Übersteigungsziel hatte, vielleicht mehr, als wir wissen. Ich kann mir vorstellen, dass er den Nuptse, den Lhotse und den Everest durchsteigen wollte. In Alpinkreisen nennt sich diese Route das Hufeisen. Leider können wir ihn nicht mehr fragen.

Zur Person

Reinhold Messner gilt als bedeutendster Abenteurer unserer Zeit. Der 72-Jährige war als erster Mensch ohne Sauerstoffmaske auf dem Mount Everest und hat alle 14 Achttausender bestiegen. Er durchquerte Grönland und die Antarktis. Der Südtiroler hat über 50 Bücher geschrieben und mehrere Museen eröffnet.

Es heisst, der Nuptse sei ein vergleichsweise einfacher Berg. Umso unbegreiflicher, dass Steck hier abstürzte. Wie schwierig ist die Besteigung des 7861 Meter hohen Gipfels tatsächlich?
Ich bin selber nie auf den Nuptse gestiegen, aber ich kenne die Route und die Stelle, wo Steck weggegangen ist. Er wollte durch die Nordwand auf den Gipfel steigen. Eine schwierige Wand.

Ueli Steck galt als Vorreiter einer Bergsteigergeneration, in der nicht nur die Schwierigkeit, sondern auch das Tempo massgebend war. Dafür erntete er oft Kritik.
Die geäusserte Kritik betraf weniger das Speedclimbing. Das Skyrunning wie es auch genannt wird, war für ihn die Basis, um so ein Projekt der Überschreitung wie des Lhotses und des Everests überhaupt machen zu können. Es ist etwas anderes, wenn einer die Eigennordwand zehn Minuten schneller oder langsamer hochklettert. Das ist mir persönlich nicht besonders wichtig und nicht das Kriterium. Wenn aber einer zwei Achttausender in dieser Höhe besteigen will, dann geht das nur, wenn er extrem schnell ist. Die Logistik ist darauf ausgerichtet. Für mich ist das in Ordnung, dass einer seine Geschwindigkeit nutzt, um Sachen zu machen, die vorher unmöglich waren.

Trotzdem gab es immer wieder Vorwürfe, dass Steck mit seiner Vorgehensweise die Berge entmystifiziert oder gar banalisiert hat.
Nein, das stimmt nicht. Die Berge wurden banalisiert mit dem Beginn des Alpinismus. Jahrtausende lang hat der Mensch die Berge als eine mythologische Dimension gesehen. Nicht antastbar. Im Himalaya ist das zum Teil heute noch so. Erst seit der Französischen Revolution, seit der Aufklärung, steigen wir auf die Berge und nehmen sie als Möglichkeit wahr, darauf rumzuklettern. Ueli Stecks Verdienst ist, dass er vieles, was bisher unmöglich schien, möglich gemacht hat. Die Hauptkritik an ihm hatte weniger mit seinem Stil zu tun als den Zweifeln an seiner Annapurna-Besteigung 2013.

Gab es zwischen Ihnen und Ueli Steck Berührungspunkte, was den Alpinismus betrifft?
Wir haben uns mehrmals getroffen und einmal ein langes Interview geführt. Ueli verkörperte eine andere Generation. Es wäre auch falsch, Anderl Heckmair, der die Eigernordwand 1938 als Erster durchstieg, mit mir zu messen. Stecks Geschwindigkeit war in meiner Zeit nicht denkbar. Ich sage nicht nur nicht möglich, sondern nicht denkbar, weil die Geräte nicht vorhanden waren und das perfekte Training nicht gemacht wurde. Es wäre daher nicht richtig, uns zu vergleichen. Was man kann, ist die Philosophie teilen. Die nächste Generation wird nochmals andere Möglichkeiten haben. Der Alpinismus wird nicht dort stehen bleiben, wo ihn Ueli Steck berührt hat.

