«Plötzlich fuhr ich in eine Nebelwand»: Abfahrtstraining der Frauen sorgt für Ärger
Nachdem das am gestrigen Donnerstag geplante Training abgesagt werden musste, startete der Testlauf am Freitag mit einem frühen Schock: Ilka Stuhec stürzte mit der ersten Startnummer. Die Slowenin konnte danach aber selbständig ins Ziel fahren. Dennoch wurde das Training für mehrere Minuten unterbrochen.
Danach konnten nur Federica Brignone, Ariane Rädler und Nina Ortlieb starten, bevor es erneut zu einem Unterbruch kam. Die Fahrerinnen im Ziel zeigten mit Kopfschütteln, dass sie mit den Pistenbedingungen und den Wetterverhältnissen nicht zufrieden waren. In den letzten Tagen machte der starke Schneefall den Pistenarbeitern zu schaffen.
Auch der Nebel im oberen Streckenabschnitt sorgte für Probleme. Bei Nina Ortlieb war der Frust nach ihrem Lauf sehr gross. Gegenüber ORF sagte die Österreicherin: «Plötzlich fuhr ich in eine Nebelwand. Ich rechnete damit, dass jemand gleich die gelbe Flagge schwenken würde, aber ich hätte diese wahrscheinlich gar nicht gesehen.»
Viele Fahrerinnen kritisierten die weichen Schneeverhältnisse und hatten mit der langsamen Piste zu kämpfen. «Nur die Ideallinie ist perfekt präpariert und es hat viele grosse Wellen auf der Piste», sagte beispielsweise die gestürzte Stuhec. Bei vielen Fahrerinnen ist die Hoffnung gross, dass sich die Verhältnisse bis am Sonntag verbessern.
Die Bestzeit setzte die US-Amerikanerin Jacqueline Wiles. Ihre Landsfrau Lindsey Vonn, welche sich vor einer Woche in Crans-Montana das Kreuzband riss, liess sich nichts anmerken und fuhr auf den 11. Platz. «Ich bin ganz zufrieden und es sah sehr gut aus», sagte ihr Trainer Aksel Lund Svindal.
Die Schweizerinnen konnten nicht mit den Besten mithalten und verpassten allesamt die Top 20. Malorie Blanc war als beste Swiss-Ski-Vertreterin fast zweieinhalb Sekunden länger unterwegs als Wiles.
Männer schonen sich
In Bormio konnten die Männer noch ein letztes Mal vor der olympischen Abfahrt trainieren. Die meisten Rennfahrer liessen es sehr gemütlich angehen. James Crawford setzte eine deutliche Bestzeit.
Bei den Schweizern kam es bei Franjo von Allmen und Marco Odermatt zu einem Schockmoment. Beide konnten einen Sturz nach einem Verschneider gerade noch so verhindern.
Alexis Monney brach den Lauf nach der dritten Zwischenzeit ab. Positiv für den Schweizer ist, dass er bis zum Abbruch der Schnellste war. Gar nicht an den Start ging der vierte Schweizer Vertreter Stefan Rogentin. Auch die Italiener Giovanni Franzoni, Florian Schieder und Mattia Casse verzichteten am Freitagmittag auf das Training.
