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Tour de Ski: Schweizer Team verärgert über den Jury-Entschied der FIS

ARCHIV - Nadine Faehndrich of Switzerland during the women?s sprint race of the Tour de Ski, in Tschierv, Switzerland, Saturday, December 31, 2022. (KEYSTONE/Mayk Wendt).
Nadine Fähndrich beim Sprint an der Tour de Ski. Bild: keystone

Tour de Ski: Schweizer Team verärgert über den Jury-Entschied der FIS

Die FIS setzt sich am Silvesterabend während der Tour de Ski kurzfristig über das Reglement bei den Männern und Frauen hinweg. Zum Ärger und Nachteil von Swiss-Ski.
02.01.2024, 13:0902.01.2024, 13:44
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Für Sprint-Spezialisten ist das Zeitlimit bei Etappenrennen Teil des Sports, sei es im Radfahren oder im Langlauf. Ein Fahrer oder eben ein Läufer wird aus dem Rennen genommen, sofern auf einem langen Teilstück der Rückstand auf den Sieger zu gross ist. Bei der Tour-de-Ski-Etappe von Silvester in Toblach über 10 km klassisch mit Einzelstart betrug die Marge bei den Männern 15 Prozent auf die Siegerzeit des Finnen Perttu Hyvärinen.

Gleich ein Dutzend erwischte es. Das prominenteste Opfer hiess Lucas Chanavat. Der Franzose hatte zum Auftakt der Tour de Ski den Sprint in Toblach gewonnen und hätte auch am Mittwoch beim Skating-Sprint in Davos zu den Favoriten gezählt. Nun ist er einer der Profiteure, denn die Jury der FIS passte an Silvesterabend das Zeitlimit an und schloss keinen Athleten und auch keine Athletin aus. Sie liess quasi Gnade vor Recht walten.

epa10485627 Lucas Chanavat of France in action during the Cross-Country Men's Sprint Classic Qualification, at the FIS Nordic Skiing World Championships in Planica, Slovenia, 23 February 2023. EP ...
Lucas Chanavat profitierte von der Gnade der FIS-Jury.Bild: keystone

Der Ärger von Swiss-Ski baut nicht auf der Tatsache, dass der Franzose Chanavat nun in Davos starten darf und im dümmsten Fall einem Schweizer sogar einen Podestplatz wegschnappt – Valerio Grond war zum Auftakt der Tour Fünfter. Aber die Schweizer Trainer haben ihre Sprinter an Silvester so gecoacht, dass sie das Limit auf jeden Fall schaffen und somit das Heimrennen bestreiten dürfen. Dies war insbesondere für den Sprinter Janik Riebli ein Kraftakt. Der Obwaldner hatte über 10 km einen schlechten Tag erwischt und musste extrem hart kämpfen, um das Zeitlimit zu schaffen. Die Erleichterung im Ziel war riesig. Im Nachhinein zeigt sich: Mit weniger Aufwand hätte es auch geklappt.

FIS will grosse Felder

Die Jury der FIS darf gemäss einem speziellen Passus im Reglement das Zeitlimit ausser Kraft setzen. Es kann ja sein, dass sich die Wetterverhältnisse während des Rennens ändern und somit die Chancengleichheit nicht gegeben ist, oder dass auf einer extrem harten Strecke ein Top-Athlet mit Top-Material das halbe Feld eliminiert. Doch all dies war in Toblach nicht der Fall.

Valerio Grond vom Schweizer Langlauf Team beim Training, am Montag, 6. November 2023, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Valerio Grond wurde beim Tourauftakt Fünfter.Bild: keystone

Die FIS begründete am Silvesterabend ihren Entscheid anders: Die Tour de Ski habe im Vorfeld durch Krankheit bereits viele Athletinnen und Athleten verloren. Eine weitere Dezimierung des Feldes sei nicht sinnvoll. Zudem seien die 15 Prozent nicht mehr zeitgemäss, die Geschlechter müssten angepasst werden – die Frauen haben 18 Prozent. Zudem hätten einige Nationen wegen der Zeitlimit-Regel die Tour de Ski ganz verlassen müssen, was nicht im Sinne des Langlaufsports sei, der möglichst viele Nationen präsentieren wolle.

Falsches Vorgehen

Lars Brönnimann, Chef Langlauf bei Swiss-Ski, ärgert sich primär über die Vorgehensweise der Jury. «Die Argumente der FIS kann man durchaus diskutieren», sagt er. «Es war auch keine Lex Chanavat. Aber dass wir Team-Captains einfach per WhatsApp über den bereits gefällten Entscheid informiert werden, finde ich nicht richtig. Wir wurden vor Tatsachen gestellt.»

Lars Broennimann Chef Langlauf bei Swiss-Ski posiert fuer ein Portrtait, beim Medientreffen von Swiss Ski am Dienstag, 1. November 2022, in Davos. (KEYSTONE/Yanik Buerkli)
Lars Brönnimann kritisiert die Vorgehensweise der Jury.Bild: keystone

Nach Meinung von Brönnimann hätte die Jury die Sitzung der Mannschaftsführer abwarten und die Pro- und Contra-Argumente anhören müssen. «Zumal die Jury zwei Tage zuvor an einer Sitzung noch betont hat, dass das Reglement durchgezogen wird.»

Gemäss dem Schweizer Teamchef hätten die Probleme mit der 15-Prozent-Regel antizipiert und bereits vor der Tour de Ski besprochen werden können. «Am Silvesterabend war ich deshalb verärgert, aber jetzt ist der Blick nach vorne gerichtet», betont der Berner.

(kat/sda)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Liebu
02.01.2024 13:40registriert Oktober 2020
Im Artikel steht:
Zudem seien die 15 Prozent nicht mehr zeitgemäss, die Geschlechter müssten angepasst werden – die Frauen haben 18 Prozent.

Wäre es nicht einfacher das Zeitlimit der Männer anzupassen als die Geschlechter?
🤔😂😂
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Stadt Luzerner
02.01.2024 13:24registriert Oktober 2021
Über all sitzen kleine Könige in ihren Königreichen. FIFA, OIC, UEFA, …. Geldgeber und Sponsoren ziehen im Hintergrund die Strippen. Sport ist für die nur Mittel zum Zweck.
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