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Carlos Alcaraz schlägt Novak Djokovic und gewinnt das Australian Open

epa12697246 Carlos Alcaraz of Spain holds the trophy after winning the Men’s Singles final match against Novak Djokovic of Serbia at the Australian Open tennis tournament in Melbourne, Australia, 01 F ...
Carlos Alcaraz hat erstmals diese Trophäe in den Händen. Bild: keystone

«Der beste aller Zeiten werden» – Alcaraz schlägt Djokovic und macht Jagd auf ih

Carlos Alcaraz, die Weltnummer 1, fügt Novak Djokovic in Melbourne die erste Finalniederlage bei. Mit 22 Jahren und 272 Tagen schafft er den Karrieren-Grand-Slam. So jung war noch keiner so erfolgreich.
01.02.2026, 13:2501.02.2026, 13:56
Rolf bichsel / keystone-sda

Nach 3:04 Stunden stand der 2:6, 6:2, 6:3, 7:5-Sieg von Alcaraz fest. Danach wurden Nettigkeiten ausgetauscht - eigentlich nicht Nettigkeiten, sondern überschwengliche Komplimente. Alcaraz lobte Djokovic, den aktuellen Tennis-GOAT («Greatest of all Time»), über den grünen Klee und bedankte sich für die äusserst ehrlichen Worte, die Djokovic zuvor an der Zeremonie als grossartiger Verlierer gesagt hatte.

Aber eins ist nach diesem Australian-Open-Final klar: Die Jagd von Alcaraz auf die schier unglaublichen Rekorde von Djokovic ist eröffnet. Alcaraz holte jetzt schon sieben Grand-Slam-Titel: Nach je zwei Titeln am US Open (2022/2025), in Wimbledon (2023/2024) und Roland-Garros (2024/2025) gewann der Spanier nun erstmals auch das Australian Open.

Vier Jahre Vorsprung

Im Vergleich zu Djokovic (mit seinem Rekord von 24 Grand-Slam-Titeln) liegt Alcaraz nun sogar vorne. Der Spanier – im neuen Jahr mit einem neuen Headcoach (Samuel Lopez) unterwegs – sicherte sich mit noch nicht 23 schon sieben Grand-Slam-Trophäen. Djokovic gewann seinen siebenten Titel erst mit 27.

Im Moment seines bislang grössten Erfolgs blickte Alcaraz in Melbourne auch auf jene Zeit zurück, in der er es noch nicht für nötig hielt, seinen Körper und seinen Kopf täglich bis ans Limit zu stressen. «Es gab in jungen Jahren Tage, an denen ich einfach aufgegeben habe und nicht mehr kämpfen wollte. In jungen Jahren habe ich viele Partien so verloren, weil ich einfach aufgegeben habe und nicht mehr kämpfen wollte.»

Aber Alcaraz schaffte diesen Turnaround. Nur deshalb gewann er am Freitag trotz Krämpfen den Halbfinal gegen Alexander Zverev nach einem 3:5-Rückstand im fünften Satz. Nur deshalb fand er auch im Final gegen Djokovic die Lösung, nachdem es «im ersten Satz unmöglich war, gegen Novak (Djokovic) ein Mittel zu finden».

Lektion gelernt

Alcaraz: «Ich habe meine Lektionen gelernt. Heute hasse ich es aufzugeben. Ich will dieses Gefühl, nicht mehr kämpfen zu wollen, nie mehr erleben. Ich bin jetzt erfahrener, abgeklärter. Ich weiss, welche Möglichkeiten mir noch offenstehen. In den schwierigsten Momenten denke ich dann: ‹Okay, ich kann diese Partie noch gewinnen›. Ich kann in gewissen Bereichen noch etwas mehr versuchen. Oder: Ich entwickle noch mehr Leidenschaft.»

Mittlerweile wisse er – jeder Schritt mehr, jede Sekunde Leiden, jede Sekunde länger fighten sei es stets wert! «Diese Bereitschaft, immer noch mehr machen zu wollen, hat mir hier den Titel beschert.»

Erfolg, aber mit Spass

Alcaraz verhehlt seine ultimativen Ziele nicht. Wer mit fast 23 schon fast alles gewonnen hat, der sieht keinen Grund zu falscher Bescheidenheit. «Natürlich möchte ich der beste Tennisspieler aller Zeiten werden», sagt Alcaraz, «aber noch wichtiger ist für mich, Spass dabei zu haben.»

Die Aussagen von Alcaraz in der Netflix-Serie zur ATP Tour wurden ihm auch schon vorgehalten. Alcaraz: «Man wirft mir vor, ich übertreibe zuweilen das Party-machen. Und ja, ich liebe es, in den Ausgang zu gehen. Aber wer liebt das schon nicht mit 22?»

Stand Anfang 2026 lässt sich sagen: Alcaraz scheint alles im Griff zu haben und alles richtig zu machen. Auch die Trennung von Trainer Juan Carlos Ferrero zum Zeitpunkt der bislang besten Phase seiner Karriere, brachte Alcaraz nicht vom Web ab. Unter Samuel Lopez, der schon vorher dem Team angehörte, (abu/sda)

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