«Bitter, bei Siegerehrung zuzuschauen»: Tränen bei Riebli/Grond nach verpasster Medaille
Janik Riebli und Valerio Grond verpassen die Medaille im Teamsprint nur knapp. Das Schweizer Duo wird mit einer Sekunde Rückstand auf das Drittplatzierte Italien Vierter.
Den Sieg sicherten sich erwartungsgemäss die Norweger Einar Hedegart und Johannes Klaebo, der damit zum 10. Mal Olympiasieger wird und seinen Rekord weiter ausbaut. Klaebo setzte sich 1,4 Sekunden vor dem US-Amerikaner Gus Schumacher, der gemeinsam mit Ben Ogden antrat, durch. Der 29-Jährige holte sich an diesen Winterspielen bereits zum fünften Mal Gold, was zuvor erst dem US-amerikanischen Eisschnellläufer Eric Heiden 1980 in Lake Placid gelungen war. Am Samstag hat Klaebo über 50 km noch die Chance, auch diesen Bestwert zu übertreffen.
Nach dem Rennen im Val di Fiemme konnten die Schweizer ihre Enttäuschung nicht verbergen. Grond habe zuvor nicht verstanden, wenn Athletinnen oder Athleten bei Olympischen Spielen über einen vierten Platz weinen mussten. «Ich dachte immer, dass das doch ein mega starkes Resultat ist», so der 25-jährige Bündner, «aber jetzt ist es mega bitter, bei der Siegerehrung nur zuzuschauen.» Riebli fügte an: «Wir hatten vorhin beide Tränen in den Augen.» Der 27-jährige Obwaldner erinnerte sich an das viele Training der letzten Jahre. «Wir gingen durch dick und dünn», so Riebli, der anfügte: «Es war mir eine Riesen-Ehre, mit Valerio zu laufen.»
Auf den 9 km in der Skating-Technik, jeder Läufer absolvierte drei Runden zu 1,5 km, lagen die Schweizer zunächst gut im Rennen. Riebli, der diese Lauftechnik klar bevorzugt, hatte sich gleich zu Beginn den Stock gebrochen. Da aber bis zur letzten Ablösung eher taktisch gelaufen wurde, hatte dieser Zwischenfall keine Konsequenzen.
Riebli, der die Skating-Technik klar bevorzugt, zeigte sich in der Folge unerwartet stark. Auf seiner dritten und letzten Ablösung hielt er das Schweizer Team im Geschäft und übergab in Schlagdistanz zur Medaille an Grond. Vorne setzte sich Norwegen mit Johannes Hösflot Klaebo und Einar Hedegart entscheidend ab.
Dahinter entbrannte ein packender Kampf um die weiteren Podestplätze. Grond, der an der WM 2025 in Trondheim die Schweizer Staffel als Schlussläufer zu Silber geführt hatte, kämpfte in der grossen Verfolgergruppe um Bronze. Doch der Amerikaner Gus Schumacher und der Italiener Federico Pellegrino verfügten über die grösseren Reserven. Am Ende fehlte den Schweizern eine einzige Sekunde zum Podest.
Trotz Platz 4 sendeten sie ein starkes Signal. Riebli und Grond liessen etablierte Nationen wie Schweden, Finnland oder Frankreich hinter sich und bestätigen ihr Potenzial auf höchstem Niveau. «Wir dürfen uns nichts vorwerfen», sagte Riebli. Der Obwaldner lag am Sonntag noch krank im Bett und hatte sich an diesem Tag nicht vorstellen können, am Mittwoch zu starten.
Grond, der im Vorfeld ebenfalls krank war, sagte im SRF-Interview: «Wir waren mega lange dabei und nun ist es mega bitter, bei der Siegerehrung zuschauen zu müssen.»
Zuvor hatten Nadine Fähndrich und Nadja Kälin der Schweiz die erste Langlauf-Medaille der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina gesichert. Dank einer sensationellen Schlussrunde Fähndrichs holte das Duo Silber. (nih/sda)
