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Wird er Weltmeister oder nicht? Tom Lüthi gibt sich vorsichtig.
Wird er Weltmeister oder nicht? Tom Lüthi gibt sich vorsichtig.Bild: EPA/EFE

Ohne «Nuller» wird Tom Lüthi Weltmeister

Sechs Podestplätze in sieben Rennen – der beste Tom Lüthi aller Zeiten ist nach dem dritten Platz beim GP von Katalonien auf Titelkurs. Er hat bisher von allen Piloten am wenigsten Fehler gemacht.
12.06.2017, 09:2812.06.2017, 10:40

Tom Lüthi (30) ist der einzige Pilot in der Moto2-WM, der in allen sieben Rennen in die WM-Punkte gefahren ist. Im Gesamtklassement hat er den Rückstand auf Franco Morbidelli auf sieben Punkte verringert.

Tom Lüthi: Nach Mugello konnte er auch in Barcelona jubeln.
Tom Lüthi: Nach Mugello konnte er auch in Barcelona jubeln.Bild: EPA/ANSA

Zum Vergleich: vor einem Jahr hatte der Emmentaler nach Barcelona im Gesamtklassement 23 Punkte Rückstand, kassierte nachher noch drei «Nuller» ein (nicht unter den ersten 15) und konnte doch bis zum zweitletzten Rennen um den Titel fahren. In seiner Weltmeister-Saison (125 ccm/2005) hatte er nach sieben Rennen 11 Punkte Rückstand. Die Behauptung, dass er Weltmeister wird, wenn er ohne «Nuller» durch die Saison kommt, ist durchaus realistisch.

Rennen für Rennen

Natürlich spricht Tom Lüthi nicht über den WM-Titel. Die Krone ist sein Ziel, aber er weiss aus jahrelanger Erfahrung, dass er Rennen für Rennen nehmen muss – so wie Hockeyspieler in den Playoffs Shift für Shift, Drittel für Drittel, Spiel für Spiel.

«Ich fühle mich rundum wohl und glücklich.»
Tom Lüthi

Er sagt: «Franco Morbidelli hat die drei ersten Rennen gewonnen und da ist schon fabuliert worden, er sei unbesiegbar. Und Mattia Pasini, der die Saison mit einem Nuller begonnen hat, ist jetzt im Titelkampf auch dabei. Jedes Rennen ist neu, und im Laufe einer Saison kann sich viel passieren und kann sich so viel verändern.» In Barcelona hat Tom Lüthi Franco Morbidelli zum zweiten Mal hintereinander besiegt.

«Mein Cheftechniker ist ein Genie. Ich vertraue ihm blind.»

Aber der Behauptung, er sei jetzt so gut wie noch nie, widerspricht er nicht. «Ich fühle mich rundum wohl und glücklich. Das hängt auch damit zusammen, dass ich inzwischen im Winter besser weil gezielter trainiere und mich mit meinem Cheftechniker Gilles Bigot immer besser verstehe. Er ist ein Genie und ich vertraue ihm blind.»

2005 wurde Tom Lüthi zum ersten Mal Weltmeister.
2005 wurde Tom Lüthi zum ersten Mal Weltmeister.Bild: KEYSTONE

Der Tierarzt

Gilles Bigot ist sozusagen Tom Lüthis «Tierarzt». Im Rennsport gibt es einen bösen Spruch: wenn ein erfolgreicher Cheftechniker mit einem erfolgreichen Piloten spricht, dann unterhalten sich zwei Tierärzte. Wenn ein guter Cheftechniker sich mit einem Piloten unterhält, der die Technik nicht versteht, dann spricht ein Tierarzt mit einem Pferd.

Die optimale Zusammenarbeit macht es möglich, aus jeder Situation ein Maximum herauszuholen. In Mugello gelang Tom Lüthi nach vielen Schwierigkeiten im Training ein 2. Platz. Hier hat er nach durchzogenen Trainings die Abstimmung doch hingekriegt und ist wieder aufs Podest gefahren (2.).

Wird Tom Lüthi diese Saison Weltmeister?

Die wenigsten Fehler

«Es stimmt, es ist uns bisher immer gelungen, eine Lösung zu finden. In Jerez hatten wir grosse Schwierigkeiten und dann konnte ich doch wenigstens mit Platz acht wertvolle Punkte holen. Es ist wahrscheinlich schon so: wer ohne «Nuller» durch die Saison kommt, wird nahe am WM-Titel sein.» Was Tom Lüthi nicht sagt: Er hat bisher von allen Piloten am wenigsten Fehler gemacht. Selbst Franco Morbidelli und Alex Marquez sind diese Saison bereits je einmal im Rennen gestürzt.

Franco Morbildelli und Alex Marquez sind bereits gestürzt.
Franco Morbildelli und Alex Marquez sind bereits gestürzt.Bild: Miguel Morenatti/AP/KEYSTONE

Eine Frage der Erfahrung war auch die Art und Weise, wie Tom Lüthi die heikelste Situation des Rennens gleich nach dem Start gemeistert hat. «Ich bin abgedrängt worden und musste die Abkürzung über die Schikane nehmen.» Er bewahrte kühlen Kopf und reihte sich auf der gleichen Position wieder ein – hätte er nach der Abkürzung weiter vorne wieder eingefädelt, wäre er mit einer Zeitstrafe belegt worden, die ihm wohl den Podestplatz gekostet hätte.

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