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Olympia 2026: RTS-Kommentar über Israel-Athleten sorgt für Kontroverse

epa12745769 Adam Edelman and Menachem Chen of Israel in action during the 2-Man of the Bobsleigh competitions at the Milano Cortina 2026 Winter Olympic Games, in Cortina d'Ampezzo, Italy, 16 Febr ...
Die Aussagen wurden live während der Fahrt des israelischen Bob-Teams am Montag, 16. Februar, gemacht.Keystone

RTS-Kommentar über israelischen Sportler sorgt für Aufregung – der Sender reagiert

Eine Szene der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina geht derzeit in den sozialen Netzwerken viral. Auslöser sind die Aussagen eines Sportkommentators der RTS, die er live während der Fahrt des israelischen Bob-Duos machte.
17.02.2026, 16:3917.02.2026, 16:39

In dem auf X verbreiteten Ausschnitt spricht der RTS-Journalist Stefan Renna über den Piloten Adam Edelman und mehrere politische Stellungnahmen, die dem Athleten in den sozialen Netzwerken zugeschrieben werden.

«Adam Edelman, erste Teilnahme an den Olympischen Spielen, der sich selbst als ‚zionistisch bis ins Mark‘ bezeichnet – ich zitiere – und der mehrere Nachrichten in den sozialen Netzwerken veröffentlicht hat, die den Genozid in Gaza unterstützen.»
Stefan Renna, Journalist bei der RTS
«Ich erinnere Sie daran, dass ‚Völkermord‘ der Begriff ist, der von der UN-Untersuchungskommission für die Region verwendet wird. Adam Edelman hat unter anderem gesagt, dass die israelische Militäroperation, und auch hier zitiere ich, ‚der moralisch gerechtfertigste Krieg in der Geschichte‘ sei.»
Stefan Renna, Journalist bei der RTS

Der Sportkommentator hinterfragt insbesondere die Kohärenz seiner Teilnahme an den Spielen, indem er daran erinnert, dass das Internationale Olympische Komitee einige russische Athleten ausgeschlossen hatte, die öffentlich ihre Unterstützung für den Krieg in der Ukraine bekundet hatten, während gleichzeitig politische Botschaften auf den Wettkampfstätten sanktioniert wurden.

Der Kommentar, der live im Fernsehen während der Fahrt des israelischen Bob-Teams am Montag, dem 16. Februar, übertragen wurde, stellt auch andere Kontroversen in den Kontext, die während dieser Spiele aufgetreten sind, insbesondere die Disqualifikation eines ukrainischen Athleten aufgrund einer politischen Botschaft auf seinem Helm.

Sehr schnell wurde die Szene in den sozialen Netzwerken geteilt und löste zahlreiche Reaktionen aus, zwischen Unterstützung für den Journalisten und Kritiken, die eine als unangemessen empfundene Behandlung während der Sportübertragung anprangerten.

Der Beitrag mit dem Kommentar ist nicht mehr verfügbar, RTS verteidigte Renna aber. «Unser Journalist wollte die Politik des IOC bezüglich der Äusserungen des betroffenen Athleten hinterfragen», teilte der Sender gemäss 20 Minuten mit und fügte an: «Allerdings ist eine solche Information, obwohl sachlich richtig, aufgrund ihrer Länge für einen Sportkommentar ungeeignet.»

Das IOC teilte mit, sich nicht einmischen zu wollen. «Was konkrete Äusserungen eines Kommentators angeht, so müssen Sie sich an den Sender wenden», so Sprecher Mark Adams, «Es geht bei Olympia darum, Menschen zusammenzubringen – unabhängig davon, was in der Welt passiert.»

Edelman selbst sprach bei X von einer «Schmährede». Der 34-jährige amerikanisch-israelische Athlet könne den Worten des Kommentators «keinerlei Glaubwürdigkeit» schenken. Israel tritt erstmals in der Geschichte des Landes im Bob bei den Olympischen Winterspielen an. (nih/max)

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quelle: keystone / anna szilagyi
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105 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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GRoA -Gruppe Russland ohne Armee
17.02.2026 17:34registriert März 2022
Der Kommentator hat nichts gesagt was nicht stimmt sondern einfach nur ein paar Fakten genannt.
so einen Bobfahrer lässt man da mitmachen aber der Ukrainer mit dem Helm wurde natürlich ausgeschlossen.
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Rethinking
17.02.2026 18:29registriert Oktober 2018
Er kommunizierte schlicht Fakten, wo ist das Problem?
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rönsger
17.02.2026 18:55registriert Dezember 2014
Journalismus heisst: Fakten benennen und einordnen, egal, ob es sich um Sport, Volksmusik oder Politik handelt. Im September 25 kam die Kommission des UN-Menschenrechtsrats (dem weder Israel noch die USA angehören wollen) zum Schluss, dass Israel in Gaza einen Völkermord (Genozid) betreibt. Ein Journalist weist nun während der Fahrt eines israelischen Bobfahrers darauf hin, dass dieser Herr belegbar (da er sich auf Originalzitate stützt) den Genozid seines Landes begrüsst und unterstützt. Ich finde: Saubere, journalistische Arbeit, die leider von Sportjournis viel zu wenig gepflegt wird.
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