Luzern mit verrückter Wende gegen den FCB – YB-Debakel in Sion – Lugano siegt
Luzern – Basel 4:2
Der FC Basel findet nicht zur Ruhe. In Luzern kassiert er eine 2:4-Niederlage, die hohe Wellen schlagen wird.
Drei Gegentore in zwölf Minuten brachen dem FC Basel in Luzern das Genick. Mit haarsträubenden Abwehrfehlern vereinfachte er den Gastgebern um Matchwinner Oscar Kabwit die grosse Wende in der Schlussviertelstunde. Dabei war alles scheinbar aufgegleist für einen vor allem für die Moral wertvollen zweiten Sieg unter Trainer Stephan Lichtsteiner. Bénie Traoré mittels Penalty (45.) und der eingewechselte Julien Duranville (63.) hatten für Basel aus dem 0:1 ein 2:1 gemacht.
Dann brach die Schlussviertelstunde an und Basel verlor komplett die Kontrolle. Der im letzten Sommer vorerst leihweise aus seiner Heimat Kongo nach Luzern gewechselte Kabwit traf mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 2:2. Bereits in dieser Aktion war das Abwehrverhalten der Basler schlecht. Sechs Minuten später war es schlicht katastrophal. Das Pressing von Lars Villiger und Kabwit brachte die FCB-Verteidigung aus dem Konzept. Der junge Marwin Akahomen spielte einen Querpass direkt vor die Füsse von Kabwit, der Torschütze Villiger ideal anspielte. Den Schlusspunkt setzte der überragende, 20-jährige Kabwit nach einem Fehler von Léo Leroy.
Für Stephan Lichtsteiner, der wettbewerbsübergreifend fünf der sieben Partien als FCB-Coach verloren hat, gab es nur ungläubiges Kopfschütteln. Vor dem Gastspiel am kommenden Wochenende in Lausanne liegt der FC Basel nur noch auf dem 5. Platz, punktgleich mit dem FC Sion. Luzern hingegen ist nur noch drei Punkte von den Top 6 entfernt, nachdem er nun dreimal in Folge mit jeweils vier eigenen Toren gewonnen hat.
Luzern - Basel 4:2 (1:1)
13'473 Zuschauer. - SR Dudic.
Tore: 30. Dorn (Fernandes) 1:0. 45. Traoré (Penalty) 1:1. 63. Duranville 1:2. 77. Kabwit 2:2. 83. Villiger (Kabwit) 3:2. 89. Kabwit 4:2.
Luzern: Loretz; Dorn, Willimann, Bajrami, Fernandes; Owusu, Abe (75. Karweina), Di Giusto; Lucas Ferreira (60. Winkler); von Moos (75. Villiger), Kabwit (90. Vasovic).
Basel: Salvi; Tsunemoto, Vouilloz, Akahomen, Schmid; Bacanin (58. Metinho), Leroy (90. Koindredi); Salah (75. Soticek), Shaqiri, Traoré (58. Duranville); Koloto (75. Broschinski).
Verwarnungen: 95. Tsunemoto.
Lugano – Lausanne 2:1
Der FC Lugano findet nach vier 1:1 in Folge auf die Siegerstrasse zurück. Die Tessiner gewinnen daheim gegen Lausanne-Sport mit 2:1.
Renato Steffen brachte die Luganesi in der 36. Minute auf Kurs. Der nicht für seine Kopfbälle bekannte 34-Jährige profitierte von einer Flanke von Anto Grgic und viel Platz im gegnerischen Strafraum, um für einmal sehenswert mit dem Kopf zum 1:0 zu treffen. Am 2:0 von Daniel Dos Santos nach einer Stunde war der 41-fache Schweizer Nationalspieler mit der Vorarbeit beteiligt.
Während sich Lugano dank der drei Punkte dem zweitplatzierten FC St. Gallen bis auf einen Zähler annähert, bleibt Lausanne-Sport sechs Zähler von den Top 6 entfernt. Zu spät erwachten die Lausanner. Erst in der 80. Minute läutete Florent Mollet mit seinem Volleytor zum 1:2 die beste Phase der Gäste ein. Der Ausgleich wollte den noch am Donnerstag in der Conference League geforderten Waadtländern trotz Powerplay aber nicht mehr gelingen.
Lugano - Lausanne-Sport 2:1 (1:0)
3062 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 36. Steffen (Grgic) 1:0. 61. Daniel Dos Santos (Steffen) 2:0. 80. Mollet (Janneh) 2:1.
Lugano: Saipi; Papadopoulos, Kelvin, Mai (71. Carbone); Zanotti (81. Brault-Guillard), Grgic, Bislimi, Cimignani (86. Alioski); Daniel Dos Santos (71. Mahmoud); Steffen (81. Bottani), Koutsias.
Lausanne-Sport: Letica; Bergvall (64. Koné), Mouanga, Sow, Poaty; Roche (46. Custodio); Soppy, Lekoueiry (64. Kana Biyik), Mollet; Traore (64. Janneh), Diakite (79. Ajdini).
Verwarnungen: 49. Mai, 62. Daniel Dos Santos, 87. Alioski, 87. Soppy, 92. Grgic.
Sion – Young Boys 3:1
Die Young Boys können den Kantersieg von letzter Woche gegen Winterthur nicht bestätigen. Sie verlieren in Sitten mit 1:3. Rilind Nivokazi schiesst alle Walliser Tore.
YB bringt es seit über drei Monaten nicht zustande, zweimal in Folge zu gewinnen. Deshalb ersticken alle Berner Versuche, endlich in dieser Saison richtig Fahrt aufzunehmen, im Keime. Das 6:1 gegen Winterthur war nicht zuletzt dank des schwachen Widerstandes zustande gekommen, wie nachträglich wohl festgehalten werden muss.
In Sitten hielt der Gegner von der ersten Minute an aggressiv und gekonnt dagegen. Nivokazi, der seit dem 7. Dezember auf sein neuntes Saisontor wartete, sorgte für die 2:0-Pausenführung (15. und 42.), bevor ihm in der Schlussviertelstunde mit dem 3:1 die Siegsicherung gelang. Der Erfolg der Walliser war verdient. Chancen zu mehr Toren waren vorhanden, zwei Treffer wurden durch den VAR wegen eines Fouls (6.) und eines Offsides (60.) annulliert.
YB war nach der Pause etwas stärker als in der komplett ungenügenden ersten Halbzeit. Ausser dem Anschlusstreffer durch den eingewechselten Joël Monteiro sprang aber nichts Zählbares heraus. In der Tabelle führt die Niederlage und das siebte sieglose Auswärtsspiel in Folge dazu, dass das sechstplatzierte YB nun vier Punkte hinter Sion liegt.
Sion - Young Boys 3:1 (2:0)
10'000 Zuschauer. - SR Wolfensberger.
Tore: 15. Nivokazi (Chouaref) 1:0. 42. Nivokazi 2:0. 52. Monteiro 2:1. 77. Nivokazi 3:1.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Hajrizi, Kronig, Hefti; Baltazar Costa, Kabacalman; Chipperfield (69. Lukembila), Berdayes (69. Surdez), Chouaref (85. Llukes); Nivokazi (85. Kololli).
Young Boys: Keller; Valery (46. Janko), Wüthrich, Benito, Bukinac; Gigovic (68. Lauper), Fernandes; Virginius (46. Monteiro), Sanches (76. Males), Fassnacht; Essende (68. Bedia).
Bemerkungen: 42. Keller hält Penalty von Chipperfield.
Verwarnungen: 21. Essende, 41. Valery, 66. Kabacalman (abu/sda)
