Hochnebel
DE | FR
116
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sport
Kommentar

CHL: Das Schweizer Eishockey verliert gegenüber Deutschland an Boden

Justin Schuetz of EHC Red Bull Muenchen, center, scores his team's fifth goal of the game under pressure from Dominik Schlumpf, right, and goaltender Luca Hollenstein of EV Zug during the Champions Ho ...
Der EVZ scheitert einmal mehr an einem Team aus der DEL.Bild: keystone
Kommentar

Die Schweiz hat jedes Recht verspielt, jemals wieder über das deutsche Hockey zu spotten

Die Champions Hockey League zeigt einmal mehr: Das Schweizer Eishockey ist nicht so gut, wie wir immer denken. Und Deutschland hat uns bald überholt.
14.10.2021, 11:0115.10.2021, 08:34

Wieder einmal endet die Champions-League-Gruppenphase aus Schweizer Sicht mit einer Ernüchterung. Drei der fünf Teams aus der National League mussten bereits die Segel streichen, darunter auch der Meister aus Zug. Der Trend zeigt: Die National League und das Schweizer Eishockey sind nicht so gut, wie wir das gerne hätten und drohen, eher früher als später von Deutschland überholt zu werden.

Dabei gehört es zum Selbstverständnis der Schweizer Hockey-Fans, dass man in Europa zur Spitze gehört. Schliesslich hat man in jüngerer Vergangenheit ja zweimal WM-Silber geholt. Und besser als Deutschland soll die Schweiz im Hockey ja sowieso sein. Die einzige Mannschaftssportart, in der wir die Nase vor unserem nördlichen Nachbarn haben. Meister Zug hat vor dem Start der Champions Hockey League offiziell den Titel als Ziel herausgegeben – und ist nun von einem deutschen Gegner auf den Boden der Realität geholt worden.

Bereits zum dritten Mal scheitert der EVZ in einem alles-oder-nichts-Spiel an einem Gegner aus Deutschland. 2016 bedeutete der Sechzehntelfinal gegen die Eisbären Berlin Endstation. 2018 der Achtelfinal gegen Red Bull München und nun verlor man das letzte wichtige Gruppenspiel zuhause ebenfalls gegen München gleich mit 1:6. Auch Lugano und Lausanne flogen aus dem Wettbewerb, weil sie die entscheidenden Spiele gegen DEL-Vertreter (Mannheim und Berlin) nicht gewinnen konnten.

Die Highlights der Zuger Heimklatsche gegen München.Video: YouTube/Champions Hockey League

Und das hat nichts damit zu tun, dass Schweizer Klubs die Champions Hockey League nicht als wichtig werten. Das sind Profisportler und wenn die auf dem Eis stehen, wollen sie gewinnen, egal in welchem Wettbewerb.

Der internationale Vergleich zeigt den Schweizer Klubs immer wieder ihre Grenzen auf. Gegen Teams aus Schweden (18:39 Siege für NL-Teams) und Finnland (21:24) zieht man oft den Kürzeren, aber auch gegen deutsche Mannschaften (19:15 Siege) wird die Bilanz in den letzten Jahren immer schlechter – besonders, wenn es um die Wurst geht. Die National League stagniert. Auf relativ gutem Niveau, aber sie stagniert.

Spätestens seit gestern ist klar: Schweizer Eishockey-Fans und -Vertreter habe jegliches Recht verloren, das deutsche Eishockey zu belächeln oder gar drüber zu spotten. Denn der nördliche Nachbar rückt uns in dieser Sportart immer mehr auf die Pelle. Die Nati verlor 2018 bei Olympia in Südkorea und diesen Frühsommer an der WM wichtige K.o.-Spiele gegen Deutschland.

Während Schweizer Spieler wie Denis Malgin, Gaëtan Haas, Yannick Weber oder Gilles Senn aus Nordamerika zurückkehren, nimmt die Zahl der Deutschen in der NHL und AHL stetig zu. Moritz Seider und Tim Stützle werden ab sofort viel Verantwortung in ihren Klubs übernehmen und bald rücken auch JJ Peterka, Lukas Reichel und Dominik Bokk (alle derzeit noch in der AHL) nach. Deutschland wird für die guten Drafts der letzten Jahre belohnt, während die Schweiz dafür büsst, in den letzten Jahren nur wenige Draft-Picks gehabt zu haben.

Statt Ausreden zu suchen, oder das Scheitern der Klubs in der Champions League kleinzureden, sollten die Verantwortlichen in der National League und generell im Schweizer Eishockey über die Bücher. Die Gründe für die Stagnation in den letzten Jahren müssen gefunden und behoben werden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

7 NHL-Teams, die es (noch) nicht gibt

1 / 9
7 NHL-Teams, die es (noch) nicht gibt
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin.

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

116 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ELMatador
14.10.2021 11:12registriert Februar 2020
Wer sich jetzt noch wundert, bei dem was in Schweizer Hockey Hinterzimmern diskutiert wird, hat die letzte Jahre nicht aufgepasst.

Nein Marc, mehr Ausländer und höhere Löhne sind nicht die Lösung!
1458
Melden
Zum Kommentar
avatar
Seguin91
14.10.2021 11:07registriert September 2020
Bin da anderer Meinung. Solange in einem DEL Team die Hälfte der Mannschaft aus ausländischem Personal besteht, können wir noch lange spotten.
11950
Melden
Zum Kommentar
avatar
Gaskaidjabeaivváš
14.10.2021 14:39registriert März 2018
Einzige Mannschaftssportart in der wir die Nase vorne haben? Also im Unihockey haben wir garantiert auch noch die Nase vorne. Da gehören wir mit Schweden, Finnland und Tschechien zur Weltspitze.

Ja, Unihockey ist international gesehen eher eine kleine Randsportart, aber in der Schweiz ist es immerhin die Mannschaftssportart mit den zweitmeisten lizenzierten Spielern.
305
Melden
Zum Kommentar
116
Djokovics Vater, eine Russland-Fahne und ein Fan, der mit dem Kriegs-Z provoziert
Zuschauer nutzen die Partie von Novak Djokovic gegen den Russen Andrei Rublew für eine Provokation. Novak Djokovics Vater posiert danach neben einem Mann, der ein T-Shirt mit dem Z-Symbol trägt und eine russische Flagge mit dem Konterfei von Wladimir Putin hält.

Während Novak Djokovic im Viertelfinal der Australian Open über den Russen Andrei Rublew hinwegfegte und danach im Platzinterview Roger Federer zum Duell in einem Skirennen aufforderte, und die Zuschauer für seine Mutter Happy Birthday singen liess, zogen dunkle Wolken über dem Turnier auf. Auf den Rängen der Rod Laver Arena, aber auch draussen, wo Tausende frenetisch den nächsten Sieg des Serben feierten.

Zur Story