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Wie an der Rugby-WM die Marseillaise geschlachtet wurde

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Die Nationalhymne der Franzosen sorgte an der Rugby-WM für Diskussionen. Bild: www.imago-images.de

Wie an der Rugby-WM die Marseillaise geschlachtet wurde

An der Rugby-WM in Frankreich sorgen die eigenwilligen Interpretationen der Nationalhymnen für Diskussionen. Nun haben die Veranstalter reagiert.
15.09.2023, 09:5215.09.2023, 11:52

Seit dem 8. September ist Frankreich im Rugby-Fieber. An der WM messen sich die besten Teams der Welt in Frankreichs grössten Stadien – weltweit verfolgen den Grossevent rund eine Milliarde Menschen.

Aus sportlicher Hinsicht gab es bisher noch keine riesigen Überraschungen. Die Titelanwärter – allen voran Südafrika und die Gastgeber aus Frankreich – wurden ihrer Favoritenrolle in den gespielten Partien gerecht. Einzig Neuseeland musste gegen Frankreich im Eröffnungsspiel einen Dämpfer hinnehmen. Für Aufsehen sorgt jedoch eine scheinbare Nebensächlichkeit.

Die Nationalhymnen werden im Rugby von Spielern und Fans traditionsgemäss mit viel Inbrunst gesungen. Am Turnier in Frankreich erhalten sie beim Singen der Hymne jedoch ungewohnte Unterstützung: Ein Chor aus 7000 Kindern begleitet die Nationalhymnen a cappella, also ohne Musik. Als wäre dies nicht schon unkonventionell genug, singt der Chor die Hymnen im Kanon. In den riesigen Stadien führte dies eher zu unverständlichem Getöse als zu Euphorie.

Musik oder Lärm? Eine berechtigte Frage bei der Interpretation der französischen Nationalhymne. Video: YouTube/Michael Abrahamsson

Bei den Zuschauenden und den Spielern kommt der Kinderchor denkbar schlecht an. Brian O’Driscoll, der ehemalige irische Nationalspieler, der die WM heute als TV-Experte begleitet, findet deutliche Worte: «Die Marseillaise hört sich an, als wäre sie geschlachtet worden». In dieselbe Kerbe schlägt die englische Zeitung «The Independent»: «Die Hymnen ruinieren diesen Anlass. Sie gehören umgehend geändert».

Nun haben die Organisatoren auf die vernichtende Kritik reagiert und kündeten an, die Interpretationen der Nationalhymnen anzupassen. OK-Präsident Jacques Rivoal meinte: «Wir haben den Teams neue Versionen vorgeschlagen, etwas vereinfachte Interpretationen, aber die Kinder haben viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt». Die Anpassung zeigte bereits Wirkung. Beim gestrigen Spiel zwischen Frankreich und Uruguay verursachte die «Marseillaise» wieder Hühnerhaut statt einen Tinnitus. (kat)

Das hört sich schon besser an.Video: YouTube/Rugby World Cup
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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Frost
15.09.2023 09:41registriert Mai 2019
Ich bin schon etwas enttäuscht von Watson.
Letzte Woche ein grosser Artikel über die Rugby-WM um die Leute "glustig" zu machen und seither liest man bis auf diesen Artikel hier über eine Nebensächlichkeit nichts mehr vom Rugby.
Nicht mal die Resultate findet man hier.

Schade...
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Only G
15.09.2023 09:56registriert Dezember 2016
Schade springt ihr auch auf diesen Zug auf statt über den 3. grössten SPORTevent der Welt zu berichten. Gastgeber Frankreich schlägt Topfavorit Neuseeland. Das ist die ersteNiederlage der All Blacks in einer WM Vorrunde überhaupt. Entsprechend ist die Stimmung in Frankreich einfach nur geil und die Fangruppen feiern friedlich neben und miteinander. Würde mich freuen wenn da mehr über das sportliche kommt.
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Bratansauce
15.09.2023 09:40registriert Juni 2018
"Aus sportlicher Hinsicht gab es bisher noch keine grossen Überraschungen."
Naja...
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