Wir sind wieder Bob! Vogt und Co. gewinnen erste Viererbob-Medaille seit 20 Jahren
Michael Vogt und seine Anschieber Andreas Haas, Amadou Ndiaye und Mario Aeberhard zeigten einen starken vierten Lauf, dank dem sie Adam Ammour überholten. Damit sicherte sich Vogt erstmals olympisches Edelmetall.
«Wir waren immer an den Medaillen dran und wussten, dass wir es schaffen können. Dennoch waren wir auf Fehler der Gegner angewiesen», sagte Vogt im SRF. «Die Jungs haben am Start nochmals einen rausgehauen, das hat's gebraucht», lobte er seine Anschieber für den vierten Lauf. «Ich war während der Fahrt schon so happy, ich wollte nur noch die Zeit sehen im Ziel, die Fahrt war ‹Perle›», so Ndiaye.
An der Spitze fuhr Deutschland in einer eigenen Liga. Gold ging mit 0,57 Sekunden Vorsprung an Johannes Lochner. Silber sicherte sich Francesco Friedrich, der Vogt um eine halbe Sekunde distanzierte.
Für Vogt ist es nach EM-Bronze im Januar der zweite grosse Erfolg in diesem Jahr. Nach den ersten beiden Durchgängen hatte Bronze mit nur 12 Hundertsteln Rückstand auf den dritten Platz bereits möglich gewirkt.
Erst auf-, dann überholt
Im dritten Durchgang am Sonntagmorgen verkleinerte Vogt diesen Rückstand weiter. Nach einem starken vierten Lauf von Vogt lieferte der Drittplatzierte Adam Ammour nicht wie gewünscht, er fiel hinter den Schweizer Bob zurück – erst ganz unten. «Es war kaum auszuhalten», sagte Vogt über das Warten während Ammours Fahrt.
So feiert die Schweiz die erste olympische Medaille im Vierer seit 20 Jahren. Damals triumphierten Martin Annen, Cédric Grand, Thomas Lamparter und Beat Hefti.
Ebenfalls eine gute Leistung zeigte Cédric Follador, der mit seinen Anschiebern Luca Rolli, Tim Annen und Omar Vögele im Schlussklassement den 6. Platz belegte. Der dritte Schweizer Schlitten mit Timo Rohner, Pascal Moser, Mathieu Hersperger und Cyril Bieri beendeten die Olympischen Spiele mit dem 15. Platz. (ram/sda)
