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Die Tour de Quarantine ist genau das, was ein Sport-Fan jetzt braucht



Es sind harte Zeiten für uns alle. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Dabei würden Radsportfans jetzt noch über die entscheidende Attacke am Poggio bei Mailand – San Remo am vergangenen Samstag diskutieren und sich schon auf die Flandern-Rundfahrt freuen und auf Paris – Roubaix, das beste Velorennen überhaupt.

epa08301573 (FILE) - The riders pack in action on a  cobblestone section during the 117th Paris Roubaix cycling race, France, 14 April 2019 (reissued on 17 March 2020). On 17 March 2020 the organisers and the Union Cycliste Internationale (UCI) communicated that the 2020 Paris-Roubaix, as well as the Liege-Bastogne-Liege and Fleche Wallone cycling races will be postponed amid the COVID-19 coronavirus pandemic.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON *** Local Caption *** 55127097

Leider nicht in diesem Frühling: Der Kopfstein-Klassiker Paris – Roubaix. Bild: EPA

Doch das Coronavirus hat sämtlichen Sport zum Erliegen gebracht. Gestern wurden auch die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio auf unbestimmte Zeit verschoben. Nur beim Diktator Lukaschenko in Weissrussland wird noch Fussball gespielt – und Radsport-Kommentator Brad Sohner hat die Tour de Quarantine ins Leben gerufen. Aus Pittsburgh zeigt er täglich das spannende Finish einer Etappe, die nicht von Profis bestritten wird, sondern von ahnungslosen Passanten.

«Es wird langsam richtig langweilig in meiner Wohnung», schreibt Sohner zum Video der ersten Etappe, «aber die Tour de Quarantine verspricht viel Renn-Action direkt vor meinem Fenster.» Und so sieht das aus:

Die erste Etappe endet mit einer Bergankunft auf der Alpe d'River. Gleich zu Beginn des im Schnitt zwei Prozent steilen Anstiegs setzt die «Lady on an E-Bike» zum Angriff an und distanziert ihren Verfolger, den «Guy in Orange», entscheidend. Sohner lobt ihre Taktik und analysiert in Zeitlupe noch einmal, wie es zum Etappensieg kam. «Schlechte Vorbereitung», nennt der «Guy in Orange» im Interview als Grund für sein Scheitern, er hoffe auf den nächsten Tag.

Doch in der zweiten Etappe hat er nichts zu bestellen. «Nach der Etappe für die Kletterer gestern ist das heute etwas für die Sprinter», kündet Reporter Sohner an. Ein Trio dürfte den Sieg auf den letzten paar hundert Metern unter sich ausmachen. Oder doch nicht? «Jetzt taktieren sie und das erlaubt dem Typ mit dem Anhänger, aufzuschliessen!»

Der «Trailer Guy» feiert einen unfassbaren Sieg, gewinnt er doch trotz Krämpfen auf der Zielgerade. «Es ist nie vorbei, bevor es vorbei ist», weiss Sohner. Ein Triumph, der mindestens so spektakulär ist wie jener von Mathieu van der Poel im vergangenen Jahr beim Amstel Gold Race.

Niemand weiss, wie lange die Tour de Quarantine dauert. Sicher ist: Im Finish der dritten Etappe geht es hoch zu und her.

Sohner hat die Berichterstattung derweil ausgebaut. Fans sehen nicht nur Live-Bilder, Zeitlupen, Analysen und Interviews. Neu teilt er auch noch das Bulletin der Rennkomissäre und das hat es nach Etappe 3 in sich. Etappensieger «White Fork» kassiert eine Busse von 100 Franken für ungebührliches Verhalten und drei andere Fahrer werden mit jeweils 200 Franken gebüsst, weil sie die Strecke verlassen haben oder das Social Distancing nicht eingehalten haben.

Nun steht die vierte Etappe auf dem Programm. Nach dem dritten Teilstück der Tour de Quarantine kündigt Brad Sohner an: «Viele Fahrer haben Kraft gespart für das Zeitfahren morgen.» Wir sind gespannt!

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Staubige Bilder des Velo-Klassikers Paris – Roubaix

Ein wahrer Kommentator eskaliert auch ohne Fussball

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