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YBs Sportchef Christoph Spycher feiert mit dem Pokal nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Lugano, am Sonntag, 13. Mai 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Christoph Spycher hat den Erfolg nach Bern gebracht. Bild: KEYSTONE

Sein Herz gehört YB

Warum Christoph Spycher Sportchef der Berner bleibt und nicht zur Nati wechselt.

etienne wuillemin / ch media



Da sitzt er auf dem Podest. Und eigentlich neigt sich der Mittag schon dem Ende zu. Alles scheint gesagt. Spieler, Trainer und er, der Sportchef, haben entspannt über die vergangenen Wochen bei YB gesprochen. Über die kommenden Herausforderungen, über den gigantischen 19-Punkte-Vorsprung auf den FC Basel, über das tolle Trainingscamp. Aber dann hält Christoph Spycher inne. Und sagt: «Ich habe in den letzten Tagen einen Grundsatzentscheid gefällt. Ich gehe den Weg mit YB weiter und stehe für den Job als Nati-Manager nicht zur Verfügung.»

YB Sportchef, Christoph Spycher, Mitte, spricht an der Seite von Albert Staudenmann, Medienchef YB, links, und YB Cheftrainer Gerardo Seoane, rechts, an der traditionellen Medienkonferenz der Berner Young Boys vor dem Start zur zweiten Saisonhaelfte, am Mittwoch, 30. Januar 2019 im Stade de Suisse, Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Medienchef Albert Staudenmann, Sportchef Christoph Spycher und Trainer Gerardo Seoane. Bild: KEYSTONE

«Es ist nicht der richtige Moment, um YB zu verlassen.»

Christoph Spycher

Es ist ein Satz, der für YB wichtiger ist als alle Siege, die in den kommenden Wochen und Monaten folgen werden. Denn Spycher ist der Architekt des Berner Erfolgs. Und wird nun seine Arbeit weiterführen. Der konkrete Vertrag ist noch nicht unterschrieben, das wird folgen, sobald es die Zeit zulässt. Die Transferzeit ist für einen Sportchef stets hektisch, Ende Januar schliesst das internationale Fenster.

Spycher zur Nati? Später!

Spycher war der Wunschkandidat des Schweizer Fussballverbands für die neue Stelle als Supermanager. Er hat sich einen Überblick verschafft, wie das Aufgabenprofil aussehen würde. Und es ist nicht so, dass ihn die Herausforderung nicht gereizt hätte. «Es ist kein Entscheid gegen den Verband. Es ist durchaus ein Job, der irgendwann interessant werden könnte. Aber der Zeitpunkt stimmt nicht. Es ist nicht der richtige Moment, um YB zu verlassen.» Immer wieder gab es in den letzten Wochen Gerüchte, Spycher überlege, ob er seinen Vertrag bei den Bernern tatsächlich verlängern wolle. Und wenn, dann nur, falls einige Dinge angepasst werden. Beispielsweise setzte er durch, bald einen Assistenten in seinem Team zu erhalten.

Das Jahr 2018 war eines zum Träumen für die Young Boys. Im Frühling der erste Meistertitel seit 32 Jahren. Im Herbst die erstmalige Qualifikation für die Champions League. In der Liga enteilen die Berner ihrer Konkurrenz bereits wieder um Lichtjahre. 19 Punkte beträgt der Vorsprung zur Saisonhälfte auf Basel. Dass nun das neue Jahr mit der Nachricht von Spychers Verbleib beginnt, ist für YB fast so, als hätte es einen weiteren Titel gewonnen.

Das phänomenale YB-Jubeljahr 2018

Denn eines ist man sich in Bern durchaus bewusst. Das Konstrukt YB ist fragil. Die Vergangenheit hat genügend gezeigt, wie wenig es braucht, um es wieder ins Wanken zu bringen. Es hat genügend Beispiele gegeben, wo man YB auf dem Weg nach oben wähnte – und dann doch das nächste Chaos kam. Es brauchte mit Spycher eine heimische Integrationsfigur, um die verschiedensten Kräfte zu bündeln.

