Den Penis vergrössert? So sollen die Skispringer getrickst haben
Spätestens seit dem Manipulationsskandal der Norweger bei der Weltmeisterschaft im März gilt den Anzugkontrollen im Skispringen besonderes Augenmerk. Hier zählt nämlich jeder Millimeter, um besonders viel Auftrieb zu erreichen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit deshalb getrickst, nun greifen die Kontrolleure unter FIS-Materialchef Matthias Hafele besonders hart durch.
Bei der Vierschanzentournee gab es bereits mehrere Disqualifikationen. So wurde zum Beispiel Timi Zajc, der beim ersten Springen Zweiter geworden ist, wegen eines zu kurzen Sprunganzugs, den er auch beim zweiten Springen trug, ausgeschlossen. Der Norweger Halvor Granerud wurde wegen eines im Beinbereich zu langen Anzugs in Garmisch-Partenkirchen disqualifiziert. Seine Landsfrau Anna Ström trug bei der Two-Nights-Tour eine in den Socken eingelegte zweite Sohle, auch dies trug eine Disqualifikation nach sich.
In einem Sport, in welchem auch auf illegale Weise um jeden Millimeter gekämpft wird, ist es also nicht abwegig, dass auch getrickst wird, um legal grössere Anzüge tragen zu dürfen. Die Bild berichtet nun von einer Methode, die erst einmal verrückt klingt. So sollen sich einige Springer mit Hyaluronsäure den Penis aufspritzen, um so einen Vorteil zu erlangen. Der Hintergrund: Vor der Saison wurden alle Springer mit einem 3-D-Scanner vermessen, wobei das Schrittmass ermittelt wurde. Dieses setzt am untersten Punkt im Genitalbereich an. Wer also von Natur aus besser bestückt ist, hat einen Vorteil, was den Auftrieb angeht.
Ob der Verdacht, der gemäss dem deutschen Boulevardblatt hinter den Kulissen geäussert wird, tatsächlich stimmt, ist unklar. Möglich erscheint es jedoch. Ein deutscher Oberarzt erklärt die Wirkung von Hyaluronsäure oder Paraffin, das in den Penis injiziert wird, so: «Es gibt die Möglichkeit, damit eine temporäre, optische Verdickung des Penis zu erwirken. Eine Verlängerung ist dadurch aber nicht möglich.» Dies würde also nicht zwingend einen Vorteil bringen. Zudem sei so eine Injektion «medizinisch nicht indiziert und mit Risiken verbunden».
Deshalb hätten einige Athleten in der Vergangenheit auch mit Schaumstoff, der um die Hoden gelegt wird, gearbeitet. Bei der Vermessung tragen die Springer eine Unterhose. Chef-Kontrolleur Hafele stellt aber klar: «Ich kann ausschliessen, dass versucht wird, mit sichtbaren Hilfsmitteln Vergrösserungen an den Geschlechtsteilen zu erwirken. Bei der Vermessung ist medizinisches Personal anwesend, das ganz genau kontrolliert.» Damit ist es auch nicht mehr möglich, mit Silikon im Kondom eine künstliche Vergrösserung zu erreichen. Dies sei früher, als noch von Hand gemessen wurde, praktiziert worden.
Gemäss Bild hoffen einige Nationen, dass vor den Olympischen Spielen eine weitere Body-Scan-Vermessung durchgeführt werde, um eventuelle Fehlmessungen zu korrigieren. Hafele erklärt, dass dies nicht geplant sei, im Hintergrund aber an Methoden gearbeitet werde, «dass das schwierige Thema verbessert wird». In Zukunft solle die knöcherne Struktur ausschlaggebend für die Messung sein und nicht die Weichteile. (nih)
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