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Max Verstappen (Mitte, in kurzen weissen Hosen) feiert mit seinem Team den WM-Titel.
Max Verstappen (Mitte, in kurzen weissen Hosen) feiert mit seinem Team den WM-Titel.Bild: keystone

Verstappen schildert, wie er die letzte Runde erlebt hat – FIA untersucht Rolle von Masi

Der frischgebackene Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hatte während der historischen letzten Runde in Abu Dhabi mit einer massiven Beeinträchtigung zu kämpfen. Derweil ärgert sich der Automobil-Weltverband FIA über den Imageschaden, der durch den umstrittenen Entscheid von Rennleiter Michael Masi entstanden ist.
16.12.2021, 09:1816.12.2021, 13:14

Die WM-Entscheidung für die Geschichtsbücher am Sonntag beschäftigt die Motorsport-Szene weiter. Nur weil nach einem Unfall von Nicholas Latifi das Safety Car kurz vor Schluss des Grand Prix von Abu Dhabi auf die Strecke kam, hatte Max Verstappen noch die Möglichkeit, Lewis Hamilton abzufangen. Er schaffte es in der allerletzten Runde der Saison und wurde als erster Niederländer Formel-1-Weltmeister.

Drei Tage nach dem Krimi in der Wüste sprach Verstappen im Hauptquartier von Red Bull Racing im englischen Milton Keynes darüber. Der 24-Jährige gab zu, dass sein Sieg durchaus glücklich gewesen sei.

«Wir haben das Rennen auf der Strecke gewonnen», betonte er. «Leute sagen, dass der Sieg glücklich war. Ja, absolut, das war er. Aber wir hatten im Verlauf der Saison auch oft Pech, sonst wäre die WM schon viel früher entschieden gewesen, selbst bei der Mercedes-Dominanz zum Ende der Saison.»

«Die letzte Runde war ziemlich intensiv»

In einem BBC-Interview schilderte Verstappen die Momente des Neustarts nach dem Ende der Safety-Car-Phase zu Beginn der letzten Runde. Er verriet dabei, dass ihn körperliche Probleme beinahe aus der Bahn warfen. «Als ich hörte, dass die letzte Runde ausgefahren wird, wusste ich: Ich erhalte noch eine Chance. Entweder werde ich Erster oder Zweiter. Ich war total bereit dafür. Aber just als ich zum Überholmanöver ansetzte, bekam ich einen massiven Krampf im Bein.»

Die Situation sei wirklich nicht einfach gewesen, sagte der Red-Bull-Pilot. «Die letzte Runde war ziemlich intensiv. Ich wusste, dass ich Vorteile mit den Reifen hatte, aber man muss trotzdem zuerst vorbeikommen. Zum Glück hat alles geklappt.»

Verstappen äusserte sich auch über Rennleiter Michael Masi, der nach der WM-Entscheidung von vielen Seiten unter Beschuss geriet. «Michael ist ein netter Kerl und er versucht sein Bestes», nahm ihn Verstappen in Schutz. «Es ist sehr unfair, jetzt über ihn zu schimpfen, denn er hat einen sehr schwierigen Job. Leute sagen, dass er vielleicht Hilfe benötigt. Ja, das ist richtig. Jeder braucht Hilfe, auch ich.» Red-Bull-Teamchef Christian Horner erinnerte daran, dass Masis Vorgänger einen erfahrenen Sekundanten hatte, während der aktuelle Rennleiter alles selber entscheiden müsse.

Michael Masi ist seit Sonntag ein über die Motorsport-Szene hinaus bekannter Funktionär.
Michael Masi ist seit Sonntag ein über die Motorsport-Szene hinaus bekannter Funktionär.Bild: IMAGO / Nordphoto

FIA sorgt sich um Integrität

Masi hatte in Abu Dhabi bestimmt, dass überrundete Fahrer, die zwischen Hamilton und Verstappen lagen, den führenden Hamilton zurückrunden durften – drei ebenfalls überrundete Fahrer hinter Verstappen aber nicht. So kam der Verdacht auf, dass es den Formel-1-Bossen nicht um Fairness ging, sondern bloss darum, einen maximalen Showdown zwischen den WM-Titanen herbeizuzaubern.

Dass durch diesen umstrittenen Entscheid nun das Image der Formel 1 leidet, ärgert den Automobil-Weltverband FIA. «Unsere Hauptverantwortung besteht bei jeder Veranstaltung darin, die Sicherheit aller Beteiligten und die Integrität des Sports zu gewährleisten», schreibt die FIA in einem Communiqué. Die jetzigen Diskussionen würden das Image der Rennserie und Verstappens Feierlichkeiten trüben.

Vorderhand kein achter WM-Titel, dafür von Prinz Charles zum Ritter geschlagen: Lewis Hamilton ist seit Mittwoch ein Sir.
Vorderhand kein achter WM-Titel, dafür von Prinz Charles zum Ritter geschlagen: Lewis Hamilton ist seit Mittwoch ein Sir.Bild: keystone

Die FIA verspricht, «eine detaillierte Analyse und Klärung mit allen relevanten Parteien» in Angriff zu nehmen. Noch vor Beginn der Saison 2022 sollen ein aussagekräftiges Feedback und Schlussfolgerungen vorliegen. Es sei das Ziel, sicherzustellen, dass der Wettbewerbscharakter des Sports erhalten bleibe. Ein Hinweis darauf, dass in der Zentrale hinterfragt wird, ob am Sonntag der Sport oder die Show im Fokus stand.

Mercedes-Protest immer noch möglich

Weltmeister Max Verstappen müssen diese Diskussionen nicht mehr gross kümmern. «Wenn man sich die Emotionen aller Beteiligten während des letzten Rennens ansieht, denke ich, dass das, was alles passierte, sehr gut für die Formel 1 war», hielt er fest.

«Man sieht sich in die Augen und es braucht nicht viele Worte. Wir haben viel miteinander zu tun und wir schätzen den Kampf sehr.»
Max Verstappen über den Moment, als ihm Lewis Hamilton nach dem Rennen gratulierte

Verstappens Titel könnte heute Abend unwiderruflich unter Dach und Fach sein. Wie das Portal «Motosport-Total» nachgerechnet hat, kann Mercedes noch bis um etwa 20.30 Uhr – 96 Stunden nach der Ankündigung am Sonntag, Berufung einlegen zu wollen – Protest gegen die Wertung einlegen.

Dass die Deutschen immer noch sauer sind, belegt diese Anekdote: Beim Weltverband sollten die Sieger-Autos aller FIA-Weltmeisterschaften für ein Gruppenfoto aufgestellt werden. Mercedes als Sieger der Konstrukteurs-Wertung weigerte sich, dafür einen Silberpfeil abzustellen. Für 21 Uhr ist in Paris eine grosse Weltmeister-Ehrung geplant – egal ob in einem gebührenden Rahmen oder im Schatten eines Mercedes-Protests.

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