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Uzbekistan's Denis Istomin celebrates after defeating Serbia's Novak Djokovic in their second round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Thursday, Jan. 19, 2017. (AP Photo/Aaron Favila)

On fire: Denis Istomin schafft eine faustdicke Sensation. Bild: Aaron Favila/AP/KEYSTONE

Istomin haut Djokovic raus: «Sorry Novak, ich bin selber überrascht»

Die Nummer 117 der Welt haut den Djoker raus – die Australian Open haben ihre erste riesengrosse Überraschung. Denis Istomin ringt Novak Djokovic in knapp fünf Stunden nieder. Dessen Ex-Coach Boris Becker ist völlig baff.



So früh wie nie in den letzten zehn Jahren ist Novak Djokovic an den Australian Open ausgeschieden. In Melbourne muss der Titelverteidiger schon nach der 2. Runde die Taschen packen. Die Weltnummer 2 scheitert sensationell an Denis Istomin aus Usbekistan, der im ATP-Ranking erst auf Platz 117 auftaucht. 6:7 (8:10), 7:5, 6:2, 6:7 (5:7) und 4:6 lautet das Verdikt nach 4:48 Stunden aus der Sicht des Serben. «Er war heute besser», gab Djokovic ehrlich zu.

Djokovic an der Medienkonferenz.

«Klar, Denis war der Aussenseiter, aber er zeigte in den wichtigen Momenten keine Nerven. Alles passte zusammen für ihn.»

Novak Djokovic

Der 30-jährige Istomin wächst über sich hinaus und glänzte besonders beim Aufschlag. So schafft er es zum zweiten Mal in seiner Karriere, einen Top-Ten-Spieler zu besiegen. Im Platz-Interview richtet der ausgepumpte Sieger seine ersten Worte an den Verlierer: «Sorry Novak, ich habe heute so gut gespielt. Ich habe auch mich damit überrascht.»

Boris Becker geschockt: «Das habe ich nicht erwartet»

Djokovic, mit sechs Turniersiegen an den Australian Open der Rekordsieger, spielte ungewohnt fehlerhaft. «Er hat nie die Initiative ergriffen, wollte dann über den Kampf ins Spiel finden, aber Istomin hat ihm bis zum Schluss einfach keine Chance gelassen», konstatierte auf «Eurosport» Boris Becker. Der Deutsche war bis vor kurzem noch Djokovics Trainer und nach dem Sensations-Out «geschockt, ich bin ja immer noch ‹Team Djokovic›. Das habe ich nicht erwartet.»

epa05663144 (FILE) A file picture dated 22 November 2015 shows Novak Djokovic of Serbia (R) hugs his coach Boris Becker (L) after winning against Roger Federer of Switzerland during the final at the ATP World Tour Finals in London, Britain. Djokovic on 06 December 2016 confirmed he is parting ways with his coach, German tennis legend Boris Becker.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA *** Local Caption *** 52401735

Becker und Djokovic feierten gemeinsam viele Erfolge. Nun ist der Deutsche weg und der Serbe am ersten Grand-Slam nach der Trennung früh ausgeschieden. Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Becker lobte Istomin für dessen Mut. «Er hat offensiv gespielt, hat bei den Ballwechseln als erster Druck gemacht und verdient gewonnen.» Istomin habe seine Chance gewittert und sie genutzt. «Der ist ja auch kein 19-Jähriger mehr, das ist ein gefährlicher Spieler.» Djokovic dagegen habe zu defensiv gespielt und viel zu passiv, kritisierte Becker.

Wie geht es weiter bei Djokovic?

Der 29-Jährige aus Belgrad sagte, er sei mit seinem Spiel natürlich nicht zufrieden gewesen. «Es war einer dieser Tage, an denen du dich einfach nicht so super fühlst.» Als Knackpunkt sah Djokovic den Beginn des vierten Satzes, als er seinen Lauf aus dem dritten nicht nutzen konnte.

epa05729954 Novak Djokovic of Serbia leaves the court after losing against Denis Istomin of Uzbekistan during round two of the Men’s Singles at the Australian Open Grand Slam tennis tournament in Melbourne, Victoria, Australia, 19 January 2017.  EPA/FILIP SINGER  EPA/FILIP SINGER

Ein bitterer Abgang aus Melbourne. Titel Nummer 7 am Yarra River muss warten. Bild: FILIP SINGER/EPA/KEYSTONE

Wie geht es nun weiter mit dem Serben, der schon am Ende des vergangenen Jahres eine für seine Verhältnisse schwache Phase eingezogen hatte? «Er wird nach Hause gehen und mit seinem engsten Kreis besprechen, wie es weiter gehen soll», so Becker. Er bezeichnete die Niederlage als «eine neuen Weichenstellung für Novak Djokovic.»

Istomins Dank ans Mami

Das Turnier hat sich nun für Djokovics Ex-Coach «komplett verändert. Das ist ein Erdrutsch.» Er habe die Partie teilweise in den Katakomben verfolgt, gemeinsam mit Rafael Nadal und dessen Onkel und Coach Toni. «Es waren alle perplex darüber, wie Novak ‹nicht da› war.» Niemand habe sich erklären können, was draussen in der Rod Laver Arena gerade geschehe. Klar ist für Becker: Nun, da mit Djokovic der wahrscheinlich grösste Favorit ausgeschieden ist, werden die Australian Open richtig spannend. «Alle, die das Turnier lange nicht gewinnen konnten, riechen jetzt Lunte. Da kommen Hoffnungen und Träume auf, besonders bei Rafael Nadal.»

An den Turniersieg denkt Denis Istomin bestimmt nicht. Der Erfolg heute steht wohl mindestens auf der gleichen Stufe wie der bislang einzige Turniergewinn, 2015 auf Rasen im englischen Nottingham. Er bedankte sich nach dem Sieg bei seiner Mutter. Denn die ist gleichzeitig auch sein Coach. «Du machst einen tollen Job», lobte sie Istomin.

epa05729944 Denis Istomin signs autographs after defeating Novak Djokovic of Serbia in round two of the Men’s Singles at the Australian Open Grand Slam tennis tournament in Melbourne, Victoria, Australia, 19 January 2017.  EPA/TRACEY NEARMY AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Begehrtes Souvenir: Istomin signiert Tennisbälle. Bild: EPA/AAP

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