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Die ausgestreckte Faust: Gwen Berry ahmt den ikonischen Protest von Tommie Smith nach.
Die ausgestreckte Faust: Gwen Berry ahmt den ikonischen Protest von Tommie Smith nach. bild: twitter

US-Athleten protestieren gegen Trump – jetzt drohen ihnen Sanktionen

12.08.2019, 09:53

Zwei US-Athleten haben am Wochenende ihren Gold-Triumph bei den Panamerikanischen Spielen in Lima zum Protest gegen Rassismus und andere Missstände in den Vereinigten Staaten genutzt.

Hammerwerferin Gwen Berry ahmte den ikonischen Protest gegen Ungerechtigkeit von US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko nach. Beim Erklingen der amerikanischen Nationalhymne hob sie ihre rechte Faust empor und senkte den Kopf. Barry sagte «USA Today», sie liebe ihr Land, aber «wofür wir im Moment stehen, ist extreme Ungerechtigkeit».

Die Aktion soll aber keine grosse Botschaft sein. «Sie steht für alles, was ich im vergangenen Jahr durchgemacht habe, und für alles, was das Land im vergangenen Jahr durchgemacht hat», erklärte sie. «Viel muss getan und gesagt und geändert werden. Ich versuche nicht, einen politischen Krieg zu beginnen. Ich weiss nur, dass Amerika es besser machen kann.»

Race Imboden indes folgte mit einem Knieprotest dem NFL-Quarterback Colin Kaepernick, der die Protestaktion 2016 ins Leben rief. «Ich habe mich entschlossen, meinen heutigen Moment an der Spitze des Podiums zu opfern, um auf Probleme aufmerksam zu machen, die meiner Meinung nach angegangen werden müssen», twitterte Imboden.

«Ich fühle mich geehrt, die USA in dieser Woche bei den Pan-Am-Games vertreten zu haben und mit Gold und Bronze nach Hause zu fahren. Mein Stolz wurde jedoch getrübt durch die zahlreichen Missstände in dem Land, das mir so sehr am Herzen liegt. Rassismus, Waffenkontrolle, Misshandlung von Einwanderern und ein Präsident, der Hass verbreitet.»

Ähnlich protestierte Imboden mit einem Mitspieler bereits bei der Fecht-WM 2017 in Ägypten. Im Januar erklärte er in einem Interview mit der italienischen Fechtwebsite «Pianeta Scherma», dass er durch Niederknien seine Meinung über sein Land zeigen wolle. «Es ist wichtig, sich zu Wort zu melden und sich für Menschen einzusetzen, die keine Stimme haben», so Imboden damals.

Imboden kniete bereits 2017 in Ägypten nieder.
Imboden kniete bereits 2017 in Ägypten nieder.bild: pianetascherma.com

Beiden könnte deshalb eine Strafe drohen. Das Nationale Olympische Komitee der USA liess über einen Sprecher an mehrere Medien ausrichten, dass beide Athleten gegen die Regel verstossen hätten, auf politische Demonstrationen zu verzichten. Deshalb würden weitere Konsequenzen derzeit geprüft werden.

Bereits zu Beginn der Spiele hatte sich Leichtathletik-Legende Carl Lewis für mehr Gerechtigkeit im Sportausgesprochen. «Wir haben einen rassistischen und einen frauenfeindlichen Präsidenten, der niemanden außer sich selbst schätzt», sagte Lewis auf die Frage nach Gleichstellung der Geschlechter im Sport. (bn/pre)

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61 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RicoH
12.08.2019 09:55registriert Mai 2019
Die Politik sonnt sich gerne in den Erfolgen ihrer Sportler. Da werden positive Äusserungen zum Land vom Sportler geduldet oder sogar erwartet.

Sobald sich aber ein Sportler nicht wie eine Marionette verhält und Menschlichkeit zeigt, wird gleich mit Sanktionen gedroht oder diese sogar verhängt.

Also liebe Sportler: positiv politisieren ja, negativ aber auf gar keinen Fall.
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Linus Luchs
12.08.2019 10:10registriert Juli 2014
Muhammad Ali verweigerte 1967 den Kriegsdienst in Vietnam. "Kein Vietcong nannte mich jemals Nigger." Er nahm in Kauf, dass ihm der Weltmeistertitel aberkannt wurde, dass ihm die Boxlizenz entzogen wurde, dass er vor Gericht verurteilt wurde. Alis Kriegsdienstverweigerung löste eine landesweite, hitzige Debatte aus, und er ermutigte Tausende andere, sich dem tödlichen Wahnsinn zu widersetzen. Die Athleten, die jetzt gegen Trumps Menschenverachtung Widerstand leisten, erinnern sich vielleicht an Muhammad Ali. Er ist und bleibt ein leuchtendes Vorbild.
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Triple A
12.08.2019 09:56registriert November 2018
Mutig! Jeder Beitrag zur Abwahl von D. Trump ist wertvoll und sei er noch so klein!
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