Von Ihnen stammt der Satz: «Das Bergsteigen ist völlig nutzlos, aber nicht sinnlos.» Wenn man am Ende wie Ueli Steck sein Leben lässt, dann ist es doch sinnlos?
Das Bergsteigen kann gar nicht sinnlos sein, weil wir den Sinn in das Hier und Jetzt hineinlegen. Den Sinn geben ja wir. Die Nützlichkeit ist eine Frage der allgemeinen Betrachtung. Für die Gesellschaft war es nicht nützlich, als Ueli Steck in zweieinhalb Stunden durch die Eigernordwand kletterte. Aber die Sinnstiftung ist seine Angelegenheit. Wenn Steck nicht in der Lage gewesen wäre, seinem Tun, genauso wie er es gemacht hat, einen Sinn einzuhauchen, dann hätte er es nicht getan. Aber selbstverständlich, wenn jemand mit 40 Jahren umkommt, dann ist das tragisch.

Was bedeutet Stecks Tod für die Angehörigen?
Was wir Alpinisten unseren Frauen, Müttern und Kindern antun, ist nicht zu rechtfertigen. Leider gehört das Sterben unter Umständen dazu. Jeder der eine ähnliche Biografie wie Ueli Steck hat, hatte in seinem Leben ein paar Mal Glück. Es ist nicht nur Können, dass ich meine Projekte und Expeditionen überlebt habe. Leider sind mehr als die Hälfte der absoluten Spitzenbergsteiger bei der Ausübung ihrer Leidenschaft ums Leben gekommen. Wer hätte gedacht, dass es Ueli Steck mit 40 Jahren erwischen würde, bei diesem Können.

Ueli Steck – sein Alpinisten-Leben in Bildern

Was geht Ihnen nach der Nachricht durch den Kopf? Sind Sie froh, den eigenen Ausstieg vom Spitzenalpinismus rechtzeitig geschafft zu haben?
Ich hatte insofern Glück, als ich in meinem Leben immer wieder gezwungen war umzustellen. Mein gedanklicher und philosophischer Grundsatz lautet: Das Können ist des Dürfens Mass. Man muss erkennen, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr so geschickt ist und nicht mehr die gleiche Schnellkraft besitzt wie mit 25. Ich habe in diesem Alter meine Zehen verloren und konnte ab dann nicht mehr so gut klettern wie zuvor. Daraus ist das Höhenbergsteigen entstanden. Ich befinde mich nun, wie ich es nenne, in der siebten Lebensphase. In dieser habe ich in den letzten fünfzehn Jahren mein Museumsprojekt auf die Beine gestellt, wo im Übrigen auch Ueli Steck darin vorkommt. Er ist dort unter den zehn Alpinisten aufgeführt, die sozusagen die Zukunft des Alpinismus repräsentieren. Zwei von diesen Bergsteigern sind jetzt tot. Im Museum befindet sich ausserdem eine Kapelle, in der ich die grossen Bergsteiger der letzten 150 Jahre darstelle, die verunfallt sind.

Wird Ueli Stecks Tod in der Bergsteigerszene etwas verändern, eine Grundsatzdebatte auslösen, oder wird die Entwicklung des Unmöglichen in gleichem Tempo fortschreiten?
Die Entwicklung geht natürlich weiter. Sie hat sich immer nur nach einer Prämisse gerichtet: möglich oder unmöglich. Die Spitzenbergersteiger haben alle versucht, das Unmögliche, das in ihrer Zeit definiert war, möglich zu machen. Hätte Ueli Steck die erwähnte Hufeisen-Route geschafft, wäre das eine neue Dimension gewesen. Es bleibt jetzt leider unmöglich, weil er nicht mehr lebt. Dass es eine Diskussion geben wird, ist unvermeidbar. Wenn die Leute jetzt sagen, dass Bergsteigen sinnlos ist, haben sie nichts verstanden.

