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epa08910084 The first placed Michelle Gisin (L) of Switzerland and third placed Mikaela Shiffrin of the USA celebrate after the Women?s Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Semmering, Austria, 29 December 2020.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Es wäre ja schade, den ganzen «Chlepfmoscht» zu verspritzen: Gisin gönnt sich einen Schluck. Bild: keystone

28, 99, 593 – Michelle Gisins historischer Sieg in 9 Zahlen

Im Nachtslalom von Semmering hat Michelle Gisin am Dienstagabend ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. Die Olympiasiegerin 2018 in der Kombination beendete mit ihrem Sieg zugleich eine lange Schweizer Durststrecke.



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Steht für den ersten Weltcupsieg der Engelbergerin. 144 Rennen Anlauf benötigte Gisin, im 145. Versuch klappte es. In Semmering siegte sie elf Hundertstel vor der Österreicherin Katharina Liensberger und Mikaela Shiffrin aus den USA.

«Es zeigt sich, dass es sich lohnt, durchzuhalten», stellte Gisin fest. Sie sagte dies auch mit Blick auf die mehreren Teamkolleginnen, die derzeit wegen eines Kreuzbandrisses ausfallen – und sie spannte gleich den ganz grossen Bogen: «Auf einmal kann alles aufgehen. Das kann uns allen viel Mut geben fürs neue Jahr nach diesem verkorksten 2020.»

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Diesen Rang belegt Michelle Gisin sowohl im Gesamt- wie im Slalomweltcup. In beiden Rennen um die grosse und um die kleine Kristallkugel führt die Slowakin Petra Vlhova. 88 Punkte Vorsprung hat sie im Gesamtweltcup, 25 Zähler beträgt ihre Marge in der Disziplinenwertung. Gisin ist als momentan Vierte auch im Riesenslalom top.

epa08093754 (L-R) Second placed Petra Vlhova of Slovakia,, winner Mikaela Shiffrin of the USA and third placed Michelle Gisin of Switzerland celebrate on the podium for the Women's Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Lienz, Austria, 29 Dezember 2019.  EPA/ANDREAS SCHAAD

Vor Jahresfrist noch ohne Schutzmasken: Gisin (rechts) mit den Slalom-Königinnen Vlhova (links) und Shiffrin. Bild: EPA

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Am Zauberberg in Semmering startete Michelle Gisin als 19-Jährige erstmals im Weltcup – auf den Tag genau acht Jahre vor ihrem ersten Sieg. Damals schaffte sie es auf Anhieb in den 2. Lauf, schied als Halbzeit-17. dann aus.

epa03519796 Michelle Gisin of Switzerland clears a gate during the first run of the Women's Slalom race at the Alpine Skiing World Cup in Semmering, Austria, 29 December 2012. EPA/HERBERT NEUBAUER

Der erste Auftritt im Weltcup: 2012 in Semmering. Bild: EPA

«Ich war damals so nervös, dass ich kaum wusste, wo vorne und hinten ist», blickte sie im SRF zurück. «Wenn ich daran denke, was sich in den vergangenen acht Jahren alles ereignet hat … es ist absolut verrückt und schön, dass ich es nun geniessen darf.»

Olympiasiegerin Dominique Gisin, Mitte, posiert mit ihrer Familie mit Vater Beat, links, Mutter Bea, 2. von links, und den Geschwister Michelle, 2. v. rechts, und Marc, rechts, anlaesslich des Empfangs der Engelberger Ski Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin, am Samstag, 22. Februar 2014, in Engelberg OW. (KEYSTONE/urs Flueeler)

Da war sie noch «nur» die kleine Schwester: Michelle Gisin mit Eltern und Bruder Marc beim Empfang von Dominique Gisin, der Abfahrts-Olympiasiegerin 2014. Bild: KEYSTONE

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So oft stand Wendy Holdener schon auf einem Slalom-Podest im Weltcup – 13 Mal als Zweite, 11 Mal als Dritte. «Heute ist es nicht Wendy, heute bin ich es», sagte Gisin, sich beinahe ein wenig entschuldigend, «aber sie hat alles, was es braucht, um auch einmal zuoberst stehen zu können.»

Holdener lobte ihre Teamkollegin: «Es ist unglaublich, was Michelle heute gezeigt hat, Hut ab. Sie ist sackstark gefahren», so die Schwyzerin. «Ich sagte ihr vorhin: ‹Hey, ich versuche es schon lange und bei dir sieht das so einfach aus!› Ich freue mich sehr für sie.»

