Erst schiesst Djokovic fast ein Ballmädchen ab – dann feiert er 400. Grand-Slam-Sieg
Was ist denn da passiert? Novak Djokovic führt 6:3, 4:2 gegen Botic van de Zandschulp, wehrt durch einen Fehler des Niederländers einen Spielball ab und drischt den Ball dann in Richtung des Ballkinds, das neben dem Netz sitzt. Beinahe trifft der 38-jährige Serbe das Mädchen – was eine Disqualifikation hätte nach sich ziehen können. So wie es 2020 beim US Open der Fall war, als Djokovic eine Linienrichterin aus Versehen am Hals getroffen hatte.
Dieses Mal hat er jedoch Glück und entging einer Strafe. Der Schiedsrichter verzichtet ausserdem auf eine Verwarnung. Djokovic entschuldigte sich sofort und sagte nach dem Dreisatzsieg in der 3. Runde: «Das war unnötig und in der Hitze des Gefechts. Ich hatte Glück und es tut mir leid, dass ich dem Ballkind oder anderen Personen Sorgen bereitet habe.»
Vielleicht muss sich Djokovic auch bedanken, dass das Mädchen ausgewichen ist. Im Falle eines Treffers hätte der Schiedsrichter mit dem Turnierverantwortlichen eine Disqualifikation prüfen können. Gemäss Regelwerk ist dies für «das gefährliche oder rücksichtslose Schlagen eines Balls innerhalb des Spielfelds oder das Schlagen eines Balls unter fahrlässiger Missachtung der Folgen» vorgesehen.
Die Weltnummer 4 liess sich von dem Vorfall nicht beirren und setzte sich nach 2:46 Stunden sovuerän 6:3, 6:4, 7:6 (7:4) durch. Für Djokovic war es der 400. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier – eine Marke, die bei den Männern noch niemand erreicht hat. Roger Federer gelangen 369 Erfolge. Djokovic zog mit seinem 102. Sieg in Melbourne in dieser Kategorie mit seinem langjährigen Schweizer Rivalen gleich, wobei Djokovic mit 112 Partien dafür fünf weniger benötigte als Federer. Indem Djokovic sich nun zum 70. Mal für einen Grand-Slam-Achtelfinal qualifizierte, übertraf er Federer in dieser Hinsicht zudem. (nih)
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