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45
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    Alle Leser-Kommentare
  • Nick Name 03.05.2017 09:08
    Highlight Highlight Ui, all die Missgunst in diesen Kommentaren. Ist wohl schlicht untrennbar verbunden mit aussergewöhnlichen Personen...

    Man mag Messner einiges vorhalten. Er wirkt aber ehrlich, und bedenkenswert ist ebenfalls manches.
    Bezüglich Sinn und Nutzen würde ich noch weiter gehen als er. Dass Bergsteigen zumindest für die Bergsteigenden Sinn macht, ist klar. M.E. ergibt sich daraus auch ein gesellschaftlicher Nutzen: Wer Sinn sieht in seinem eigenen Tun, ist zufrieden(er). Wer zufrieden(er) ist, wirkt in der Gesellschaft grundsätzlich konstruktiver als nörgelnd.
    :-)
    6 0 Melden
  • Ramon Sepin 02.05.2017 12:32
    Highlight Highlight Der Berg holt uns alle
    19 10 Melden
  • Gubbe 02.05.2017 10:05
    Highlight Highlight Herr Messner stellt sich wieder mal in das Licht. Dies im Schatten des Todes von Herrn Steck. Natürlich macht er unbeabsichtigt Reklame für sein Buch. Wo hat er nur diese haarige Kappe her, eventuell von seinem entdeckten Fabelwesen Yeti geklaut? Seine Antworten sind Mutmassungen, die sich jeder stellen kann.
    23 140 Melden
    • Saraina 02.05.2017 17:05
      Highlight Highlight Neid
      28 7 Melden
    • Gubbe 03.05.2017 09:38
      Highlight Highlight @Saraina: Auf was ?
      2 0 Melden
    • Saraina 03.05.2017 11:38
      Highlight Highlight Sein Erfolg, seine Bücher, den Umstand, dass andere Leute ihn effektiv im Licht sehen wollen, weil er ein interessanter Mensch ist, der auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken kann.
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fischra 02.05.2017 09:46
    Highlight Highlight Für mich war Ueli Steck der perfekte Bergsteiger. Er verkörperte das perfekte Einmannteam am Berg. Ich denke dass leider auvh hier letztlich die Routine zur tödlichen Gefahr wurde. Wie kann sonst sowas passiert sein. Schade. Und ich bin sicher das kein Bergsteiger den Tod in kauf nimmt. Eher denkt jeder dass er die Situation im Griff hat. Dem ist aber nur bedingt so. Ruhe in Frieden du toller Sportler. http://A
    75 12 Melden
  • Gelegentlicher Kommentar 02.05.2017 08:09
    Highlight Highlight Umfasst der Begriff "Alpinismus" auch Bergsteigen ausserhalb der Alpen? Artikel hat mich verunsichert.
    43 9 Melden
    • manhunt 02.05.2017 09:26
      Highlight Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/Alpinismus?wprov=sfsi1
      ich vermute, der begriff entstand dadurch, dass das die entstehung des heutigen bergsteigens vor allem in den alpen stattgefunden hat.
      46 1 Melden
    • Martiis 02.05.2017 12:56
      Highlight Highlight Der Alpinstil ist eine Variante des Höhenbergsteigens, bei der die gesamte Besteigung „wie in den Alpen“ durchgeführt wird. Das bedeutet, dass auch höchste Berge bis hin zu den Achttausendern als kleine Seilschaft, ohne Fremdhilfe, ohne vorher präparierte Route und in einem Zug vom Basislager zum Gipfel und zurück bestiegen werden.(...) Man verzichtet vollständig auf Flaschesauerstoff. (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alpinstil)
      18 1 Melden
  • pamayer 02.05.2017 07:30
    Highlight Highlight "Was wir Alpinisten unseren Frauen, Müttern und Kindern antun, ist nicht zu rechtfertigen. Leider gehört das Sterben unter Umständen dazu."

