«Legende» – selbst Pinheiro Braathen feiert den Sieger der Herzen in Adelboden
Ausfall, zu langsam, Ausfall, zu langsam. Die Weltcup-Karriere von Shiro Aihara ist bis am Sonntag eine Aneinanderreihung von Enttäuschungen. Und es deutet zunächst wenig darauf hin, dass sich dies im Berner Oberland ändern wird. Denn Aihara muss mit der hohen Startnummer 60 versuchen, sich für den 2. Lauf der besten 30 Fahrer zu qualifizieren.
Die Piste am Chuenisbärgli ist jedoch in einem tadellosen Zustand – und das kann der 24-Jährige aus der Präfektur Hokkaido ausnutzen. Dank tadelloser Fahrt darf er im 18. Weltcup-Rennen seiner Karriere erstmals auch in der Entscheidung ran.
Der Japaner eröffnet bei perfektem Winterwetter den 2. Lauf. Er kommt durch und lässt sich von den tausenden Fans auf der eindrucksvollen Tribüne feiern.
Aihara darf auf dem Leaderthron Platz nehmen. Lässt einen Fahrer hinter sich und noch einen, strahlt, macht Faxen, wird im Nu zum Publikumsliebling.
Am Ende schafft er es auf Rang 25. «Legende», kommentiert Lucas Pinheiro Braathen, der viertklassierte Brasilianer, auf Instagram. Der Ski-Weltverband kürt Aihara zum «Held des Tages».
«Jetzt geht's los», kündigt Shiro Aihara auf seinem Instagram-Account an. Dem ersten Streich will er weitere folgen lassen. In Wengen, Kitzbühel und Schladming stehen in den nächsten Wochen drei weitere Weltcup-Slaloms auf dem Programm. Dann wird der Japaner versuchen, erneut Punkte einzufahren.
Doch eines ist nach der Premiere klar: Adelboden wird im Herzen von Shiro Aihara stets einen besonderen Platz einnehmen. «Love Adelboden so much», schreibt er – und kopiert gleich noch den Refrain der inoffiziellen Berner Oberländer Hymne «Vogellisi» in seinen Post.