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So viele Slaloms in Folge wurden entweder von Mikaela Shiffrin oder Petra Vlhova gewonnen. Nun ist diese eindrückliche Serie des Erfolgsduos beendet. Fast vier Jahre nach Frida Hansdotters Erfolg im Januar 2017 stand wieder einmal eine andere Fahrerin zuoberst auf dem Podest.

epa05710035 Winner Frida Hansdotter of Sweden celebrates on the podium after the women's Alpine Skiing World Cup Slalom race in Flachau, Austria, 10 January 2017. EPA/CHRISTIAN BRUNA

Siegerin im Konfettiregen: Die Schwedin Frida Hansdotter am 10. Januar 2017 in Flachau. Bild: EPA

99

Die Schweiz ist nicht ganz hundert – wenn es nach Slalomsiegen geht. Denn Gisins Erfolg war Sieg Nummer 99 für Swiss Ski in einem Weltcupslalom, beide Geschlechter zusammengezählt. Damit ist das Rennen um den Jubiläumssieg lanciert: In Zagreb steht am 3. Januar ein Frauen-Slalom auf dem Programm, am 6. Januar stehen dort die Herren mit den Schweizer Favoriten Daniel Yule und Ramon Zenhäusern im Einsatz.

Ankunft von Daniel Yule, links, (Gold, Ski alpin Team Event) Ramon Zenhaeusern, Mitte, (Gold, Ski alpin Team Event; Silber, Ski alpin Slalom) und Luca Aerni, rechts, (Gold, Ski alpin Team Event ) auf dem Flughafen Zuerich in Kloten am Montag, 26. Februar 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri) 
(KEYSTONE/Walter Bieri)

Gemeinsam Team-Olympiasieger, Weltcupsieger im Slalom: Daniel Yule und Ramon Zenhäusern. Bild: KEYSTONE

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So viele Rennen mussten die Schweizer Frauen auf einen Weltcupsieg im Slalom warten. Beinahe 19 Jahre lang war Marlies Oester die letzte Siegerin, die Adelbodnerin gewann im Januar 2002 in Berchtesgaden.

BGL20 - 20020120 - BERCHTESGADEN, GERMANY : US American Kristina Koznick (R) and Swiss Marlies Oester cheer on the podium of the women's World Cup slalom in Berchtesgaden on Sunday, 20 January 2002. Koznick of the United States and Marlies Oester of Switzerland shared first place on Sunday with Janica Kostelic of Croatia third. EPA PHOTO DPA/KEN LIU

Zeitgleiche Siegerinnen: Marlies Oester (links) und die Amerikanerin Kristina Koznick am 20. Januar 2002. Bild: EPA DPA

Michelle Gisin ist froh, dass diese lange Durststrecke endlich beendet ist: «Das Wichtigste ist, dass Wendy und ich nicht mehr immer danach gefragt werden. Ich glaube, mein Sieg kann eine Befreiung für das ganze Team sein, das seit vielen Jahren perfekt arbeitet und alles daran setzt, dass das möglich ist.»

593

Am 4. Januar 1968 war Edy Bruggmann im Riesenslalom im deutschen Bad Hindelang der erste Schweizer Sieger im Weltcup. Michelle Gisin steuerte den Schweizer Erfolg Nummer 593 bei. Es war bereits der fünfte Sieg für Swiss-Ski in diesem Winter. Halten Beat Feuz, Corinne Suter, Marco Odermatt und Co. ihr Niveau, darf die Schweiz noch in dieser Saison den Jubiläumssieg Nummer 600 feiern.

Edmund Bruggmann, Schweiz, in Aktion bei einem Riesenslalomrennen, 1963. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Edy Bruggmann in Aktion: 1972 gewann er in Sapporo Olympia-Silber im Riesenslalom. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

648

Die Österreicher liegen mit 908 Weltcupsiegen weit, weit vor der Schweiz. Schauen wir deshalb lieber auf die Gegenwart. Die zeigt uns, dass der Schweizer Vorsprung in der Nationenwertung mittlerweile schon 648 Punkte beträgt. Sowohl die Frauen wie die Männer grüssen von Platz 1 – und der Ski-Erzrivale wartet nach wie vor auf einen Saisonsieg.

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