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Lamine Yamal kritisiert Spanien-Fans nach Rassismus-Skandal scharf

Spain v Egypt - International Friendly, L�nderspiel, Nationalmannschaft Spain fans are seen during the international friendly match between Spain and Egypt prior to the FIFA World Cup, WM, Weltmeister ...
Beim Spiel gegen Ägypten waren von den spanischen Fans rassistische Gesänge zu hören.Bild: www.imago-images.de

Rassismus und Faschismus bei Spanien-Spiel – Lamine Yamal kritisiert Fans scharf

Lamine Yamal hat sich auf Instagram deutlich zu antimuslimischen Gesängen von spanischen Fans beim Testspiel vom Dienstagabend gegen Ägypten (0:0) geäussert. Diese seien «respektlos und inakzeptabel».
01.04.2026, 19:4101.04.2026, 19:45

Bei der Partie im Stadion von Espanyol Barcelona waren während der ägyptischen Nationalhymne Buhrufe und Pfiffe zu hören. Und zwar nicht von einigen wenigen Zuschauerinnen und Zuschauern, wie es häufig vorkommt, «sondern von einem Gros des Stadions», wie der Spiegel schreibt. Danach sangen viele Fans im ganzen Stadion: «Wer nicht hüpft, der ist ein Muslim.»

Dem Islam gehört auch Spaniens grösster Star an: Lamine Yamal. «Ich weiss, dass die Gesänge sich gegen die gegnerische Mannschaft richteten und nichts Persönliches gegen mich waren, aber als Muslim empfinde ich das dennoch als respektlos und unerträglich», schrieb der 18-Jährige am Tag danach. An jene, die solche Parolen skandierten, richtete er klare Worte: «Eine Religion auf dem Spielfeld zum Gegenstand von Spott zu machen, lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen.»

Fussball sei dazu da, «um Spass zu haben und sein Team anzufeuern, nicht um Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens respektlos zu behandeln», schloss Yamal, der viel Unterstützung erhielt. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente erklärte nach dem Spiel: «Ich empfinde eine totale und absolute Abneigung gegenüber jeglichen fremdenfeindlichen oder rassistischen Einstellungen. Sie sind nicht tolerierbar.» Die Marca schrieb von einer «Nacht der Schande». Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Die Reportage des Spiegel gut vier Jahre vor der WM 2030, die Spanien gemeinsam mit Marokko und Portugal austrägt, berichtet von weiteren schockierenden Szenen rund um das Spiel gegen Ägypten, das mit einem torlosen Unentschieden endete. So seien vor dem Stadion Symbole von Rechtsextremen zu sehen oder an die Diktatur der Faschisten erinnernde Aussagen wie «Arriba España» oder «Viva Franco» zu hören gewesen. Die Ultras von Espanyol Barcelona sind im Gegensatz zum Stadtrivalen nationalistisch eingestellt und dafür bekannt, politisch weit rechts zu stehen.

Obwohl das Spiel bei rassistischen Zwischenfällen unterbrochen und das Publikum per Stadiondurchsage zum Unterlassen der Rufe aufgefordert werden müsste, wurde dies nicht getan. Der bulgarische Schiedsrichter verstand womöglich nicht, was ein Grossteil der Fans rief. Von Spielern und Trainern wurde er darüber ebenso wenig informiert wie von Veranstalterseite.

Erst in der Pause sei eine Anti-Diskriminierungs-Botschaft auf den Bildschirmen eingeblendet worden. Als diese in der zweiten Halbzeit über die Lautsprecher verkündet wurde, habe es laute Pfiffe gegeben. Ausserdem sei Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez, welcher den Sozialdemokraten angehört, übel beleidigt worden. Im Radiosender Cadena SER hiess es danach: «Wir müssen anerkennen, dass wir ein Rassismusproblem haben.»

Rassistische Vorfälle sind im spanischen Fussball keine Seltenheit. Davon kann unter anderem Real Madrids Vinicius ein Lied singen. Vor kurzem zeigte bei einem Champions-League-Spiel der Königlichen ausserdem ein Fan den Hitlergruss. Nach den neuerlichen Geschehnissen beim Spiel gegen Ägypten gab es auch von der Regierung klare Äusserungen. «Das beschämt uns als Gesellschaft», erklärte Justizminister Felix Bolaños. Transportminister Oscar Puente schrieb: «Das ist der Faschismus.»

«Wir Spieler waren von den Gesängen ebenfalls schockiert», sagte Mittelfeld-Star Pedri und fügte an: «Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir müssen alle zusammenarbeiten, damit so etwas in den Stadien nicht mehr vorkommt.» Dennoch bedankte sich das Team bei den Fans nach dem Spiel mit Applaus. Nur Lamine Yamal liess die Ehrenrunde im Stadion aus.

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