Als 7-Jähriger ging Zizou dank Frage an Federer viral – jetzt spielt er bei den Profis
Schweizer Tennis-Fans «kennen» Izyan Ahmad schon lange. Nun ist der 15-Jährige, den sie «Zizou» rufen, einen Schritt näher an einer Karriere als Tennis-Profi.
Ahmad ist eines der grössten Talente der USA. In der Junioren-Weltrangliste liegen nur fünf Spieler seines Jahrgangs (2010) vor ihm. Ahmads Talent wurde vom amerikanischen Tennisverband mit einer Wildcard für die Qualifikation in Indian Wells belohnt. «Ich bin sehr dankbar und werde alles geben, um das Beste aus dieser Chance zu machen», sagte Ahmad. Am Montagabend (Schweizer Zeit) trifft er in der 1. Runde auf den Argentinier Thiago Tirante.
Erst die Frage, dann die Bitte
Im Herbst 2017 war das noch nicht abzusehen. Da war «Zizou» ein vom Tennis begeisterter Junge, der Roger Federer an den US Open an einer Pressekonferenz Fragen stellen durfte. Warum man ihn als GOAT bezeichne, wollte Ahmad wissen. Das wisse er nicht, meinte Federer, und scherzte: «In der Schweiz haben wir ziemlich viele Tiere und darunter auch ein paar Ziegen.»
Ahmad ging mit dieser Frage viral. Aber auch, weil er den Schweizer anschliessend bat, bitte noch acht, neun weitere Jahre lang Profi zu bleiben, damit er ihn auf der ATP-Tour einmal herausfordern könne, wenn er grösser sei:
Federer versprach dem Siebenjährigen: «Wenn du es auf die Tour schaffst, werde ich sicherstellen, dass ich vielleicht zurückkommen werde.» Mittlerweile ist Federer 44 Jahre alt, ein Tennisprofi im Ruhestand und er wird sich wohl trotz des Versprechens nicht zu einem Comeback entscheiden.
Überraschungs-Treffen mit Federer
Immerhin: Die beiden schlugen schon gemeinsam Bälle. Im Sommer 2022 wurde «Zizou» von einem Sponsor überrascht und nach Zürich eingeladen. Damals war er die amerikanische Nummer 1 seiner Altersklasse und trainierte in New York an der Akademie von John McEnroe.
«Zizou» hat noch mit einem anderen Anwärter auf den Titel des Tennis-GOAT etwas gemeinsam. Mit Rafael Nadal teilt er sich den 3. Juni als Geburtstag, wie sein sportbegeisterter Vater einer indischen Tennis-Seite verriet. Dort hat die Familie ihre Wurzeln. «Wir gaben ihm von Anfang an den Spitznamen ‹Zizou›, weil meine Frau und ich grosse Fans von Zinédine Zidane waren», sagte Vater Farooq. «Wir dachten, unser Junge würde einmal ein Fussballer werden.»
Vom Treffen mit Roger Federer schwärmte er in den höchsten Tönen. «Mein Sohn auf dem gleichen Court wie er – was für ein unglaubliches Erlebnis. Er gab ihm Feedback und danach gingen wir gemeinsam essen. Das war ohne Zweifel einer der besten Tage unseres Lebens.»
Vielleicht kommt es dereinst zu einem Wiedersehen. Sollte Izyan «Zizou» Ahmad bei den Profis den Durchbruch schaffen, wird sich mit Sicherheit jeder Direktor eines Grand-Slam-Turniers darum bemühen, dass es zu einem Show-Match gegen Roger Federer kommt. Es wäre der Abschluss eines Tennis-Märchens, das 2017 durch die freundliche Bitte eines Siebenjährigen begonnen hatte.
