Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
BILDPAKET -- ZUM JAHRESRUECKBLICK 2018 NATIONAL, STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Berns Torhueter Marco Woelfli wird von den Fans gefeiert nach dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Mit seinem gehaltenen Elfmeter einer der grossen Berner Helden: Kultgoalie Marco Wölfli Bild: KEYSTONE

Unvergessen

Wölfli hält, Nsame trifft – nach 32 Jahren krönt sich YB wieder zum Meister

28. April 2018: Im Stade de Suisse ist endlich der Tag gekommen, auf den der BSC Young Boys und seine Fans so lange gewartet haben. YB schlägt zuhause den FC Luzern und holt den ersten Meistertitel nach einer 32 Jahre langen Durststrecke.

peter lerch / keystone-sda



Glücklich der Verein, der sich durch ein Datum im Jahreskalender an seinen schönsten Moment erinnern kann. Für den FC Zürich wird es wohl auf ewig der 13. Mai sein. An jenem Samstag im Jahr 2006 sicherte sich der FCZ mit einem 2:1 im St.-Jakob-Park gegen Basel den Meistertitel - seinen ersten nach einer Durststrecke von 25 Jahren. Besungen werden auch heute noch die 93. Minute und der entscheidende Spielzug: Hereingabe von Florian Stahel von rechts, Direktabnahme von Iulian Filipescu, Tor.

Was für den FCZ der 13. Mai 2006, ist für YB der 28. April 2018. Gar 32 Jahre lange hatten die ergrauten Zuschauer unter den Fans auf die Momente warten müssen. Die Zeiten, in denen die Mannschaft verschiedene Meistertitel nebst Cupsiegen «veryoungboyst» hatte, waren auf einen Schlag vergessen.

Der Zuercher Iulian Filipescu, 2. links, schiesst das Siegestor gegen Basels Torhueter Pascal Zuberbuehler, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, in Basel. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Ein Moment, den kein FCZ-Fan vergessen wird: Das Siegestor von Filipescu gegen Basel. Bild: KEYSTONE

Für jenen sommerlich warmen Samstagabend im Stade de Suisse schien ein Meister der Dramaturgie das Drehbuch geschrieben zu haben. YB musste gegen Luzern gewinnen, um vorzeitig als Meister festzustehen. Nach 76 Minuten stand es 1:1, als Luzern nach einem unstrittigen Foul von Guillaume Hoarau einen Penalty zugesprochen bekam.

Goalie Marco Wölfli lenkte den Schuss des Georgiers Valerian Gwilja mit einem Reflex mit der rechten Hand an die Latte und behändigte den Ball. Wölfli wäre in dieser Minute eine Vereinslegende geworden, wenn er nicht schon eine gewesen wäre. Die Berner rannten an, das von Jonas Omlin gehütete Tor war zugenagelt.

ARCHIV - ZUM KEYSTONE-SDA-TEXT UEBER DIE MEISTERFEIER 2018 VON YB STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Berns Torhueter Marco Woelfli wehrt einen Penalty von Luzerns Valeriane Gvilia ab, Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Marco Wölfli hält dem Penalty von Gwilja. Bild: KEYSTONE

Dann aber der entscheidende Spielzug in der heute in Bern besungenen 89. Minute: Flanke von links von Miralem Sulejmani, Guillaume Hoarau legt mit dem Kopf quer zu Jean-Pierre Nsame, und dieser trifft per Dropkick. Das Getöse im Stadion war nur deshalb nicht lauter als bei Wölflis Parade, weil es nicht mehr lauter sein konnte.

Nach dem Schlusspfiff nach gut 94 Minuten implodierte das Stade de Suisse. Binnen Sekunden war den Rasen von Hunderten, wenn nicht Tausenden von jubelnden und weinenden Fans überflutet. Alle umarmten alle, und Wölfli kam nicht mehr herunter von den verschiedensten Schultern, die ihn in den Himmel lüpften.

