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Serbia's Novak Djokovic reacts during a tennis doubles match with Jelena Jankovic against Serbia's Nenad Zimonjic and Olga Danilovic at charity tournament Adria Tour, in Belgrade, Serbia, Friday, June 12, 2020. Serbian tennis player Novak Djokovic set up a series of tennis tournaments in the Balkan region while the sport is suspended amid the coronavirus pandemic. (AP Photo/Darko Vojinovic)

Zog mit der Adria-Tour sein Ding durch: Novak Djokovic. Bild: keystone

Kommentar

Djokovic zeigt dem Rest der Welt den Mittelfinger und ist ein Gesundheitsrisiko

Die von Novak Djokovic initiierte Adria-Tour hat vier positive Coronafälle zur Folge. Über 100 Menschen, darunter viel Kinder, wurden in Quarantäne versetzt. Weil sich Djokovic nicht wie ein Vorbild verhielt.

Simon Häring / CH Media



Während Novak Djokovic und seine Kollegen halbnackt und völlig enthemmt durch Belgrad tanzen, dröhnt durch die Lautsprecher das Lied, das die Ignoranz der Elitesportler in einer Zeile kondensiert: «A Little Party Never Killed Nobody» – eine kleine Party hat noch nie jemanden getötet.

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Fergie: A Little Party Never Killed Nobody. Video: YouTube/FergieVEVO

Eine Woche später ist zwar niemand, der an der von Djokovic initiierten Adria-Tour teilnahm, tot, dafür haben sich vier Personen mit dem Coronavirus infiziert, und sind in andere Länder Europas gereist. Über 100 Menschen sind in Quarantäne.

Seine Absichten sind unbestritten gute. Novak Djokovic, Kind des Balkans, wollte der Heimat mit der Adria-Tour unbeschwerte Momente schenken. Die epidemiologischen Empfehlungen seien befolgt worden, heisst es.

Doch es gibt zwei Ebenen: die gesetzlich, nach der Djokovic vielleicht richtig gehandelt hat. Aber auch die moralische. Die Adria-Tour ist eine Veranstaltung, die während einer globalen Gesundheitskrise, nicht nötig gewesen wäre. Djokovic zeigt mit ihr dem Rest der Welt den Mittelfinger.

Für ein Virus ist ein Tennis-Spieler der ideale Wirt. Es sind junge, gesunde Menschen mit hohem Mobilitätsgrad. Grigor Dimitrov weilte in den letzten zwei Wochen in vier Ländern, reiste von Florida nach Serbien, weiter nach Kroatien, danach nach Monte Carlo, wo er einen Test machen liess.

Spectators watch a tennis match during an exhibition tournament in Zadar, Croatia, Sunday, June 21, 2020. Tennis player Grigor Dimitrov says he has tested positive for COVID-19 and his announcement led to the cancellation of an exhibition event in Croatia where Novak Djokovic was scheduled to play on Sunday. (AP Photo/Zvonko Kucelin)

Tausende Zuschauer strömten im kroatischen Zadar ins Stadion. Bild: keystone

Er ist der 100. Coronafall im Fürstentum, aber der erste seit drei Wochen. Das Verhalten der Sportelite ist verantwortungslos. Mehr noch: ein Risiko für die Weltgesundheit. Eine Party, die für andere tödlich enden könnte. Djokovic, Dimitrov, Thiem, Zverev und Konsorten verhielten sich nicht wie Vorbilder, sondern wie betrunkene Autofahrer, die andere gefährden.

Dass Djokovic erst sagte, er lasse sich nicht testen, weil er keine Symptome habe, zeigt vor allem eines: Djokovic hat gar nichts verstanden. Jüngst sagte sein Vater Srdjan, Roger Federer solle doch Ski fahren und sich um seine Kinder kümmern, statt Tennis zu spielen. Vielleicht würde es nicht schaden, wenn Srdjan Djokovic seinen Sohn ins Gebet nehmen würde.

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17 Menschen, bei denen in Quarantäne alles schiefläuft

Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Clank 23.06.2020 11:49
    Highlight Highlight Jetzt übertreibt mal nicht. Vor einer Woche ging noch die halbe Welt in Massen demonstrieren und da gab es seitens Watson keine einzige Kritik oder sonst epidemiologische Bedenken.
    Aber jetzt wegen einem Turnier und 4 Infizierte, soll er als Sündenbock hinhalten.
    Absurd! Gesetzlich gesehen, hat er sich an alle Regeln gehalten. Moralisch gesehen, war der Turnier auch für gute Zwecke gedacht. Der Erlös kommt humanitären Einrichtungen zugute. Von wegen "Mittelfinger zeigen". Im Gegenteil zu ertragslosen BLM-, Frauen- und Klimademos, kamen dadurch Freude und Spenden zusammen.
    • gintonic 23.06.2020 12:49
      Highlight Highlight Ich glaube viele haben sich durchaus kritisch mit den Demonstrationen auseinandergesetzte. (in Bezug auf das Corona Virus)
      Fakt ist, Djokovic hat eine Vorbildfunktion, welcher er hier nicht gerecht wurde. Ich persönlich denke, das Risiko, dass die Veranstaltung zu einem Infektionsherd wird steht über der Tatsache, dass Spenden gesammelt wurden.
  • Nexa Zver 23.06.2020 11:04
    Highlight Highlight Laut Kroatischen Medienberichten gibt es Infos das Grigor Dimitrov anscheinend wusste das er Corona hat und trotzdem weiter an der Adria Tour spielte... An das Turnier ist direkt aus den USA eingereist. Die USA sind zur Zeit mit über 2 Mio. Ansteckungen die NR. 1 der Welt. In Kroatien wollte er sich nicht auf das Virus testen lassen, sondern erst in Monaco als er wieder zu Hause war ... Sehr wahrscheinlich ist er der Auslöser der Ansteckungen... warten wirs mal ab, was noch so für Infos durchsickern...
  • raph124 23.06.2020 11:01
    Highlight Highlight Der beste Tennisspieler aller Zeiten zu sein schützt offenbar nicht vor Dummheit.
    • Staedy 23.06.2020 13:29
      Highlight Highlight Was hat Roger Federer mit dieser Sache zu tun?
    • raph124 23.06.2020 14:03
      Highlight Highlight Objektiv betrachtet ist Djokovic nunmal der beste, dass er vielen unsympathisch ist ändert daran nichts.
  • Joe Smith 23.06.2020 10:54
    Highlight Highlight Für mich ist nicht Đoković das Problem. Wieso sollte ein Profisportler etwas von Epidemologie verstehen? Das Problem sind die Politiker, die diese Veranstaltungen zugelassen haben. Es wäre DEREN Aufgabe gewesen, hier einzuschreiten. Aber welcher Politiker traut sich, sich mit einem Sporthelden anzulegen?
    • En chliine Schuss Anarchie 23.06.2020 13:46
      Highlight Highlight Auch Politiker*innen sind keine Epidemolog*innen. Im Gegensatz zu Djokovic scheinen aber immerhin einige von ihnen das Richtige zu tun und bei den Profis nachzufragen, bevor sie Entscheidungen fällen. Novak Djokovic hätte auch andere Möglichkeiten gehabt, sich für den Balkan einzusetzen, er hat sich aber für eine der blödsten entschieden.
  • Nick nolte 23.06.2020 10:22
    Highlight Highlight Er war den anderen offensichtlich eine Nasenlänge voraus. Schade, jetzt hat Kroatien den Schaden...
  • SF_49ers 23.06.2020 09:45
    Highlight Highlight Aber sich dann wundern wieso das publikum ihn nicht mag. Darum ist federer auch der beliebtere spieler!
  • lilie 23.06.2020 09:27
    Highlight Highlight Das war jetzt mal so richtig ein Eigengoal.

    Dabei hätte es womöglich sogar ein Erfolg werden können - wenn man denn alle Massnahmen strikt vorgelebt und umgesettt hätte.

    Alle Bilder, von Spieler bis Publikum, lassen leider etwas anderes vermuten.

    Tja. Säber tschuld (blöd, sowas zu sagen, leider triffts hier aber ziemlich ins Schwarze).
  • Ana64 23.06.2020 08:53
    Highlight Highlight Habe gelesen dass über 80% der Fussbäller vom Roten Stern sind Corona positiv
    • Stefan Morgenthaler-Müller 23.06.2020 09:57
      Highlight Highlight Sie meinten 80% der Fussballer von Roter Stern Belgrad sind negativ auf Convid19 getestet worden, bzw. 5 waren positiv und eine Mannschaft besteht nicht aus 6 Spielern, wie jeder Fussballfan weiss.
    • Miracoolix 23.06.2020 11:33
      Highlight Highlight Spielt Djokovic also bei Roter Stern?
    • Staedy 23.06.2020 13:31
      Highlight Highlight 80% der Spieler oder der Bälle waren infiziert?
  • uhl 23.06.2020 08:46
    Highlight Highlight Er tut das alles nur der Aufmerksamkeit wegen, weil er nicht so sehr von den Fans geliebt wird wie andere, vor allem Rafa und Federer. Das zerreisst ihn innerlich. Aber Rafa, der unermüdliche Kämpfer auf und der scheue Bursche neben dem Platz mit den Selbstzweifeln, wie auch Federer, der elegante und wortgewandte, haben sich nie verstellt. Sie sind einfach so. Das macht sie sympathisch. Djokovic mit seinen ausgedachten Tanzeinlagen, Herzchoreo etc. ist einfach gekünstelt. Und jetzt, wo die Welt einmal nicht auf die Tennisprofis schaut, kommt seine wahre Persönlichkeit zum Ausdruck.
    • Dr. Unwichtig 23.06.2020 09:15
      Highlight Highlight Die Persönlichkeit eines Sportlers sieht man eben auch daran, wie er den Sport ausübt. Natürlich ist Federer ein unermüdlicher Athlet - aber ohne die talentgegebene Leichtigkeit, mit der er seinen Sport ausüben kann, wäre er kaum so erfolgreich.