    Sehr ehrlich.
    139 4 Melden
  • Schneider Alex 02.05.2017 07:17
    Highlight Highlight Bergsteiger sind für mich verantwortungslose Hasardeure!
    18 178 Melden
    • Predator1997 02.05.2017 10:59
      Highlight Highlight Immernoch? Willst du das jetzt unter jeden Text schreiben der etwas mit dem Alpinismus zu tun hat?
      60 6 Melden
    • Kalan 02.05.2017 12:11
      Highlight Highlight Und wieso jetzt? Sie gefährden nur sich selbst. Und das ist ihr gutes Recht. Ueli hatte zum Beispiel bewusst keine Kinder und seine Frau ist erwachsen und wusste, wen sie liebt.
      Und wieso soll man sein eigenes Leben nicht aufs Spiel setzen dürfen? Der Wert des Lebens liegt doch in seiner Qualität, nicht in seiner rein zeitlichen Länge!
      Wenn jemand mit Erfahrung von Steck Risiken eingeht, kann er sie sehr genau einschätzen. Können Sie sich vorstellen, wie viel Glücksgefühl in der anderen Waagschale liegen muss, dass er es trotzdem tut?
      Wenn das nicht der Sinn des Lebens ist, was dann?
      65 5 Melden
    • Schneider Alex 03.05.2017 07:00
      Highlight Highlight Wir leben heute aber offenbar in einer Welt voll von Zynikern. Wer denkt an die Eltern und Bekannten von solchen Hasardeuren? Auch eine spezielle Versicherung dürfte nicht viel nützen. Gewisse Menschen muss man vor sich selber schützen wie kleine Kinder. Aber ich stelle ernüchtert fest: Fürsorglichkeit und christliches Gedankengut verabschieden sich langsam aus unserer Gesellschaft.
      3 13 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 02.05.2017 06:56
    Highlight Highlight Messner hat begriffen, wie die Medien funktionieren.
    48 15 Melden
  • User03 02.05.2017 06:47
    Highlight Highlight Ueli Steck ist so gestorben wie er es wohl auch in kauf nahm.
    Extremsport bleit Extremsport.
    Er wird aber sicherlich nicht in Vergessenheit geraten, dieser verrückte Hund. 😊
    Möge er in Frieden ruhen
    113 3 Melden
  • Spooky 02.05.2017 05:57
    Highlight Highlight Ich schlage mal vor, dass wir diese Typen runterholen von ihren hohen Bergen, und absolut keinen Respekt bezollen vor Messner, Ueli und Co.

    Egomanen, das ist okay. Aber wieso sollten wir vor denen irgendeinen Respekt haben?
    20 166 Melden
    • Matthias Calvin Trüb 02.05.2017 09:29
      Highlight Highlight Spooky du armer Kerl. Hast denn du gar keine Freude im Leben?
      Seine Lebenspartnerin wusst genau was er tut und worauf sie sich einlässt. Warum sollen wir nicht Respekt vor Leistungen haben, welche due Mehrheit der Menschen nie zu leisten im Stande ist?
      RIP Ueli Steck!
      79 7 Melden
    • Toerpe Zwerg 02.05.2017 13:16
      Highlight Highlight Die eigene Mittelmässigkeit ist manchmal schwer zu ertragen ...
      47 4 Melden
    • Lami23 02.05.2017 13:56
      Highlight Highlight Darum gibt es ja de Unterschied zwischen Respekt und Anbeten.
      17 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 02.05.2017 05:50
    Highlight Highlight Ich behaupte mal, diese Bergsteigerkreise nehmen ihren Mund ein Bisschen zu voll. Und ich behaupte mal, ich weiss, wovon ich rede.
    12 129 Melden
    • MaxHeiri 02.05.2017 09:29
      Highlight Highlight Tell me about it :)
      39 4 Melden
    • User03 02.05.2017 09:53
      Highlight Highlight Ich behaupte mal, dass du relativ viel behauptest.
      97 5 Melden
    • Fly Baby 02.05.2017 10:03
      Highlight Highlight Wovon denn?
      35 3 Melden
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