ARCHIV - ZUM KEYSTONE-SDA-TEXT UEBER DIE MEISTERFEIER 2018 VON YB STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - YB Fans feiern den Meistertitel nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Nach dem Schlusspfiff stürmen die YB-Fans auf den Rasen, um ihre Helden zu feiern. Bild: KEYSTONE

Es folgte eine Jubelnacht, eine Freinacht, wie sie das Stadion und die Stadt nicht gekannt hatten. Und alles lief friedlich ab. Gerardo Seoane, damals noch Trainer beim unterlegenen FC Luzern, sagte später, die Momente nach dem Schlusspfiff hätten ihn tief beeindruckt.

abspielen

Alle Highlights des YB-Meisterspiels im Video. Video: YouTube/BSC Young Boys

Fans mit mehr Selbstbewusstsein

Claudia Salzmann ist Journalistin im Stadtressort der Berner Zeitung. Für das Vereinsmagazin der Young Boys schreibt sie regelmässig Beiträge aus dem Bereich der Fans. Selber gehört sie einem etwa 30 Personen zählenden Klub an, einem der zahlreichen mit Vorständen konstituierten und in einer Dachorganisation eingetragenen gelbschwarzen Fanklubs.

Der 28. April sei bei den Fans immer ein Thema, sagt Claudia Salzmann. «Wenn die Berner einen neuen Feiertag auswählen könnten, wäre es der 28. April. Dieses Datum löst zumindest bei mir sicher mehr Emotionen aus, als dies beispielsweise Silvester tut.»

Der 28. April 2018 habe das Selbstbewusstsein der YB-Fans deutlich gehoben, sagt Salzmann, die ein Abo im Sektor C besitzt. «Auf unseren Rängen wird viel weniger gejammert, wenn mal ein Spiel nicht wie am Schnürchen läuft.» Aber schlechte Spiele gebe es seit zwei Jahren sowieso wenige.

abspielen

Der offizielle Meisterfilm 2017/18. Video: YouTube/BSC Young Boys

Jahrestag mit reduzierten Feierlichkeiten

Diesen Dienstag würden die Fans und Fanklubs auf mannigfache Weise den zweiten Jahrestag des 28. April feiern. Die Coronavirus-Krise ermöglicht nur ein stilles Feiern daheim und auf Distanz. «Ich werde in kleinem Rahmen mit anderen Fans per Videochat anstossen», sagt die 37-Jährige.

Der Fanklub-Dachverband Ostkurve Bern ruft alle auf, alle verfügbaren YB-Fahnen zu hissen und die YB-Leibchen aus den Schlafzimmerfenstern hängen zu lassen. «Die Stadt soll in einem gelbschwarzen Farben- und Fahnenmeer versinken», schreiben die Ostkurven-Fans.

Der Verein, der BSC Young Boys, unterstützt diese Aktion mit Symbolkraft und begeht seinerseits das kleine Jubiläum auf seinen Social-Media-Kanälen. Tagsüber sind Bilder und Videos zu sehen. Am Abend - ab 19.00 Uhr wie schon am 28. April 2018 - wird der unvergessliche Match in voller Länge gezeigt. Wahlweise kann man das Spiel mit dem euphorischen Originalkommentar des Reporterduos von Radio Gelb-Schwarz sehen. (dab/sda)

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das phänomenale YB-Jubeljahr 2018

Eine Liebeserklärung an den BSC Young Boys

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Vier Jahre vor dem grossen Desaster wird der EHC Arosa ein letztes Mal Meister

23. Februar 1982: Der Titel 1980 kam überraschend, der 2. Rang 1981 war dann die Bestätigung und mit der neunten Schweizer Meisterschaft meldet sich Arosa definitiv im Konzert der ganz Grossen zurück. Der Klub wird als gesundes, erfolgreiches Unternehmen gelobt – doch vier Jahre später folgt der überraschende Abschied aus dem Profisport.

Die Poltera-Brüder hatten den EHC Arosa in den 1950er Jahren berühmt gemacht. Von 1951 bis 1957 spielten Ueli und Gebi Poltera, Hansmartin Trepp und ihre Teamkollegen die Gegner schwindlig. In der Nationalmannschaft war der «Aroser Sturm» legendär. Die Schweiz holte 1948 Olympia- und 1950 und 1951 WM-Bronze. Im Klub konnte sie niemand stoppen. Sieben Meistertitel in Serie, die Dominanz war erdrückend. Die Sturmlinie eine der besten Europas.

Verletzungen beendeten die Übermacht. 1960 stieg Arosa …

Artikel lesen
Link zum Artikel