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Switzerland's Moto2 rider Dominique Aegerter gestures as he steers his Suter during qualifying for the Australian Motorcycle Grand Prix at Phillip Island near Melbourne, Australia, Saturday, Oct. 21, 2017. (AP Photo/Andy Brownbill)

Winkt Dominique Aegerter hier Goodbye? Bild: AP/AP

Ultimatum für Aegerters Investor – sonst muss der Schweizer selbst in die Tasche greifen

Töff-Star Dominique Aegerter wartet weiterhin auf Millionen aus Russland. Muss er nun seine Karriere mit eigenem Geld retten?

28.11.17, 19:09


Offiziell ist alles klar: Dominique Aegerter fährt nächste Saison die Moto2-WM im Deutschen Kiefer Team. Der freundliche Deutsche Sturzpilot Sandro Cortese wird sein Teamkollege. Gefahren wird auf österreichischen KTM-Bikes. Finanziert wird das Abenteuer vom britischen Geschäftsmann David Pickworth. Angeblich vertritt er Investoren aus Russland, die bereit sind, Millionen auszugeben. Die Verträge sollten längst unterschrieben, die KTM-Höllenmaschinen bestellt und das Personal für nächste Saison rekrutiert sein.

Moto2 rider Dominique Aegerter of Switzerland looks at a monitor during the free practice session for the MotoGP Japanese Motorcycle Grand Prix at the Twin Ring Motegi circuit in Motegi, north of Tokyo, Friday, Oct. 13, 2017. (AP Photo/Shizuo Kambayashi)

Angespannte Lage bei Aegerter. Bild: AP/AP

Doch noch gar nichts hat sich getan. Keine Verträge sind unterschrieben, keine KTM-Bikes sind bestellt, das Personal hat noch keine Verträge und aus Russland ist noch kein Geld geflossen.

Doch die Zeit drängt. Die Frist für die Bestellung von Maschinen für nächste Saison ist bei KTM am 27. November abgelaufen. Nun ist Dominique Aegerters Manager Dr. Robert Siegrist der Kragen geplatzt. Er hat David Pickworth per E-Mail ein Ultimativ gestellt. Das Mail zeigt, wie dramatisch die Situation ist.

Dear David
I write you as manager and lawyer of the Moto2 racer Dominique Aegerter #77. Since a couple of weeks we are waiting on a concrete answer/statement of your part. Unfortunately we did not have an appointment at the Valencia GP as planed and discussed. You told us, that the contract with KTM will be probably signed tomorrow in Austria, together with the riders, but we did not hear something concrete of you since that time. That is, sorry, very special and irritated from my view. After this passed time I want now, for my rider and me as his manager, urgently a very definitely that means concrete/clear answer about following questions, than the next season has now urgently be planed also on operative plan:
1. When is the definitively signing, that means closing, with the Kiefer Racing team?
2. When is the definitively signing, that means closing, with KTM?
3. When is the definitively signing of the contract with my rider, what we have still to speak about some details!?

I am not able to wait anymore. And I think also KTM will not wait further on. Otherwise I have to take the goal with the Kiefer Team with a “Plan B”, also and as special for KTM. I expect know urgently a concrete, open and fair statement of your part.

Many thanks for your sporty understanding.

Kindest regards, yours sincerely

Dr. Robert Siegrist, attn. at law

Robert Siegrist, Manager von Dominique Aegerter, Bild: www.siegrist-advokatur.ch/

Robert Siegrist: Momentan lächelt er beim Thema «Saison 2018» nicht so freundlich. Bild: www.siegrist-advokatur.ch

Es könnte dramatisch werden

Auf Anfrage dementiert Robert Siegrist zuerst dieses Mail, das dem Chronisten zugespielt worden ist. Doch dann lenkt er schliesslich ein und bestätigt: «Ja, es stimmt, ich habe dieses Ultimatum gestellt.» Und begründet diesen dramatischen Schritt: «Wir brauchen jetzt einfach Klarheit. Sonst ist es gar nicht mehr möglich, die neue Saison aufzugleisen. Ich bin wirklich beunruhigt.»

Was, wenn der ganze Deal mit David Pickworth platzt? Dann wird es dramatisch. Weil der bisherige Hauptsponsor (eine schwedische Recycling-Firma) und der Töff-Lieferant, der das Material letzte Saison umsonst geliefert hat (Eskil Suter) ausgestiegen sind. Die restlichen Sponsoren, die dem Team und Dominique Aegerter treu bleiben, können alleine das Budget von rund 1,5 Millionen nicht stemmen.

Aegerter müsste Geld investieren

Robert Siegrist sagt: «Wir müssen im Falle eines Falles einen Plan B haben.» Fest steht, dass dann, wenn alle Stricke reissen, das Kiefer-Team nur noch mit Dominique Aegerter fährt und sein Teamkollege Sandro Cortese rausfliegt. Die Finanzierung der «abgespeckten» Version des Teams müssten Robert Siegrist und sein Fahrer selber organisieren. Was nicht einfach wird. Das Team Kiefer war schon diese Saison chronisch unterfinanziert.

Eine Saison ohne Millionen aus Russland wäre eine schmerzhafte Version für Dominique Aegerter. Denn sein Manager sagt: «In diesem Falle wird Dominique selber Geld investieren müssen um seine Karriere zu retten.»

Robert Siegrist sagt nicht, wie viel. Aber Insider schätzen, dass der Rohrbacher zwischen 80'000 und 100'000 Franken seines persönlichen Sponsorengeldes (das zugleich sein Salär ist) beisteuern müsste.

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Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 29.11.2017 01:35
    Highlight Ein Englisch-Kurs – oder zumindest ein Korrektor für seine in Englisch verfassten Schreiben – wären nicht die schlechteste Investition für den Herrn Dr. Siegrist.
    13 0 Melden
  • urs eberhardt 28.11.2017 23:03
    Highlight Hmmm. Kann ein jahrzehntelang im internationalen Business unterwexer Manager und Anwalt nicht besser Englisch? Bzw. lässt sich seine coolen, bösen Briefe wenigstens noch schnell enthelvetisieren?
    13 0 Melden

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