Unvergessen
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Sarah Meier from Switzerland, center, celebrates as the winner and European Champion next to silver medalist Carolina Kostner from Italy, left, and bronze medalist Kiira Korpi from Finland on the podium of the ladies free skating at the ISU European Figure Skating Championships in the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Saturday, January 29, 2011. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Grazien mit Edelmetall: Europameisterin Sarah Meier, flankiert von Carolina Kostner (Silber, links) und Kiira Korpi.
Bild: KEYSTONE

Unvergessen

29.01.2011: Im allerletzten Wettkampf setzt Sarah Meier ihrer Karriere die Krone auf

29. Januar 2011: Eiskunstläuferin Sarah Meier hat ihren Rücktritt angekündigt, nach der EM im eigenen Land ist Schluss. Die Titelkämpfe in Bern werden zur Gala: Sarah Meier wird sensationell Europameisterin.



Sie ist noch nicht 16 Jahre alt, da wird Sarah Meier erstmals Schweizer Eiskunstlauf-Meisterin. Im Jahr 2000 ist das, eine gefühlte Ewigkeit ist das her. Sieben Jahre später gewinnt die Eisprinzessin aus Bülach EM-Silber. Es ist die erste Schweizer Frauen-Medaille seit drei Jahrzehnten. Ein Erfolg, den Meier 2008 wiederholen kann.

Doch nun soll Schluss sein: Meier will ihre Eislaufkunst künftig nur noch abseits von Wettkämpfen präsentieren. Vor der EM 2011 in Bern kündigt sie ihren Rücktritt an. Die Veranstaltung im eigenen Land soll einen würdigen Rahmen für den Abschied von der Profisportbühne bilden.

Swiss competitor Sarah Meier skates during a practice session at the ISU European Figure Skating Championships in the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Wednesday, January 26, 2011. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Meier im Training vor der EM: Die Top 5 sind ihr Ziel.
Bild: KEYSTONE

Tiefe Erwartungen – guter Start

Dass Sarah Meier ihre Karriere mit einer Goldmedaille um den Hals krönen würde, ahnt sie zum Zeitpunkt der Rücktrittsankündigung nicht. Denn ihre Form ist unbeständig, der Körper lädiert. Wegen einer Fussverletzung kann sie seit Oktober keinen Ernstkampf bestreiten. «Gut möglich, dass ich hier von einem Neuling geschlagen werde», sagt Meier deshalb im Vorfeld.

Aber die Titelkämpfe beginnen gut, noch bevor die Schlittschuhe das erste Mal auf dem Eis sind. Sarah Meier zieht für das Kurzprogramm eine günstige Startnummer, kann nach allen Favoritinnen antreten. Sie nutzt diese Chance und zeigt eine starke Leistung, auch die Dreifach-Kombinationen gelingen ihr. So ist Meier bei Halbzeit auf Rang 3, hinter der Finnin Kiira Korpi und Ksenia Makarowa aus Russland.

Bild

Impressionen aus dem Kurzprogramm.
Bild: KEYSTONE

«Ich glaube, ich sterbe!»

«Dafür, dass sie seit fast einem Jahr keinen Wettkampf gelaufen war, war dies fast eine Meisterleistung», lobt die NZZ. Sarah Meier ist mit ihrer Darbietung ebenfalls zufrieden. Dennoch betont sie in der Interviewzone der eiskalten Berner Postfinance-Arena: «Ich bin noch sehr, sehr weit von einer Medaille entfernt.»

Tags darauf vor der Kür ist sie dann noch nervöser. Der allerletzte Wettkampf ihrer Karriere – und eine Medaille ist sehr wohl im Bereich des Möglichen, das weiss auch Meier. «Ich glaube, ich sterbe!», vertraut sie vor dem Einsatz Stéphane Lambiel an, dem zweifachen Weltmeister (2005 und 2006) aus dem Wallis.

Der Wettkampf ihres Lebens

Lambiel findet vielleicht die richtigen Worte, um Meier etwas zu beruhigen. Jedenfalls gelingt es ihr, sich für die finale Kür noch einmal hundertprozentig zu konzentrieren. Sie nimmt sich vor, nicht bloss Bronze verteidigen zu versuchen, sondern anzugreifen.

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Sarah Meiers Gold-Kür in Bern.
YouTube/ELSAhollywood

Sarah Meier gelingt der Wettkampf ihres Lebens. Sie ist von A bis Z fokussiert, macht keinen Fehler. Erst als die Musik aus dem Film «Love in the Time of Cholera» verstummt, lässt sie Emotionen zu. Jetzt kullern ihr Tränen über die Wangen.

Sarah Meier from Switzerland, left, reacts next to her coach Evi Fehr upon realizing her victory in the ladies free skating at the ISU European Figure Skating Championships in the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Saturday, January 29, 2011. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Moment, in dem sie es erfährt: Sarah Meier holt den Titel.
Bild: KEYSTONE

Weiter mit dem Sport verbunden

«Ich hoffe, ich stelle nach dem Aufwachen nicht fest, dass alles nur ein Traum war», sagt sie noch. Es ist keiner. Schöner als Sarah Meier kann man eine Karriere nicht beenden.

Heute arbeitet Sarah Meier bei der «Schweizer Illustrierten». Vom Sport kann sie aber nicht lassen. Nicht nur, dass sie mit Ironman-Triathlet Jan van Berkel liiert ist. Sie steht auf ihrem Instagram-Profil auch dazu: «Once a figure skater, always a figure skater!»

Eiskunstlaeuferin Sarah Meier, links, und Skirennfahrer Didier Cuche, rechts, gewinnen den Credit Suisse Sports Award als Sportlerin und Sportler des Jahres, am Sonntag, 11. Dezember 2011, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Pokal und Blumen: Sarah Meier und Didier Cuche werden 2011 zu den Schweizer Sportlern des Jahres gekürt.
Bild: KEYSTONE

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Der Oeschinensee, Ende 2015

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Das fieseste Foul der NHL-Geschichte beendet die Karriere von Steve Moore

8. März 2004: Todd Bertuzzi beendet die Karriere von Steve Moore mit einem Faustschlag an den Hinterkopf. Später entschuldigt sich der Haudegen unter Tränen. Erst zehn Jahre danach enden die Streitigkeiten.

Die Partie war schnell entschieden. Im ersten Drittel gehen die Colorado Avalanches gegen die Vancouver Canucks innert 9:23 Minuten 5:0 in Führung. Ausgerechnet Steve Moore markierte dabei das 5:0. Es ist sein fünfter Treffer in der NHL. Und wird sein letzter bleiben. Denn die Aggression weicht in dieser Partie nicht – und sie wird im letzten Drittel brutal explodieren.

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