Sorge um Sicherheit in den USA: Schweizer Verband spannt vor Fussball-WM mit EDA zusammen
Die Beteiligung der USA am Krieg im Nahen Osten ändert für den SFV vorerst nichts. «Wir werden diese neue Entwicklung beobachten und tauschen uns dazu regelmässig mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten aus», sagt Adrian Arnold, der Kommunikationsverantwortliche des SFV, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Planungen rund um die Teilnahme am im Juni beginnenden Turnier würden wie vorgesehen fortgeführt.
Damit schliesst sich der Schweizer Verband den offiziellen Verlautbarungen der FIFA an, wonach die Ereignisse weiterhin im Blick behalten werden. «Es wäre zu früh, die Nachrichten bereits jetzt im Detail zu kommentieren», sagte Generalsekretär Mattias Grafström am Samstag am Rande eines Meetings in Wales.
Sportverband kein Akteur der Weltpolitik
Bereits vor der jüngsten Eskalation sorgte die US-Politik unter Präsident Donald Trump wiederholt für Diskussionen. Der SFV sah sich deshalb schon im Januar zu einer Stellungnahme veranlasst.
Darin hielt der Verband fest: «Der SFV lehnt jede Form von menschenverachtenden, diskriminierenden oder kriegerischen Handlungen ab – unabhängig davon, wo auf der Welt sie geschehen und von wem sie ausgehen.»
Gleichzeitig betont der Verband, kein Akteur der Weltpolitik zu sein und nicht in der Position zu sein, rechtlich oder politisch zu beurteilen, ob ein Staat oder eine Regierung gegen das Völkerrecht verstossen hat. «Der SFV nimmt an dieser Weltmeisterschaft teil, um Fussball zu spielen. Politische Bewertungen liegen nicht in der Rolle eines Sportverbands.» Sie würden sich an der Haltung der Schweiz als Staat orientieren.
Trennung von Sport und Politik kaum mehr möglich
Dies sei aber nicht mit einer stillschweigenden Akzeptanz der Trumpschen Politik oder der allgemeinen Zustände im Gastgeberland gleichzusetzen. «Unsere Spieler sind keine politischen Funktionsträger, sondern Sportler, die unser Land auf dem Spielfeld vertreten. Pauschale moralische Urteile über Haltung aus der sportlichen Teilnahme abzuleiten, halten wir für unangemessen.»
Dass eine strikte Trennung von Sport und Politik kaum noch möglich ist, räumt der Verband jedoch ebenfalls ein – insbesondere, wenn die FIFA die Gruppenauslosung im Dezember dazu nutzt, dem Präsidenten der USA einen neu geschaffenen Friedenspreis zu überreichen. Unabhängig davon, wie surreal dies angesichts der aktuellen Entwicklungen erscheinen mag, hält der SFV fest: «Für uns war die Gewichtung an einem Tag, an dem es um Fussball gehen sollte, nicht sportgerecht.»
Gewalt in Mexiko
Die in 100 Tagen beginnende Fussball-WM findet in einem Umfeld statt, das auch durch die Gewalt in Mexiko geprägt ist, nachdem der Anführer eines der grössten Drogenkartelle bei einer Militäroperation getötet worden war. Dies löste eine Welle tödlicher Gewalt in mehreren Regionen des Landes aus, so auch in Guadalajara, wo vier WM-Spiele stattfinden sollen.
Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Dienstag, er sei «sehr ruhig» hinsichtlich der Austragung der Spiele, und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum versicherte, es bestehe «kein Risiko».
Infantino: «104 Super Bowls»
Zwischen dem Eröffnungsspiel am 11. Juni im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt und dem Final sechs Wochen später am 19. Juli in New Jersey treten 48 Mannschaften gegeneinander an, 50 Prozent mehr als 2022, um die Nachfolge von Argentinien anzutreten.
Um die Dimension des Ereignisses zu verdeutlichen, versprach Infantino «104 Super Bowls» und Einnahmen in Höhe von rund elf Milliarden Dollar für den Weltverband. Neben sieben Millionen Zuschauern in den Stadien werden laut Infantino 20 bis 30 Millionen Touristen erwartet.(ram/sda/afp)
