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Olympia 2026: Alle Ski-Olympiasieger, die nie im Weltcup triumphierten

United States' Breezy Johnson poses after winning the gold medal in the alpine ski women's downhill race, at the 2026 Winter Olympics, in Cortina d'Ampezzo, Italy, Sunday, Feb. 8, 2026. ...
Gold in Cortina: Breezy Johnson triumphiert in der Olympia-Abfahrt.Bild: keystone

Breezy Johnson gesellt sich zu 5 Olympiasiegern, die nie im Weltcup gewonnen haben

Man muss nicht viele Rennen gewinnen – wenn es dafür die wichtigen sind. Ein Jahr nach ihrem WM-Titel holt Breezy Johnson auch an den Olympischen Spielen Abfahrtsgold.
08.02.2026, 16:1908.02.2026, 16:19

So mancher Ski-Legende war es nie vergönnt, den wohl grössten Traum vieler Einzelsportlerinnen und -sportler zu verwirklichen: Olympia-Gold. Didier Cuche und Maria Walliser sind zwei Beispiele aus der Schweiz. Beide gewannen an Weltmeisterschaften und zahlreiche Kristallkugeln, aber bei den Olympischen Spielen brachten sie es nie perfekt auf den Punkt. Gleiches gilt für Marc Girardelli und Renate Götschl, die zwar je 46 Weltcuprennen und mehrere WM-Goldmedaillen gewannen, sich aber nicht Olympiasieger nennen dürfen.

Breezy Johnson ist der umgekehrte Fall. Sie ist eine Frau für die besonderen Stunden. 2025 wurde sie in Saalbach Abfahrts-Weltmeisterin, 2026 schlug sie an den Olympischen Spielen in Cortina ebenfalls in der Königsdisziplin zu. Im Weltcup wurde sie schon drei Mal Zweite und sechs Mal Dritte – stand aber bisher noch nie zuoberst.

United States' Breezy Johnson celebrates at the finish area of an alpine ski women's downhill race, at the 2026 Winter Olympics, in Cortina d'Ampezzo, Italy, Sunday, Feb. 8, 2026. (AP P ...
Kann es kaum glauben: Breezy Johnson.Bild: keystone

Um Menschen, denen am richtigen Tag das Rennen ihres Lebens gelang, soll es hier gehen: die anderen fünf Olympiasiegerinnen und Olympiasieger seit der Einführung des Weltcups im Jahr 1967, die wie Breezy Johnson nie im Weltcup gewannen.

Josef Polig

Kombination, 1992 in Albertville

Bildnummer: 05326489 Datum: 11.02.1992 Copyright: imago/Sven Simon
Josef Polig (Italien), Olympiasieger in der Kombination der Olympischen Spiele 1992; Vdia, quer, Sieg, Jubel, Goldmedaille, Gold, Med ...
Bild: imago images

«Niemand rechnete mit mir, nicht einmal ich selbst», sagte Josef Polig später über seinen Triumph bei den Olympischen Spielen in Albertville. Der Italiener sicherte sich in der Kombination, als diese neben der Abfahrt noch mit zwei Slalomläufen und an zwei Tagen ausgetragen wurde, die Goldmedaille vor seinem ebenfalls überraschenden Landsmann Gianfranco Martin und dem Schweizer Steve Locher.

Schon bei der Abfahrt gab es Probleme. Die Strecke wurde zu spät präpariert, weshalb das Rennen erst um 14.40 Uhr statt wie geplant um 10 Uhr gestartet werden konnte. Am nächsten Tag bei den Slaloms schneite es heftig. Paul Accola sagte später gemäss Tages-Anzeiger: «Es war die schlechteste Piste, die ich in meinem Leben gesehen habe. Bei jedem Skilager-Rennen waren die Verhältnisse besser.» Seinen Unmut zeigte der damals 24-jährige Schweizer, der im ersten Lauf gepatzt hatte, im zweiten Lauf deutlich: Er streckte beim Fahren die Zunge raus, überquerte die Ziellinie nach einer Pirouette rückwärts und zeigte der Jury den Mittelfinger. Seine Startnummer vergrub er dann im Tiefschnee.

