Josh Allen ist der traurigste Mann der NFL – auch wegen kontroversen Schiri-Entscheiden
Als Josh Allen nach dem Spiel vor die Medien tritt, bricht es aus ihm heraus. «Ich habe das Gefühl, meine Teamkollegen im Stich gelassen zu haben», sagte der 29-jährige Quarterback unter Tränen, «ich hasse, wie die Saison geendet hat. Das wird mich noch lange Zeit beschäftigen.»
This raw emotion from Josh Allen is why Buffalo and his teammates love him.
— Robert Griffin III (@RGIII) January 18, 2026
It means something to him and he isn’t afraid to show it.
REAL MEN CRY. pic.twitter.com/vFP2hFGhIy
Allen verlor mit den Buffalo Bills im Playoff-Viertelfinal der NFL auf dramatische Weise gegen die Denver Broncos. Erst in der Verlängerung entschieden die Broncos die Partie mit einem Field Goal zum 33:30. Damit endet der Traum vom Super Bowl für den Superstar-Quarterback einmal mehr vorzeitig.
Dabei bot sich ihm dieses Jahr eine goldene Chance. Seine grossen Konkurrenten in Lamar Jackson, Joe Burrow und allen voran Patrick Mahomes, an dem er in vier der letzten fünf Saisons gescheitert war, waren in den Playoffs nicht dabei. Der Weg in der AFC – einer der beiden Conferences, die je einen Super-Bowl-Teilnehmer stellen – war weit offen. Doch Allen stolperte auch über sich selbst.
«Man kann mit fünf Turnovern nicht gewinnen», lamentierte der MVP der Saison 2024/25, dem zwei Fumbles und zwei Interceptions unterlaufen sind, und fügte an: «Wenn man sich selbst so in den Fuss schiesst, verdient man es nicht, zu gewinnen.»
Broncos ball!
— NFL (@NFL) January 17, 2026
What a break before the half 😳
BUFvsDEN on CBS/Paramount+
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Got it right back. 😤@Pjlocke4 | 📺: CBS pic.twitter.com/yDI0HjLKsB
— Denver Broncos (@Broncos) January 17, 2026
Allen machte keine perfekte Partie, doch hielt er die Bills mit seinen drei Touchdown-Pässen und seinen Läufen auch im Spiel. Nach der Pause sorgte er für die Wende vom 10:23 zum 27:23. Als die Broncos 55 Sekunden vor Schluss dann wieder in Führung gingen, brachte der Quarterback Buffalo noch einmal in Reichweite für ein Field Goal, das Matt Prater aus 50 Yards zum 30:30-Ausgleich verwandelte.
In der Verlängerung konnten Allen und die Bills-Offensive die Chance zum Sieg aber nicht nutzen – auch wegen mehrerer umstrittener Schiedsrichter-Entscheide. So wurde ein Pass auf Brandin Cooks als Interception gewertet. Der Bills-Receiver verlor beim Aufprall auf den Boden gemäss Schiedsrichter Carl Cheffers die Kontrolle über den Ball, weshalb es für ihn kein Catch war. Weil Broncos-Cornerback Ja'Quan McMillian dem Gegner den Ball aus der Hand riss, ohne dass dieser den Boden berührte, wechselte der Ballbesitz. «Es ist hart zu verstehen, weshalb dies so ausgelegt wurde», schimpfte Bills-Coach Sean McDermott nach dem Spiel, «in meinen Augen war es ein Catch.»
WOW!! Interception Josh Allen on this crazy play pic.twitter.com/J7UyosDna5
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Für Diskussionen sorgten dann auch die beiden Pass-Interference-Entscheidungen der Schiedsrichter gegen die Bills, durch die Denver der Sieg auf dem Silbertablett präsentiert wurde. Dank dieser gewannen die Broncos nämlich insgesamt 47 Yards und kamen sehr nahe an die End Zone. Aus 23 Yards Entfernung war es für Kicker Will Lutz kein Problem, per Field Goal für die Entscheidung zu sorgen.
Besonders für Ärger sorgte, dass gegen die Broncos in einer ähnlichen Situation kurz vor Ende der regulären Spielzeit keine Strafe gepfiffen wurde. Mit einem Touchdown hätte Buffalo dann nicht nur die Verlängerung erzwingen, sondern das Spiel gleich entscheiden können. Die Schiedsrichter entschieden sich aber gegen ein Eingreifen.
Top: No pass interference
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Bottom: Pass interference pic.twitter.com/lQCeeYLYE6
Für Josh Allen ist die Niederlage eine weitere verpasste Chance. «Es tut mir sehr leid, wie es geendet hat», entschuldigte er sich bei seinen Mitspielern. Diese machen ihm aber keine Vorwürfe. «Er hat uns nicht im Stich gelassen», sagte ein ebenfalls in Tränen aufgelöster Dion Dawkins. Receiver Cooks erklärte: «Er hat uns das ganze Jahr auf seinen Schultern getragen. Er ist der grossartigste Quarterback der Liga und es liegt an den Spielern rund um ihn herum, besser zu sein, damit er nicht immer das Gefühl hat, das Spiel für uns gewinnen zu müssen.»
Bills LT Dion Dawkins couldn’t hold back his tears after being told Josh Allen said he felt he let his team down.
— Cameron Wolfe (@CameronWolfe) January 18, 2026
Dawkins whispered through tears: “he didn’t let us down.”
A very emotional Bills locker room: pic.twitter.com/36TjHAwQBG
Kurz nach dem Spiel gab es aber auch für die Denver Broncos sehr schlechte Nachrichten. So teilte Trainer Sean Payton mit, dass sich Bo Nix in einem der letzten Spielzüge der Partie einen Knöchelbruch zugezogen hat. Damit fällt er für den Rest der Saison aus. Am nächsten Wochenende empfangen die Broncos entweder die New England Patriots oder die Houston Texans für den Halbfinal.
Die zweite Viertelfinalpartie in der Nacht auf Sonntag war eine Machtdemonstration der Seattle Seahawks. Schon im ersten Spielzug gegen die San Francisco 49ers gelang Rashid Shaheed beim Kickoff-Return ein Touchdown. Von da an gaben die Seahawks die Führung nicht mehr her und setzten sich angeführt von einer starken Defense und Runningback Kenneth Walker (146 Yards, 3 Touchdowns) 41:6 durch. In der nächsten Woche treffen sie erneut im eigenen Stadion auf die Chicago Bears oder die Los Angeles Rams.
