Der grosse Sportsgeist von Kanadas Superstars, als Kevin Fiala verletzt vom Eis muss
Es ist eine folgenschwere Szene, die von der 1:5-Niederlage gegen Kanada in Erinnerung bleiben wird. Für Kevin Fiala, den Stürmer der Los Angeles Kings in der NHL, endet das olympische Turnier rund drei Minuten vor dem Ende dieser Partie.
Er bleibt nach einem Check verletzt liegen und muss mit der Bahre abtransportiert werden. In der mit 11'510 Zuschauern ausverkauften Santagiulia Arena, die lautstark in Schweizer Hand ist, wird es plötzlich ganz still.
Dabei kommt es auch zu einem Moment, in dem die kanadischen Eishockey-Superstars ihrem verletzten Kollegen Tribut zollen. Geschlossen stehen die «Ahornblätter» auf dem Eis und verabschieden sich von Fiala, schlagen mit dem Stock aufs Eis, um zu «klatschen».
«Wir spielen hart, aber so etwas will niemand sehen», sagte Kanadas Captain Sidney Crosby im SRF. «Es ist sehr unglücklich für ihn und wir hoffen, dass es nicht zu schlimm ist.»
«Er hat an der blauen Linie einen Move versucht und sich dabei verdreht», sagte der sichtlich mitgenommene Nationaltrainer Patrick Fischer kurz nach Mitternacht zur Szene, in der Kanadas Tom Wilson im Zweikampf auf Fialas Bein fiel. Um halb zwei Uhr folgte die Bestätigung: Eine Verletzung am Unterschenkel bedeutet für Fiala das vorzeitige Turnier-Aus.
Mit Fiala verliert die Schweiz einen wichtigen Leistungsträger. Bei den Los Angeles Kings ist der MVP der WM 2024 in dieser Saison mit 40 Punkten der zweitbeste Skorer und ein zentraler Spieler im Kampf um die Playoff-Plätze. «Es ist ein Schock», sagte Jonas Siegenthaler zum Ausfall seines Teamkollegen. «Er ist einer unserer grössten Leader auf dem Eis.»
Ob die Verletzung auch das Saisonende für Fiala bedeutet oder seine Teilnahme an der Heim-WM im Mai gefährdet, ist noch unklar. «Wichtig ist, dass wir als Mannschaft zusammenbleiben», ergänzte Nationaltrainer Patrick Fischer. «Wir müssen diesen Rückschlag wegstecken. Es ist für uns alle emotional nicht einfach. Aber so ist das Leben. Wir werden wieder aufstehen und nach Lösungen suchen, damit wir bereit sind gegen Tschechien.»
Dieses abschliessende Gruppenspiel findet am Sonntagmittag um 12.10 Uhr statt. «Jetzt gilt es, uns rasch zu sammeln, damit wir gegen Tschechien bereit sind», sagte Captain Roman Josi. Je mehr Punkte die Schweiz in der Gruppenphase holt, desto schlechter wird ihr Gegner im Achtelfinal vom Dienstag klassiert sein. (ram/sda)
