Olympia 2038 in der Schweiz? So geht es mit dem Projekt weiter
Bis 2038 vergehen zwar noch zwölf Jahre. Viel Zeit. Doch um möglichst umsichtig planen zu können, hilft eine frühzeitige Vergabe der Olympischen Spiele und der Paralympics. Bereits im nächsten Jahr könnte das Internationale Olympische Komitee (IOC) der Schweizer Kandidatur den Zuschlag geben.
Das Budget
Die Projekt-Verantwortlichen planen mit einem Gesamtbudget von 2,2 Milliarden Franken. Davon sollen 82 Prozent (rund 1,8 Milliarden) privat finanziert werden, 18 Prozent (rund 400 Millionen) soll die öffentliche Hand beisteuern.
Ein wichtiger Punkt, um Olympia-Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Es soll keine Defizitgarantie von Bund und Kantonen geben, dafür eine von Privaten in der Höhe von 200 Millionen Franken.
Die Macher rechnen durch eine Austragung in der Schweiz mit positiven wirtschaftlichen Effekten. Sie haben eine Bruttowertschöpfung von zwischen 2,75 und 3,68 Milliarden Franken errechnet. Bund, Kantone und Gemeinden können demnach mit Steuereinnahmen in der Höhe von 260 bis 350 Millionen Franken rechnen und es sollen bis zu 25'000 Vollzeitstellen entstehen. Die Erfahrung früherer Spiele lehrt, dass solchen Prognosen mit einer Portion Skepsis begegnet werden sollte.
Der Zeitplan
Die wichtigsten Daten der Schweizer Kandidatur für Olympische Spiele 2038:
November 2023
Das IOC ist vom Potenzial von Olympischen Spielen in der Schweiz überzeugt. Die beiden Parteien treten in einen privilegierten Dialog. Das heisst, dass bis Ende 2027 nur eine Schweizer Bewerbung ein Thema ist.
Mai 2024
Die olympischen Mitgliedsverbände von Swiss Olympic bekräftigen an der Delegiertenversammlung ihre volle Unterstützung für die Kandidatur.
September 2024
Der Bundesrat erklärt, dem Projekt positiv gegenüber zu stehen. Die Arbeiten sollen von einer Arbeitsgruppe des Bundes begleitet werden:
September 2025
Das erarbeitete Dossier wird dem Bundesamt für Sport eingereicht.
November 2025
Die geplanten Austragungsorte der dezentralen Spiele werden bestätigt.
Januar 2026
Die detaillierten Pläne werden der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist keine Host City vorgesehen, die Schweiz tritt als Host Country in Erscheinung mit Wettkämpfen an zahlreichen Orten:
Bis Dezember 2026
Das Thema geht in die Politik: Vernehmlassung, Diskussionen im National- und Ständerat. Den Machern ist bewusst: In der Schweiz, einem Land, in dem politische Prozesse oft lange dauern, ist das relativ wenig Zeit.
Zweites Quartal 2027
Die Kandidatur soll beim IOC eingereicht werden. Dieses entscheidet voraussichtlich an seinem Kongress in Punta Cana (Dominikanische Republik) darüber, ob die Olympischen Spiele 2038 in der Schweiz ausgerichtet werden.
Ab 2028
Ein obligatorisches Finanzreferendum auf Bundesebene gibt es nicht. Allerdings könnte es – aus Zeitgründen erst nach einer Vergabe durch das IOC – zu Abstimmungen in den Kantonen mit Olympia-Standorten kommen. Sollte dort ein Kredit durchfallen, wird auf eine Alternative ausgewichen. Das IOC akzeptiere so eine Änderung, sagte Ruth Wipfli Steinegger, Co-Präsidentin des Vereins Switzerland 2038. (ram)
