Diese Seite von Juliane Seyfarth sieht man nicht im Skispringen
Nach Rang 10 in Pyeongchang und Rang 19 in Peking nimmt Juliane Seyfarth in Mailand-Cortina ihren dritten Anlauf auf eine Olympiamedaille. Weil die Frauen in diesem Jahr erstmals auch von der Grossschanze springen dürfen, erhält die Deutsche heuer zwei Chancen.
Doch die Gewinnerin von sieben Weltcup-Konkurrenzen und zweifache Team-Weltmeisterin ist nicht nur Profisportlerin. Seyfarth tritt auch als Künstlerin auf. Auf Social Media präsentiert sie sich und ihren Körper, mal bekleidet, mal nackt.
«Es hat mit dem Sport gar nichts zu tun», betont sie in der «Bild», «das ist einfach meine Kunst.» Um die beiden Welten voneinander zu trennen, bespielt sie zwei Instagram-Profile. Auf dem einen zeigt Juliane Seyfarth ihren Alltag als Skispringerin, auf dem anderen kann man der Kunstfigur Nayeli Rose folgen.
Frauen kommentieren netter
Diese Entscheidung sei bewusst gefallen. «Man kennt mich halt im Skispringen als Juliane, und was ich sonst mache, das verdient eine eigene kleine Bühne.» Sie erhalte täglich «sehr viele liebe» Rückmeldungen. «Zu 99 Prozent sind es immer nette Worte.»
Beim Feedback stellt Seyfarth, aktuell auf Platz 18 im Gesamtweltcup, jedoch durchaus Unterschiede fest. «Die Kommentare und Nachrichten der Männer sind schon nett. Aber Frauen sehen da eher die Kunst dahinter und nicht nur den Körper. Von ihnen Komplimente zu bekommen, ist schöner.» Viele Frauen würden ihr schreiben, wie inspirierend sie ihre Fotos fänden und fragten, ob sie gemeinsame Bilder machen würde.
Erste Chance am Samstag
Trotz der medialen Aufmerksamkeit folgen Seyfarth mehr Menschen, wenn man sie mit Helm und Sprunganzug sieht statt im Bikini. Der Account der Skispringerin hat mit 75'000 Followern derzeit rund 15'000 mehr als jener der Künstlerin.
In den nächsten Tagen liegt der Fokus selbstredend auf dem Sport: Am Samstagabend geht es bei den Frauen um die Medaillen auf der Normalschanze.
Auch langfristig sieht Seyfarth ihre Zukunft im Sport. «Jetzt kommen ja erst all die Sachen, wofür wir all die Jahre gekämpft haben. Skifliegen, Vierschanzentournee – das nehme ich schon alles noch mit», kündigt sie an.
Die 35-Jährige führt weiterhin ein Parallelleben – als Juliane Seyfarth auf den Schanzen dieser Welt und als Nayeli Rose im Internet.
