Sport
Olympia 2026

Die Austragungsorte für die Olympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz

epa12640356 Inola Blatty of Switzerland during the Women's Mono-Bobsleigh World Cup in St. Moritz, Switzerland, 10 January 2026. EPA/MAYK WENDT
Auch in St. Moritz würden die Olympischen Spiele stattfinden. Bild: keystone

Neue Informationen zur Schweizer Kandidatur: Olympia soll im ganzen Land stattfinden

2038 sollen erstmals seit 90 Jahren wieder Olympische Winterspiele in der Schweiz stattfinden. Auf dem nicht nur zeitlich langen Weg dahin sind nun die vom Verein Switzerland 2038 vorgesehenen Austragungsorte bekannt. Das Projekt, das auch die Paralympischen Spiele beinhaltet, sieht Wettkämpfe in allen Landesteilen und Sprachregionen der Schweiz vor.
12.01.2026, 10:0116.01.2026, 09:16

Zehn direkt involvierte Kantone und 14 Gemeinden stünden geschlossen hinter dem Projekt, das sich nach Möglichkeit auf «bestehende, erstklassige Sportstätten» abstütze, hiess es am Montag in Bern anlässlich der Medienkonferenz des Vereins Switzerland 2038. Dieser wurde im November 2023 von den nationalen Wintersportverbänden, von Swiss Olympic und Swiss Paralympic gegründet.

Von Genf über St. Moritz bis Lugano

Konkret werden im Olympia-Projekt als Austragungsorte der rund 120 Wettkämpfe in mehr als einem Dutzend Sportarten Genf, Lausanne, Crans-Montana VS, Engelberg OW, Zürich, Zug, Lugano, Lenzerheide GR und St. Moritz GR genannt. Als Ort für die Eröffnungsfeier ist gemäss aktuellem Planungsstand Lausanne angedacht, für die Schlussfeier Bern.

Für die Paralympics, die traditionsgemäss wenige Wochen nach Ende der Olympischen Spiele stattfinden, sollen Genf, Lausanne, Lenzerheide und St. Moritz zum Zuge kommen. Bern ist Austragungsort der Eröffnungs- und auch der Schlussfeier. Änderungen seien aufgrund des langen Zeithorizonts bis 2038 jedoch möglich, wie es vonseiten des Vereins Switzerland 2038 hiess.

Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic, sprach von der «nachhaltigen Wirkung», die ein solcher Anlass auf den Sport entfaltet: «Nichts hat eine vergleichbare Kraft wie der Fixstern einer grossen Sportveranstaltung, die einer ganzen Generation von Athletinnen und Athleten als Leuchtturm dient und die Menschen im ganzen Land - über den Sport hinaus - inspiriert.»

Blick in die Swiss Life Arena, das Stadion der ZSC Lions, fotografiert am Freitag, 14. Oktober 2022 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
In der Swiss Life Arena würden Eishockeyspiele ausgetragen werden.Bild: keystone

Keine öffentliche Defizitgarantie

Der Knackpunkt einer Kandidatur für Olympische Spiele ist jeweils die Finanzierung. Für die Schweizer Kandidatur lautet der Grundsatz: Die Spiele werden privat finanziert, unterstützt von der öffentlichen Hand. Gemäss Verein Switzerland 2038 beläuft sich das Gesamtbudget über die nächsten zehn Jahre von der Vergabe bis zu den Winterspielen auf 2,2 Milliarden Franken.

Vorgesehen sei, so die Initianten, dass davon 82 Prozent von Privaten finanziert werden soll und 18 Prozent von der öffentlichen Hand. Defizitgarantien der öffentlichen Hand sind ausdrücklich nicht Teil des Konzepts. Eine vom IOC geforderte Defizitgarantie von 200 Millionen Franken soll von privater Hand getragen werden.

2026 zentral in der politischen Weichenstellung

Die Schweizer Kandidatur befindet sich in einem privilegierten Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee. Dies bedeutet, dass die Schweiz mit einer möglichst ausgefeilten und überzeugenden Bewerbung bis Ende 2027 beim IOC Exklusivität geniesst. «Dieser privilegierte Dialog ist für uns eine Jahrhundertchance, um von der Schweiz über sehr lange Zeit ein positives Bild in die Welt zu tragen», sagt Michael Hartweg, Vorstandsmitglied und Wirtschaftsvertreter des Vereins Switzerland 2038.

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Der Verein Switzerland 2038 hat sein Dossier im Dezember 2025 beim Bund eingereicht. Bis Ende dieses Jahres muss auf Bundesebene die politische Weichenstellung von der Vernehmlassung über den Grundsatz- und Planungsbeschluss bis zur parlamentarischen Diskussion erfolgen. Ein sehr ambitionierter Zeitplan für den oftmals langwierigen politischen Prozess. «Wir müssen uns sputen», sagte Co-Präsidentin Ruth Wipfli Steinegger von Switzerland 2038. Denn das IOC plant, im zweiten Quartal 2027 an seinem Kongress über die Vergabe der Winterspiele 2038 zu entscheiden.

Keine Stadt, sondern ein ganzes Land

Erhielte die Schweiz, die bislang zweimal Winterspiele in St. Moritz austrug (1928 und 1948), mit ihrem dezentralen Ansatz den Zuschlag des IOC, so würde zum ersten Mal keine Stadt oder Region, sondern ein ganzes Land die zwei Grossanlässe durchführen.

Die oesterreichische Skirennfahrerin Erika Mahringer bei den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz in Aktion in der Abfahrt, aufgenommen am 2. Februar 1948. Mahringer klassiert sich in der Abfa ...
Vor 90 Jahren fanden die Olympischen Spiele zuletzt in der Schweiz statt. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

«Das IOC hat die Regeln geöffnet. Und wir wollen diese Chance nutzen, damit die Schweiz zum ersten 'Host Country' in der Geschichte der Olympischen und Paralympischen Spiele wird», sagte Frédéric Favre. Der ehemalige Walliser Staatsrat ist CEO des Vereins Olympische und Paralympische Winterspiele 2038.

Sehr dezentral sind allerdings auch schon die kommenden Winterspiele, die im Februar in Mailand, Cortina d'Ampezzo und vier weiteren Orten in Norditalien ausgetragen werden. Gleiches gilt für die Winterspiele in vier Jahren in mehreren Regionen Frankreichs. (riz/sda)

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239 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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faebu11
12.01.2026 10:15registriert Oktober 2021
Ich verstehe jede:n, die/der gegen Olympia in der Schweiz ist. Die Argumente sind bekannt und nachvollziehbar.

ABER: wenn schon Olympische Spiele, dann genau so. Dezentral, in/auf bestehenden Anlagen und ohne Prestige-Neubauten.

Ich wünsche dem Verein viel Glück auf dem steinigen Weg.
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Zaungast
12.01.2026 10:12registriert März 2014
Olympia in der Schweiz unter den momentanen IOC-Voraussetzungen? Nein danke, lassen wirs doch einfach bleiben!
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Cundwiramurs
12.01.2026 10:29registriert März 2025
Dann hoffen wor, dass es 2038 noch genügend Schnee für Skirennen hat und keine Rennen auf Eisstreifen inmitten grüner Wiesen ausgetragen werden.
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