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Aegerter und sein Manager müssen auf Plan B zurückgreifen.
Aegerter und sein Manager müssen auf Plan B zurückgreifen.
Bild: EPA/AAP

Nix mit den Millionen – Aegerter kriecht einem Hochstapler auf den Leim

Die Millionen aus Russland fliessen nicht. Dominique Aegerter kann die Moto2-WM 2018 nur fahren, wenn er eigenes Geld investiert. Möglich, dass auf «Alteisen» von Eskil Suter gefahren wird.
20.12.2017, 17:4421.12.2017, 06:40

Der Flug war gebucht. Ein Hotelzimmer reserviert, der Champagner kalt gestellt: Dominique Aegerter und sein Manager Robert Siegrist wollten morgen Donnerstag nach Wien fliegen und dort mit dem ehrenwerten David Pickworth die Verträge unterzeichnen.

Pickworth ist der neue Besitzer des Rennteams von Aegerter und er hatte blühende Landschaften versprochen. Millionen aus Russland, KTM-Höllenmaschinen aus Österreich und auch sonst alles nur vom Feinsten.

Aegerter auf seiner Suter im Herbst 2017.
Aegerter auf seiner Suter im Herbst 2017.
Bild: AP

Doch die schöne Reise nach Wien findet nicht statt. «Der Termin ist geplatzt und KTM steigt aus», sagt ein sichtlich zorniger Siegrist. Aegerter und sein Manager sind ganz offensichtlich einem Hochstapler aufgesessen. Pickworth konnte die von KTM geforderte Anzahlung von 300'000 Euro nicht leisten.

Nun kommt Plan B zum Zuge

Natürlich gibt der ehrenwerte Gentleman nicht auf. Hier seine Weihnachtsbotschaft, die letztlich einer Bankrotterklärung gleichkommt und die dazu geführt hat, dass Aegerter und Siegrist nicht nach Wien fliegen:

Ganz unerwartet kommt die ganze Sache für Robert Siegrist nicht. Er hatte David Pickworth bereits einmal ein Ultimatum gestellt und auf Hochdruck an einem Plan B gearbeitet, um die Karriere seines Klienten zu retten.

Dieser Plan B kommt nun zum Zuge. Siegrist hat die Saison 2018 finanziell abgesichert. Nun wird das finanzielle Notprogramm aktiviert. «Wir müssen 600'000 Franken aufbringen. Das schaffen wir.»

Ein-Mann-Team geplant

Das Geld kommt aus der Schweiz. Von den Unternehmen und Gönnern, die Dominique Aegerter seit Jahren unterstützen. Dazu gehört auch die Motorex-Gruppe aus Langenthal. Das international tätige, erfolgreiche Familien-Unternehmen hat seinen Sitz seit Anbeginn der Zeiten in Langenthal und engagiert sich seit Jahren für Aegerter. Der charismatische Rennfahrer stammt ja aus Rohrbach, sozusagen einem «Vorort» Langenthals. Die starke lokale Vernetzung hat sich für den WM-12. einmal mehr ausgezahlt.

Vorgesehen ist, dass Aegerter im «abgespeckten» letztjährigen Team fährt. Jochen Kiefer bleibt sein Teamchef. Aber es wird kein zweiter Fahrer verpflichtet.

Darf Aegerter auch 2018 Champagner verspritzen?
Darf Aegerter auch 2018 Champagner verspritzen?
Bild: EPA/ANSA

Doch die Sache schmerzt den «Rohrbach-Rossi». Er wird 2018 mehr oder weniger zum «Nulltarif» fahren. Statt rund eine halbe Million Franken (je nach Resultaten) wird er praktisch nichts verdienen. Manager Siegrist sagt: «Nun muss er in die eigene Karriere investieren. Es geht nicht anders.»

Kein konkurrenzfähiger Töff?

Das nächste Problem: KTM ist vorerst ausgestiegen. Nun muss Siegrist seine guten Beziehungen zum österreichischen Werk nützen, damit für nächste Saison doch Bikes geliefert werden. Einen Plan B gibt es auch hier: Eskil Suter ist notfalls bereit, zu Vorzugsbedingungen auch nächste Saison die Maschinen zu liefern. Das Problem: seine Bikes waren schon diese Saison technisch «altes Eisen».

Für Sandro Cortese, der als Teamkollege von Dominique Aegerter vorgesehen war, ist die Karriere möglicherweise zu Ende. Der freundliche deutsche Bruchpilot wird allergrösste Mühe haben, das Geld für die nächste Saison aufzutreiben.

Auf Wiederhören! Oder auch nicht

Video: srf

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