Und es wird Spycher weiterhin mit jeder Faser brauchen. Es wäre verfehlt, zu glauben, der YB-Aufstieg ginge automatisch immer weiter. Noch immer ist unklar, wie die Pläne der YB-Besitzer aussehen. Nach dem Tod von Andy Rihs ist sein Bruder Hans-Ueli der starke Mann. Es gibt immer wieder Gerüchte, wonach der Verein verkauft werden sollte. Oder zumindest – nach Jahren der Verluste – endlich mal Geld abwerfen muss. Was entscheidenden, negativen Einfluss haben könnte aufs Budget.

Doch auf Spycher scheint rund um YB jeder zu hören. Vielleicht ist es seine grösste Leistung, dass die Mannschaft von YB nach dem wunderbaren Jahr nicht auseinanderbrach. Noch immer steht das Gerüst. Und auch, was die Zukunft betrifft, ist Spycher bereits wieder auf gutem Weg. Im Sommer wechselt Fabian Lustenberger von Berlin nach Bern. Er soll einer der neuen Schlüsselspieler sein. Gut möglich, dass auch dieser Plan aufgeht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paul_Partisan 31.01.2019 15:05
    Highlight Highlight Wisst ihr noch, damals, als ein enttäuschter Wuschu auf dem Zaun sass und sich dafür entschuldigte es nicht geschafft zu haben, diesen Titel für uns zu holen. Als er uns versprach den Chübu in einer anderen Funktion zu bringen? Der Rest ist Geschichte. Und das diese mit ihm weiter geht macht es zu einem Märchen und ihn zur Legende! YB for ever!
    • Jonas Schärer 01.02.2019 12:42
      Highlight Highlight Dieses Bild werde ich nie vergessen! Und ert recht nicht dass er - wie ja mittlerweile üblich- seinen Worten hat Taten folgen lassen!

      Eifach ä geile Siech! Mit ganz viu Härzbluet bir Sach! So wi o di ganzi Ostkurve

      Hopp YB 💛🖤💛🖤
  • Blitzableiter 31.01.2019 12:25
    Highlight Highlight Wow, der weiss was Charakter und Loyalität ist. Chapeau!
  • Sova 31.01.2019 12:18
    Highlight Highlight Grande Wuschu..! Hopp YB!!
  • Tarek 31.01.2019 11:14
    Highlight Highlight Als YB-Fan war das gestern tatsächlich ein wunderbarer Tag dank diesem Bekenntnis von Spycher. Wir alle sind uns bewusst was wir an diesem Herrn haben. Es ist ein so unglaublich wohltuendes Gefühl, dass wir nach all den Jahren in einem solch wichtigen Posten für Kontinuität sorgen können. Ebenfalls sehr befriedigend ist, dass wir für einmal dem FC Basel um Längen voraus sind :-) ich freue mich auf dem Samstag!
    • themachine 31.01.2019 13:33
      Highlight Highlight *den

      Hopp YB!
    • Tarek 31.01.2019 15:42
      Highlight Highlight Ich dachte als Grammatik Polizei darf man offensichtliche Tippfehler nicht korrigieren? :-(

      Logisch den* Samstag...mein Fehler

So sah die Welt aus, als GC zum letzten Mal ein Spiel gewann

Die Grasshoppers warten seit dem 25. November des letzten Jahres auf einen Sieg. Seither hat der Rekordmeister eine Serie von zwölf sieglosen Spielen hingelegt und es dabei gegen alle Mannschaften aus der Super League versuchen dürfen.

Lange ist es also her, seit GC den letzten Sieg bejubeln durfte. So lange, dass die Welt damals noch eine andere war. Ein bisschen zumindest.

Ironisch, dass der letzte Sieg just an jenem Tag war, als die Zürcher Stimmbevölkerung «Ja» zum neuen Fussballstadion …

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