Gewinnt er alle fünf Monumente in Folge? Pogacar triumphiert auch in Flandern
In einer Woche könnte Geschichte geschrieben werden. Das ist dann der Fall, wenn sich Tadej Pogacar auch Paris-Roubaix unter den Nagel reissen kann. Er hätte dann saisonübergreifend das Kunststück geschafft, alle fünf Monumente des Radsports hintereinander zu gewinnen.
Die Serie begann im Vorjahr mit den Siegen bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt. Sie setzte sich fort mit Pogacars erstem Sieg bei Mailand-Sanremo vor zwei Wochen und nun am Ostersonntag an der Flandern-Rundfahrt.
Zu Rekordsiegern aufgeschlossen
In Oudenaarde fuhr der 27-jährige Weltmeister nach 278 Kilometern durch Flandern und dessen Hellinge als Solosieger über die Ziellinie. Nach 2023 und 2025 war es Pogacars dritter Sieg in diesem Rennen. Öfter konnte es noch niemand gewinnen, Pogacar ist nun auf Augenhöhe etwa mit dem Schweizer Fabian Cancellara.
Die Entscheidung führte er am Oude Kwaremont herbei. 18 Kilometer waren noch zu fahren, als Pogacar seinen letzten Begleiter abschüttelte, Mathieu van der Poel. Der Niederländer hatte die Flandern-Rundfahrt 2020, 2022 und 2024 gewonnen und war der einzige, der nach einer ersten Tempoverschärfung Pogacars knapp 60 Kilometer vor dem Ziel noch mithalten konnte. Van der Poel wurde Zweiter, der Belgier Remco Evenepoel beim Debüt an der «Ronde» Dritter. «Es war ein verrücktes Rennen, sehr hart», sagte Pogacar.
Entscheidung in der «Hölle des Nordens»
Längst fährt Tadej Pogacar nicht nur gegen seine aktuellen Gegner, sondern auch um Einträge im Geschichtsbuch. Er könnte nicht nur alle fünf Monumente in Folge gewinnen – sondern kann gar damit liebäugeln, alle fünf in einer Saison zu gewinnen. Auch wenn die Anfang April natürlich noch lang ist.
Vom «Karriere-Grand-Slam» trennt Pogacar noch ein Erfolg bei Paris-Roubaix. In der «Hölle des Nordens» war er im Vorjahr erstmals angetreten, damals musste er sich Van der Poel geschlagen geben. Trotz eines Sturzes schaffte er es bei der Premiere auf Rang zwei.
Bis jetzt sei seine Saison perfekt gelaufen, durfte Pogacar zufrieden feststellen – er gewann bei allen seinen drei Starts. «Ich fahre nicht besonders oft. Wenn ich antrete, ist der Druck da, zu gewinnen.» Er reise motiviert nach Roubaix und werde «versuchen, die Pavés zu geniessen».
Wie Merckx?
In der ewig langen Geschichte des Radsports gelang es nur drei Fahrern, sämtliche fünf Monumente für sich zu entscheiden. Rik van Looy war in den 50er- und 60er-Jahren der Erste, es folgten – natürlich – Eddy Merckx und Roger De Vlaeminck in den 70ern.
Eine Legende ist Tadej Pogacar schon lange. 258 Kilometer mit 30 Passagen über holpriges Kopfsteinpflaster trennen ihn noch vom nächsten unfassbaren Meilenstein seiner glanzvollen Karriere.
Als beste Schweizerinnen erreichten Noemi Rüegg und Elise Chabbey das Ziel auf den Rängen 12 und 15.