Bildnummer: 05326586 Datum: 11.02.1992 Copyright: imago/Sven Simon
Paul Accola (Schweiz) ist wütend und zeigt den Mittelfinger; Vdia, quer, Gestik, Stinkefinger Olympische Spiele Albertville 1992, Win ...
Paul Accola zeigt der Jury den Stinkefinger.Bild: imago images

Polig fuhr in der Abfahrt auf Platz 6, im Slalom war er insgesamt der fünftbeste. In Kombination reichte das «Speck-Joe» – Polig war ein Liebhaber von Fleischwaren, der den Konkurrenten jeweils Speck aus der Heimat verteilte – im Skandalrennen zu Olympia-Gold. Weder er noch die weiteren Medaillengewinner schafften es im Weltcup je auf ein Podest.

Kerrin Lee-Gartner

Abfahrt, 1992 Albertville

Ski Alpin Olympische Spiele 1992: LEE-GARTNER (CAN) Olympische Winterspiele Albertville 08-23.02.1992 Abfahrt Damen 15.02.1992 Kerrin LEE-GARTNER (Canada) jubelt ueber ihre Goldmedaille. Albertville F ...
Bild: www.imago-images.de

Ebenfalls in den französischen Alpen krönte sich Kerrin Lee-Gartner zur Olympiasiegerin. Die Kanadierin wurde an dem kalten Tag aufgrund vieler Verletzungen von Schmerzen geplagt, doch sie wusste, dass sie sich perfekt vorbereitet hatte. Sie hatte die Piste Stück für Stück analysiert, ging anders an die Trainingsfahrten heran als ihre Konkurrentinnen und war überzeugt: «Ich mag die Piste und heute könnte mein Tag sein.»

Und das wurde er tatsächlich. In einem knappen Rennen setzte sich die damals 25-Jährige mit sechs bzw. neun Hundertstelsekunden Vorsprung auf Hilary Lindh und Veronika Wallinger durch. Eine Enttäuschung erlebte die zu dem Zeitpunkt beste Abfahrerin der Welt: Katja Seizinger verpasste eine Medaille um drei Hundertstelsekunden – die Deutsche gewann später aber noch dreimal Olympia-Gold.

Die Siegesfahrt von Kerrin Lee-Gartner.Video: YouTube/Alexx87

Lee-Gartners Triumph wurde in Kanada 2021 zum grössten Moment der Skigeschichte des Landes gekürt. Zwei Jahre nach ihrem grössten Erfolg trat sie 27-jährig zurück, nachdem ihre gute Freundin Ulrike Maier infolge eines schweren Sturzes verstorben war.

Daniela Ceccarelli

Super-G, 2002 in Salt Lake City

Olympiasiegerin Daniela Ceccarelli (Italien) freut sich Alpiner Skilauf OS Winter Damen Olympische Winterspiele 2002, Olympia, Olympiade, Spiele, Ski Alpin, Skisport, Super G Einzelbild Snowbasin Salt ...
Bild: imago

Einen Weltcupsieg fuhr Daniela Ceccarelli nie ein, aber weil sie kurz vor den Olympischen Spielen in Salt Lake City einen zweiten Platz im Super-G und einen dritten Platz in der Abfahrt erreichte, durfte sie immerhin zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen gezählt werden. Mit der Startnummer 9 ging die damals 26-jährige Italienerin mit einem damals noch üblichen Spezialhelm in den Super-G. Ihrer zu dem Zeitpunkt führenden Landsfrau Karen Putzer nahm sie 27 Hundertstelsekunden ab. In der Folge kam lediglich noch Janica Kostelic an Ceccarelli heran – wegen fünf Hundertstelsekunden blieb Letztere aber vorn.

