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Olympia 2038 in der Schweiz? Budget und Zeitplan der Kandidatur

Die Natur-Skisprungschanze, Titlis Schanze in Engelberg mit einer Gesammthoehe von 140m und dem K-Punkt auf 125m anlaesslich des Skisprung Continental Cup am Samstag 27. Dezember 2025 in Engelberg. (K ...
Auf der Titlis-Schanze in Engelberg könnte Simon Ammanns Nachfolger gekürt werden (vielleicht ist er 2038 auch nochmals dabei).Bild: KEYSTONE

Olympia 2038 in der Schweiz? So geht es mit dem Projekt weiter

Die Schweizer Sportverbände wollen die Olympischen Winterspiele ins Land holen. Am Montag haben sie vorgestellt, wo die Wettkämpfe stattfinden sollen. Nun ist die Politik am Zug.
12.01.2026, 14:3112.01.2026, 14:31

Bis 2038 vergehen zwar noch zwölf Jahre. Viel Zeit. Doch um möglichst umsichtig planen zu können, hilft eine frühzeitige Vergabe der Olympischen Spiele und der Paralympics. Bereits im nächsten Jahr könnte das Internationale Olympische Komitee (IOC) der Schweizer Kandidatur den Zuschlag geben.

Das Budget

Die Projekt-Verantwortlichen planen mit einem Gesamtbudget von 2,2 Milliarden Franken. Davon sollen 82 Prozent (rund 1,8 Milliarden) privat finanziert werden, 18 Prozent (rund 400 Millionen) soll die öffentliche Hand beisteuern.

Das Budget der Olympischen Spiele 2038 in der Schweiz, geplante Einnahmen und Ausgaben
Einnahmen (oben) und Ausgaben sollen sich die Waage halten.grafik: switzerland2038.com

Ein wichtiger Punkt, um Olympia-Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Es soll keine Defizitgarantie von Bund und Kantonen geben, dafür eine von Privaten in der Höhe von 200 Millionen Franken.

Die Macher rechnen durch eine Austragung in der Schweiz mit positiven wirtschaftlichen Effekten. Sie haben eine Bruttowertschöpfung von zwischen 2,75 und 3,68 Milliarden Franken errechnet. Bund, Kantone und Gemeinden können demnach mit Steuereinnahmen in der Höhe von 260 bis 350 Millionen Franken rechnen und es sollen bis zu 25'000 Vollzeitstellen entstehen. Die Erfahrung früherer Spiele lehrt, dass solchen Prognosen mit einer Portion Skepsis begegnet werden sollte.

Der Zeitplan

Die wichtigsten Daten der Schweizer Kandidatur für Olympische Spiele 2038:

November 2023

Das IOC ist vom Potenzial von Olympischen Spielen in der Schweiz überzeugt. Die beiden Parteien treten in einen privilegierten Dialog. Das heisst, dass bis Ende 2027 nur eine Schweizer Bewerbung ein Thema ist.

Mai 2024

Die olympischen Mitgliedsverbände von Swiss Olympic bekräftigen an der Delegiertenversammlung ihre volle Unterstützung für die Kandidatur.

September 2024

Der Bundesrat erklärt, dem Projekt positiv gegenüber zu stehen. Die Arbeiten sollen von einer Arbeitsgruppe des Bundes begleitet werden:

«Der Bundesrat sieht Olympische und Paralympische Winterspiele in der Schweiz als grosse Chance für das Land, so unter anderem für die Weiterentwicklung des Sports, für technische Innovationen, für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts wie auch für das positive Ansehen der Schweiz.»

September 2025

Das erarbeitete Dossier wird dem Bundesamt für Sport eingereicht.

November 2025

Die geplanten Austragungsorte der dezentralen Spiele werden bestätigt.

Januar 2026

Die detaillierten Pläne werden der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist keine Host City vorgesehen, die Schweiz tritt als Host Country in Erscheinung mit Wettkämpfen an zahlreichen Orten:

Bis Dezember 2026

Das Thema geht in die Politik: Vernehmlassung, Diskussionen im National- und Ständerat. Den Machern ist bewusst: In der Schweiz, einem Land, in dem politische Prozesse oft lange dauern, ist das relativ wenig Zeit.

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Zweites Quartal 2027

Die Kandidatur soll beim IOC eingereicht werden. Dieses entscheidet voraussichtlich an seinem Kongress in Punta Cana (Dominikanische Republik) darüber, ob die Olympischen Spiele 2038 in der Schweiz ausgerichtet werden.

Ab 2028

Ein obligatorisches Finanzreferendum auf Bundesebene gibt es nicht. Allerdings könnte es – aus Zeitgründen erst nach einer Vergabe durch das IOC – zu Abstimmungen in den Kantonen mit Olympia-Standorten kommen. Sollte dort ein Kredit durchfallen, wird auf eine Alternative ausgewichen. Das IOC akzeptiere so eine Änderung, sagte Ruth Wipfli Steinegger, Co-Präsidentin des Vereins Switzerland 2038. (ram)

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239 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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faebu11
12.01.2026 10:15registriert Oktober 2021
Ich verstehe jede:n, die/der gegen Olympia in der Schweiz ist. Die Argumente sind bekannt und nachvollziehbar.

ABER: wenn schon Olympische Spiele, dann genau so. Dezentral, in/auf bestehenden Anlagen und ohne Prestige-Neubauten.

Ich wünsche dem Verein viel Glück auf dem steinigen Weg.
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Zaungast
12.01.2026 10:12registriert März 2014
Olympia in der Schweiz unter den momentanen IOC-Voraussetzungen? Nein danke, lassen wirs doch einfach bleiben!
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Cundwiramurs
12.01.2026 10:29registriert März 2025
Dann hoffen wor, dass es 2038 noch genügend Schnee für Skirennen hat und keine Rennen auf Eisstreifen inmitten grüner Wiesen ausgetragen werden.
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