      Wäre er nicht Tennisspieler, wäre er vielleicht Kunstmaler.

      Nadal ist ein Kämpfer, der den Schmerz braucht, um sich wirklich lebendig zu fühlen. Deshalb auch sein zurückhaltendes Wesen neben dem Platz.

      Wäre er nicht Tennisspieler, wäre er vermutlich Spitzensportler in einer anderen Sportart (früher wäre er Gladiator gewesen...).
    • Dr. Unwichtig 23.06.2020 09:19
      Highlight Highlight Djokovic ist einzig vom Erfolg getrieben, ja zerfressen. Er ordnet diesem alles unter, sogar seine Gesundheit.

      Wäre er nicht Tennisspieler, wäre er vermutlich Investmentbanker.

      Nadal beneidet Federer um sein Talent - kann aber gut damit leben. Federer beneidet Nadal um sein Kämpferherz - kann aber gut damit leben. Djokovic beneidet Federer und Nadal um die Zuneigung der Massen um ihrer selbst willen - und kann offensichtlich NICHT gut damit leben.

      So - ich habe geschlossen....
    • wasps 23.06.2020 09:32
      Highlight Highlight Quatsch. Warum sollen Federer und Nadal heiliger sein? Der eine lässt sich von den Saudis für Showzwecken bezahlen, während die zivilisierte Welt dieseS Mittelalterregime ächtet. Und der andere tourt durch Südamerika und kassiert eine Million pro Match. Und die Leute vor Ort gehen zu Hunderttausenden auf die Strassen, weil sich nichts zu essen haben!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 23.06.2020 08:11
    Highlight Highlight Naja, ein Sympathieträger war er noch nie. Aber dass er auch "dumm" ist, hätte ich jetzt nicht gedacht.
    • ursus3000 23.06.2020 08:48
      Highlight Highlight Doch das hat sich ziemlich klar abgezeichnet ( Guru ) usw
  • Scaros_2 23.06.2020 07:39
    Highlight Highlight Und Novak sein Vater meint zu Federer er soll besser seine Kinder erziehen. Da hat aber jemand selbst total versagt.
  • DerLauch 23.06.2020 07:35
    Highlight Highlight Diese Geschichte zeigt eindrücklich wiso er nie der Grösste aller Zeiten wir. Er kann noch so viel gewinnen. An Roger und Rafa kommt er nie vorbei. Sportlich mag er auf Augenhöhe sein. Aber als Mensch fehlt dem Djoker so einiges!
    • UncleHuwi 23.06.2020 07:52
      Highlight Highlight Das kann man so unterschreiben👍
  • Janis Joplin 23.06.2020 07:34
    Highlight Highlight Nur weiter so Novak, wie Federer wirst du nie, egal wie oft du ihn besiegst...
  • Lacando 23.06.2020 07:27
    Highlight Highlight Djokovic hat einen extrem schlechten Berater in seinem Vater, und sein restliches Umfeld ist auch nicht besser. Wenn er sich nicht nach einem besseren Umfeld orientiert wird er nach seiner Karriere ziemlich sicher so enden wie Bobele und nach ein paar Jahren Sozialhilfeempfänger sein.
  • Kong 23.06.2020 07:23
    Highlight Highlight Die Bürde ein Vorbild sein zu müssen... guter Sportler zu sein reicht eben nicht. Ich bin kein Tennisgroupie, aber Federer ist medial in meiner Wahrnehmung einer der Souveränsten. Doppelte Qualität quasi.
  • bokl 23.06.2020 07:10
    Highlight Highlight Nach den letzten Interviews bezweifle ich, ob Vater Srdjan der Richtige ist um das Verhalten seines Sohnes kritisch zu würdigen. Auch seinem Guru sollte er nicht einfach vertrauen.

    Er kennt sicher genügen Personen auf der ganzen Welt, welche ihm eine kritische Zweitmeinung geben würden.
  • code-e 23.06.2020 06:46
    Highlight Highlight DjoCOVID fühlt sich doch von Gott auserwählt, da braucht man ihn doch nicht ins Gebet nehmen (kann Spuren von Ironie enthalten) Der Typ ist einfach ein guter Tennisspieler und das war's dann auch. Menschlich eine Null wie sie im Buche steht.
    • kupus@kombajn 23.06.2020 08:07
      Highlight Highlight Lasst doch mal die Sache mit "von Gott auserwählt". Eine solche Aussage hat auf dem Balkan eine völlig andere Bedeutung, als sie für Schweizer Ohren klingt.
    • De-Saint-Ex 23.06.2020 08:53
      Highlight Highlight Interessant. Welche Bedeutung hat sie denn auf dem Balkan?
    • drüber Nachgedacht 23.06.2020 09:15
      Highlight Highlight
      @ de-Saint-Ex

      In einem Land, wo die Leute am Sonntag in die Kirche gehen, man die Kinder tauft und die Türen von Häusern segnet hat die Aussage von Gott auserwählt genau die Bedeutung wie geschrieben.

      Die Leute glauben das.

      In der Schweiz können sich nur wenige vorstellen, dass dies wirklich jemand so meint.

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