Die Fahrten der Podestfahrerinnen mit Ceccarelli ab 1:29.Video: YouTube/Alexx87

Ein weiteres Mal fuhr Ceccarelli im Weltcup noch aufs Podest. Bei Olympischen Spielen war in drei weiteren Rennen ein 15. Platz ihr Bestergebnis. Auch in Cortina dürfte die heute 50-Jährige dabei sein. Schliesslich ist sie mittlerweile Trainerin beim albanischen Skiverband, wo sie unter anderem ihre Tochter Lara Colturi betreut. Die 19-Jährige ist ebenfalls noch ohne Weltcupsieg …

Jean-Luc Crétier

Abfahrt, 1998 in Nagano

CRETIER Jean Luc Team FRA Olympiasieger Abfahrt der Maenner Olympische Winterspiele 1998 in Nagano Japan vom 07. - 22. 02 1998 am 13.02.1998 in Nagano *** CRETIER Jean Luc Team FRA Olympic Champion Do ...
Bild: www.imago-images.de

Die Abfahrt in Nagano ist noch heute vielen in Erinnerung: wegen des heftigen Sturzes von Weltcup-Dominator Hermann Maier, der wenige Tage später Doppel-Olympiasieger wurde. Den Sieger kennen hingegen wohl nur noch die wenigsten: Jean-Luc Crétier. Der Franzose startete unmittelbar vor Maier und machte das Rennen seines Lebens. Um vier Zehntelsekunden und mehr distanzierte der damals 31-Jährige die Konkurrenz.

Ein Weltcuprennen gewann Crétier vorher und nachher nicht. Im Dezember 1998 stürzte er bei der Abfahrt in Gröden schwer und erklärte danach seinen Rücktritt. Kürzlich teilte er mit, dass ihm seine Olympiamedaille im letzten Sommer gestohlen wurde. «Während einer Woche konnte ich nicht mehr schlafen. Es ist, als ob einem das Herz herausgerissen wurde», erklärte der untröstliche Crétier.

Die Fahrt von Jean-Luc Crétier (ab 1:58).Video: YouTube/Alexx87

Debbie Armstrong

Riesenslalom, 1984 in Sarajevo

Olympiasiegerin Debbie Armstrong (USA) jubelt im Ziel - Riesenslalom Alpiner Skilauf OS Winter Damen Olympische Spiele 1984, Winterspiele, Ski Alpin, Skisport, Riesenslalom, Vdia Einzelbild Jahorina S ...
Bild: imago

Ihr gelang ein Podestplatz im Super-G, im Gesamtweltcup war sie nie besser als 20. und in der Disziplinenwertung im Riesenslalom nie besser als Zwölfte. Und trotzdem ist Debbie Armstrong Olympiasiegerin. Weil die damals 20-jährige US-Amerikanerin im Februar 1984 im Riesenslalom den besten Tag erwischte. Ihre Landsfrau Christin Cooper holte Silber, die französische Slalomspezialistin Perrine Pelen Bronze.

Nur auf Platz 7 fuhr die Schweizerin Erika Hess, die den Weltcup in jener Saison dominiert hatte, bei Olympia aber nie triumphierte. Später erzählte sie im Blick: «Ich habe den Druck gespürt, vielleicht auch, weil ich an der Eröffnungsfeier Fahnenträgerin war. An Olympia erwartet das ganze Land Medaillen von einem.» Von Armstrong erwartete hingegen niemand eine Medaille – ein Erfolgsrezept, das vielleicht auch bei Mailand-Cortina 2026 zu einem Überraschungserfolg führen könnte.

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Die Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele 2026 Mailand-Cortina
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Die Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele 2026 Mailand-Cortina

Hier wird vom 6. bis 22. Februar 2026 um Gold, Silber und Bronze gekämpft.

quelle: keystone / alessandro trovati
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So leben die olympischen Athletinnen und Athleten in Milano-Cortina
Video: watson
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«Es ist nicht für alle wie für Marco und Franjo»: Monney wartet noch auf den grossen Coup
Während seine Teamkollegen über Medaillen jubeln, laufen die Winterspiele für Alexis Monney noch nicht wie gewünscht. Im Super-G vom Mittwoch könnten ihm jedoch die Bedingungen entgegenkommen.
Als Alexis Monney nach der Team-Kombination im Zielraum von Interview zu Interview geht, wandern seine Augen immer wieder hinauf zur Piste. Dort haben die Vorbereitungen für den Super-G bereits begonnen. Pistenchef Matteo Marsaglia, bis vor drei Jahren selbst noch als Athlet aktiv, hat veranlasst, dass nochmals grosszügig gewässert wird. Monney und Co. dürften am Mittwoch eine noch eisigere Stelvio vorfinden.
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